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Spirit Of The Outback -Top End - Rotes Zentrum - Kimberleys

Northern TerritoryAustralien 2002 Western Australia

Lesezeichen:

Teil 1:Darwin, NT - Berry Springs - Renner Springs - Alice Springs - Yulara - Uluru - Kata Tjuta - Kings Canyon - Herrmannsburg - Palm Valley - Alice Springs - Simpsons Gap - Standley Chasm - Ormiston Gorge - Alice Springs - Rabbit Flat - Halls Creek, WA

Teil 2:Fitzroy Crossing - Windjana Gorge - Mt Elizabeth Station - Kununurra - Katherine, NT - Howard Springs - Gunn Point - Darwin

 

9.6. Halls Creek – Fitzroy Crossing

 

Mit Bedauern verabschiedeten wir uns von unseren neugewonnen Freunden. Greg und Glenn werden wir wohl nicht wiedersehen. Sie wussten immer noch nicht, was sie nun mit dem Anhänger machten sollten. Greg meinte, er wolle ihn provisorisch reparieren, um langsam nach Broome zu fahren und dort auf Ersatzteile zu warten. Trevor, Torsten und Glenn hatten versucht, Greg zu überreden, doch lieber nach Kununurra zu fahren, dass nur halb so weit weg ist wie Broome, und wo man auch alle Ersatzteile bekommt. Wir tauschten Adressen und Telefonnummern.

Trevor und Yvi werden wir in ein paar Tagen auf dem Kona Lakeside Cara Park in Kununurra wiedertreffen. Sie fahren direkt dorthin, wir machen noch einen Abstecher auf die Gibb River Road.

Torsten bemerkte kurz vor der Abfahrt, dass die Tanami Road auch von uns ihren Tribut gefordert hat. Die Wasserleitung unseres Frischwassertank hat sich losgerüttelt. Mittels einer Schlauchschelle und Gregs Hilfe war die Sache aber innerhalb von zehn Minuten geregelt. Die Pumpe für den Wassertank ist allerdings aus nicht geklärten Gründen einen plötzlichen Tod gestorben.

Wir bedienten in den nächsten Tagen immer wieder die elektrische Wasserpumpe, die zwar drehte, aber es kam nichts an. Durch Zufall entdeckten wir dann den Grund: ein Stein hatte sich davor geklemmt und die flexible Kunststoffleitung plattgedrückt.

Wir machten uns schließlich auf den Weg und ließen die immer noch unentschlossenen Greg und Glenn zurück; wir konnten ihnen leider nicht helfen.

In Fitzroy Crossing schafften wir es zum Glück, eine halbe Stunde vor Ladenschluss noch Vorräte für die Gibb einzukaufen. Wir übernachteten wieder auf dem Cara Park der Fitzroy River Lodge.

 

 

10.6. Fitzroy Crossing – Windjana Gorge

 

Die Fairfield Leopold Road geht ca. 50 km westlich von Fitzroy Crossing vom Highway ab Richtung Windjana. Sie war in sehr gutem Zustand, offensichtlich frisch planiert. Heute hatten wir die ersten fünf Überquerungen von wasserführenden Bächen, allesamt waren total einfach. Die Strecke ist auch mit einem normalen Auto befahrbar. An einer Gabelung fuhren wir zuerst falsch ab, bemerkten unseren Irrtum aber sehr schnell und machten zur Entschädigung noch ein paar Fotos. Tunnel Creek haben wir uns nicht angetan, es war unglaublich voll dort.

Einen kurzen Stop legten wir an den Ruinen der Lillimooloora Station ein. Sie spielt eine Rolle in der Geschichte von Jandamarra, dem Aboriginal, der sich im Tunnel Creek versteckte.

Um 10h30 waren wir bereits in Windjana und hingen bis 15h00 im Bushcamp (immer noch AU$ 9/Person) ab, immer schön im Wechsel zwischen Sonne und dem Schatten unseres Wagens. Wir machten die Bekanntschaft eines der allgegenwärtigen (und bis dato unidentifizierten) schwarz-weißen Vögel, den wir wegen seiner Stimmgewaltigkeit “Screech” (to screech: kreischen, schreien) tauften. Er nahm gerne das im (sauberen!) Aschenbecher angebotene Wasser und landete auf Tisch und Stühlen und unseren Köpfen. Auf Claudias Kopf blieb er lange sitzen und zog sogar an ihren Haaren.

Die Wanderung durch die Schlucht den Lennard River entlang und die Sichtung von 5-6 Krokodilen (Freshies) sowie Corellas (Nacktaugenkakadus) hat nichts von ihrem Reiz verloren. Diesmal gingen wir die Schlucht weiter durch, wenn auch nicht bis ganz zum Ende. Wirklich sehr malerisch! Letztes Jahr haben wir sehr viel mehr Freshies gesehen, aber wir waren jetzt auch später unterwegs und die Schlucht lag bereits zum größten Teil im Schatten.

Der Sonnenuntergang, der die steilen Wände der Schlucht rot glühen lässt, war ein gelungener Abschluss des Tages.

Nach Sonnenuntergang sammelten zwei männliche Gestalten neben unserem Platz verbotenerweise Feuerholz im Busch ein. Um genau zu sein: sie brachen noch lebende Äste von Bäumen ab. Wir spülten gerade im Wagen des Geschirr. Torsten ging nachsehen, wer oder was den Lärm verursachte, und die beiden suchten sofort das Weite. Das wird wohl weniger an seinem Anblick gelegen haben als vielmehr daran, dass sie genau wussten, das dies verboten ist.

Das an sich ist schon schlimm genug, aber noch dazu scheuchten sie Tiere auf. In der Folge dieser schwachsinnigen Aktion sprangen Grillen und Heuschrecken aufgescheucht über unseren Stellplatz, eine Eule flog leicht orientierungslos so dicht über uns weg, dass wir uns ducken mussten um einen Zusammenstoss zu vermeiden und noch lange hörte man Kleingetier im Busch rascheln und fiepen.

 

 

11.6. Windjana Gorge – Mount Elizabeth Station

 

Um 7h00 waren schon 24°C im Schatten, das erste Mal in diesem Urlaub trieb uns die Sonne aus den Schlafsäcken. Es folgte eine kalte Dusche – nicht weil es so heiß war, nein, es gibt hier nichts anderes. Die zwei Familien, die mit viel Krach gestern nach Sonnenuntergang ihre Zelte aufgebaut und sich damit allgemein unbeliebt gemacht hatten, schafften es, beim Packen um 6h00 genauso viel Lärm zu machen, wie nicht nur wir schlaftrunken feststellen mussten.

Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns gegen halb neun auf den Weg. Die GRR ist meist gut, wie letztes Jahr, stellenweise mit Wellblech.

Ein ungeplanter Abstecher in die Lennard Gorge erwies sich als raue Fahrprüfung. Der Track bis zur Schlucht ist 8 km lang, wir fuhren zunächst nur bis zum ersten Parkplatz – ab hier wird empfohlen, zu Fuß weiterzugehen. Dort berieten wir uns mit einer australischen Vierer-Gruppe, ob man weiterfahren solle. In Gesellschaft kam weder bei uns noch bei ihnen Unwohlsein auf, und wir machten uns im Mini-Konvoi auf zum zweiten Parkplatz. Auf diesem Teilstück war die Piste sehr rau, mit Felsbrocken und Spalten.

Vom zweiten bis zum dritten Parkplatz muss man ca. 1 km laufen (der dritte Parkplatz war vollkommen unbenutzt). Dieser Teil des Tracks ist wohl als sehr schwierig einzustufen. Der Fußmarsch lohnt die Mühe: in dieser Zeit hat die Schlucht noch vier Wasserfälle, ein traumhafter Anblick.

Wieder auf der Gibb fuhren wir zum Auftanken unseres Wagens und wegen eines Snacks für uns zum Mount Barnett Roadhouse. Wir hatten schon in Fitzroy Crossing erfahren, dass die Manning Gorge (auf dem Gebiet der Mount Barnett Station) und damit das Bushcamp dort wegen der starken Schäden aus der letzten Wet noch geschlossen ist. Am Roadhouse sagte man uns, das Bushcamp und die Schlucht blieben noch bis mindestens Mitte Juli unzugänglich. Jack’s Waterhole hat es in der Wet noch schlimmer erwischt, es bleibt bis nächstes Jahr geschlossen. Somit entfielen während unserer Zeit auf der Gibb zwei sehr schöne Bushcamps.

Die Abfahrt zur Galvan’s Gorge, aus Windjana kommend ca. 16 km vor Mount Barnett, haben wir verpasst. Beruhigend zu wissen, dass wir nicht die einzigen waren, denn irgendein Spaßvogel hatte das Hinweisschild geklaut.

Da man am Mount Barnett Roadhouse selber nicht campen darf, standen zur Wahl: Mount Barnett River Gorge Bushcamp ohne “facilities”, d.h. nicht mal Plumpsklos, oder Mount Elizabeth Station (ca. 37 km östlich von Mount Barnett plus 30 km Zufahrtsstrasse).

Wir entschieden uns für Mount Elizabeth und verbrachten die Nacht im idyllischen Bushcamp mit warmen Duschen und Toiletten (je 1 Dusche für Männer und Frauen). Am Rande unseres Stellplatzes hatten Wallabies ihre Spielwiese, Kakadus und Loris bevölkerten den Himmel. Nach Einbruch der Dunkelheit saßen wir gemütlich am Lagerfeuer und hörten mehrfach einen (gemischten?) Dingo-Chor.

Während der Fahrt hatten wir acht Wasserläufe zu überqueren, keiner davon schwierig.

 

 

12.6. Mount Elizabeth – Kununurra

 

Nachdem wir ein paar Wallabies beim Spielen fotografiert hatten und das Frühstück heruntergeschlungen war, machten wir uns kurz nach 7h00 frohen Mutes auf den Weg. Auf der Gibb hatten wir zwölf Flussüberquerungen, davon die beeindruckendste wieder der Pentecost River. Allerdings war der Pentecost deutlich flacher und schmaler als letztes Jahr. Der Zustand der Gibb war wie 2001, viel Wellblech und Staub, mit einigen Schäden der vergangenen Wet, die langsam um- bzw. durchfahren werden mussten.

Bevor das geplante Werk vollendet war, kam eine überraschende Einlage dazu: nach 186 km gab es plötzlich ein sirrendes Geräusch, der Wagen zog einseitig. Zum ersten Mal hatte auch uns das Schicksal der Outback-Explorer unserer Tage ereilt. Ein scharfkantiger Stein hatte auf 5 cm Länge den Reifen aufgeschlitzt. Es hieß also, in der flirrenden Mittagshitze der Kimberleys den Reifen zu wechseln. (Tipps zum Reifenwechsel).Um die Erfahrung zu vervollständigen, scherte auch noch einer der Bolzen beim Lösen der Radmuttern ab. Ein freundlicher und hilfsbereiter Queenslander meinte aber, das sei bis zum nächsten Ort kein Problem. Torsten schraubte also den neuen Reifen mit den übrigen fünf Muttern fest und weiter ging die Rüttelei auf der Gibb.

Zum Glück hatte er Recht, aber wir waren trotzdem froh, als wir nach weiteren 200 km und ohne zweites Reserverad in Kununurra ankamen, zumal das Reserverad mit seinem schon recht abgefahrenen Profil auch nicht sehr vertrauenerweckend wirkte. Das nette Paar überholten wir später übrigens: sie mussten langsam fahren, weil an ihrem Dachgepäckträger gleich zwei Bolzen abgebrochen waren! Er meinte nur trocken, wir sähen uns dann wohl bei Beaurepaires (Werkstatt) in Kununurra wieder.

Auf dem Gebiet von El Questro kokelten noch ein paar Buschfeuer vor sich hin, und ein Road Train kam uns auch noch entgegen und hüllte uns zur Abwechslung nicht in eine rote, sondern in eine hellgraue Staubwolke.

Die Reparatur war einfach: Anruf bei Kea, zu Beaurepaires wegen des neuen Reifens, zu Top End Motors nebenan wegen eines neuen Bolzens (ihnen scherten gleich noch drei weitere ab, so dass sie kurzerhand alle austauschten), beide rechnen direkt mit Kea ab, no worries!

Da Torstens Ohren verstopft waren (Anm. von Claudia: wie wär’s mit Waschen?? aua!!) fuhren wir für eine Spülung zum District Hospital und mussten uns mit einem Termin für den nächsten Tag begnügen. Die Behandlung kostet pauschal AU$ 94, da wir nicht in Australien wohnen. Für die Formalitäten wurde Torsten gefragt, woher er käme. Reaktion auf seine Antwort: “Belgien? Ist das eine Stadt in Deutschland oder so?” Na ja, belgische Schokolade hat ihren Weg halt noch nicht bis ins Outback geschmolzen und wegen seiner Größe ist Belgien auch nicht gerade rekordverdächtig. Wer kann diese Frage übel nehmen, ist doch Belgien nicht größer als die nordöstliche Ecke der Kimberleys.

Als nächstes kam die Feststellung: “Sie waren also noch nie bei uns”. Ein erstaunter Blick, als Torsten antwortete “Doch, vor drei Jahren, da hatte ich eine gebrochene Rippe”. Seine Akte hatten sie auch noch.

Als Entschädigung für den ausgefallenen mittäglichen Snack gab es abends schöne große, leckere Steaks.

Als wir nach dem Essen bei Beleuchtung durch die Innenlampe unseres Campers draußen saßen, stieß zwei Meter von uns entfernt eine kleine, jagende Eule zu Boden! Irre! Kurz darauf landete sie wieder, diesmal im schwachen Lichtkegel unserer Mickerbeleuchtung, blieb ein paar Minuten sitzen und flog dann weiter. Auch an den folgenden Abenden schaute sie immer mal vorbei J.

Der Kona Lakeside Cara Park ist am Lake Kununurra gelegen, sehr schön, ruhig, sauber. Wir standen direkt am Seeufer (zum Glück gibt’s dort nur Freshies). Der Platz kostet AU$ 21. Nur Trevor und Yvi hatten wir leider nicht gefunden, aber wegen unserer Reifen- und Bolzenaktion waren wir erst im Dunkeln zurück und würden am nächsten Tag noch mal suchen.

 

 

13.6. Kununurra

 

Morgens verlängerte Claudia bei der Ausfahrt um eine Nacht. Welche Freude, als sie aus dem Büro kam und Torsten mit Trevor und Yvi zusammenstehen sah! Die beiden standen am anderen Ende des Campingplatzes. Wir verabredeten uns für abends auf ein Bier bei ihnen.

Wir holten unseren Reifen ab, Torsten ließ sich die Ohren spülen und dann shoppten wir ein bisschen. Der Abend mit Trevor und Yvi war wieder sehr nett, und wir waren erst gegen Mitternacht “zuhause”.

 

 

14.6. Kununurra

 

Eigentlich wollten wir bei Ivanhoe’s Crossing über die Beton-Furt fahren, aber sie war wegen zu hohem Wasserstand und zu starker Strömung gesperrt. Also fuhren wir zur Hoochery (Brennerei) und wen trafen wir dort? Trevor und Yvi! Wir erstanden je eine Flasche Ord River Rum und Liqueur (Cane Spirit & Kaffee & Schokolade) zum Mitnehmen.

Abend gab’s ein Bierchen bei uns.

Wir verlängerten um eine weitere Nacht.

 

 

15.6. Kununurra

 

Morgens hatten wir unsere Vorräte aufgestockt und fuhren dann ein weiteres Mal zur Ivanhoe Crossing. Sah unverändert aus. Trotz der deutlich angebrachten Warnung, die Furt wegen der im Ord River lebenden Leistenkrokodile weder zu Fuß noch per Fahrrad zu überqueren, nicht zu schwimmen und besser vom Ufer aus zu angeln, stand ein Angler mitten auf der Furt, ein paar Kinder spielten im flachen Wasser. Na ja, vielleicht sind wir etwas überängstlich? Schließlich hat man als westeuropäischer Städter nicht soviel Erfahrung mit Leistenkrokodilen… Danach hingen wir auf dem Campingplatz ab und fuhren gegen 3 Uhr mit Trevor & Yvi wieder in den Ort rein um uns die Mardi Gras Parade anzusehen. Zehn Wagen oder so (einschließlich Polizei, Feuerwehr und Ambulanz) fuhren, es wurden Bonbons, Lollis, Melonenscheiben, Kühlschrankmagnete, Milch-Shakes und T-Shirts verteilt. Nicht ganz das Format von New Orleans oder dem Karneval in Rio, keine atemberaubende, aber eine sehr sympathische Vorstellung!

Danach ging’s auf die Showgrounds mit Fressbuden und Karussells. Wir gönnten uns ein kühles Bierchen. Im Zug waren auch Mitglieder des Polocrosse Clubs, von denen zwei mit ihren Pferden in die Bar auf den Showgrounds hineinritten! Leider gibt es kein Beweisfoto, aber Augenzeugen.

Auf dem Rückweg im Dunkeln zum Campingplatz sahen wir ein vermeintliches riesiges Buschfeuer. Tatsächlich wurde Zuckerrohr abgebrannt.

Abends saßen wir auf unserem Platz in netter Runde zusammen: Trevor und Yvi, Christa und Wolfgang (österr./bayr. Paar von Permanent Residents aus QLD) und zeitweise Rob und Meg (ursprünglich aus Holland/Japan, aber seit Jahren schon Aussies).

 

 

16.6. Kununurra – Katherine

 

Wir verabschiedeten uns erst von Christa und Wolfgang, die nach Warmun (Turkey Creek) wollten, um von dort auf eine geführte Tour in die Bungles zu fahren.

Dann kam das traurige Ende einer schönen Zeit: wir mussten uns von Trevor und Yvi verabschieden L. Seit wir diese beiden in Rabbit Flat kennen gelernt hatten, war Australien noch schöner als gewöhnlich. Wir hatten ein paar leider viel zu kurze Tage mit unseren neuen Freunden. Trevor schmierte noch die quietschenden Gelenke unserer hinteren Tür mit Aerogard Spray (guter Tipp!) und wir klönten noch ein bisschen. Die zwei machten sich am nächsten Tag auf über die Gibb nach Broome und von dort Richtung Perth (lucky bastards!!). Sie haben uns zu sich nach Bendigo/VIC eingeladen, “hope we’ll be able to make it”!!! Vielleicht könnte Torsten ja dann mal mit Trevor zum Fischen gehen – damit endlich mal ein guter Fang auf dem Grill landet - Barramundi zum Beispiel…J

Wir wissen, dass es im südlichen Australien keine Barras gibt, aber sollte Trevor dies hier mal lesen, wird er wissen, was gemeint ist….

In Katherine schlugen wir unser Lager auf dem Campingplatz der Springvale Homestead auf und mussten zum ersten Mal seit Tagen den Abend wieder zu zweit verbringen. Es war  nicht mehr das Gleiche, irgendwie war der Urlaub für uns vorbei.

Es herrschte ein reges Treiben: Enten, Schildkröten im Billabong hinter unserem Wagen und Wallabies, die im Dunkeln auf dem Platz ästen. Natürlich waren auch die vielfältigen australischen Sittiche und Papageien mit von der Partie. Die beiden Enten erklärten uns spontan zu ihren “mates”, weil wir ihnen Brot gaben. Ein Blue Winged Kookaburra liess sich bereitwillig fotografieren und filmen.

 

 

17.6. Katherine – Howard Springs

 

Die beiden Enten holten sich erst bei uns eine Scheibe Brot ab und marschierten dann zu der Familie nebenan, wo das kleine Mädchen sie ausgiebig fütterte. Wir fütterten Bower Birds (Kragenlaubenvögel) und uns unbekannte Vögel, woraufhin die beiden Enten sich eiligst wieder zu uns begaben und vergeblich versuchten halbverhungert auszusehen. Das ist mit voller Wampe ein bisschen schwer! Der Blue Winged Kookie saß eine Weile auf einem Ast über uns, interessierte sich aber nicht für das Brot, sondern fand irgendwelches Kleingetier auf dem Boden neben unserem Wagen. Gelbhaubenkakadus saßen auf den tröpfelnden Rasensprengern und tranken. Eine gefiederte Idylle.

Wir machten einen kleinen Schlenker vom Stuart Hwy weg auf die Scenic Route, von der es u.a. zu Douglas Hot Springs und der Butterfly Gorge abgeht.

Am Adelaide Inn stellten wir zu unserem Bedauern fest, dass Wasserbüffel Charlie (der aus den Crocodile Dundee Filmen) im Frühjahr 2000 im Alter von 30 Jahren gestorben ist und nunmehr ausgestopft auf dem Tresen steht.

Auf dem Campingplatz in Howard Springs rumorte abends und nachts ein später als eine Art Wildhuhn identifizierter Vogel in den Bäumen neben uns. Hin und wieder hörte es sich so an, als sei er halbwegs abgestürzt. Einmal stritt er sich laut und ausgiebig mit einem Futterkonkurrenten, und “bewarf” uns mit Knospen.

 

 

18.6. Darwin

 

Den heutigen Tag verbrachten wir mit den letzten Souvenireinkäufen und Relaxen im Bicentennial Park. In der Tourist Info erkundigten wir uns zwecks eines Kurztrips am folgenden Tag nach Dundee Beach. Das ist im wesentlichen ein Camping- und Angelfleckchen, also beschlossen wir lieber der Empfehlung der freundlichen jungen Frau zu folgen und zum Gunn Point zu fahren.

 

 

19.6. Gunn Point

 

Der Tag fing recht kühl an, es war bewölkt mit einem frischen Wind, der die anfänglichen 20°C sehr viel kälter erscheinen ließ. Wir machten uns auf einer sehr guten Dirt Road, die erst auf den letzten drei, vier Kilometern etwas schlechter wurde, zum Gunn Point auf den Weg. Es sollte dort einen schönen, menschenleeren Strand geben. Ganz menschenleer war er nicht, als wir ankamen, stand dort ein kleines Wohnmobil. Dazu gehörten Derek und sein Hund Happy. Wir haben ein wenig den Strand erkundet und wurden begeistert von Happy begleitet, die unermüdlich den Vögeln nachjagte. Später lud uns Derek auf einen Kaffee am Lagerfeuer ein, auf dem sein Abendessen sachte vor sich hin schmurgelte. Wir erfuhren, dass er schon seit 1974 (!!) in Australien herumreist. Er war damals aus dem UK eingewandert. Sein Freund Bruce, der ebenfalls herumreist, kam später dazu. Wir fuhren am späten Nachmittag, bereichert um eine Bekanntschaft mit weiteren australischen Originalen, zum Campingplatz zurück und beschlossen den Tag mit einem Bier auf der Terrasse unserer Cabin, die wir heute bezogen hatten.

Es blieb uns nur noch, die Taschen zu packen. Ein letztes Mal sahen wir den riesigen Corella-Schwarm, der jeden Abend über den Platz flog, um die Schlafbäume aufzusuchen. Es ist schon merkwürdig, nach drei Wochen Campleben wieder vier Wände um sich rum und ein Dach über dem Kopf zu haben. Wir machten kurz den Fernseher an, um den aktuellen Stand der Fußball-Weltmeisterschaft zu erfahren, aber irgendwie störte das Geräusch…

 

 

20.6. Abflug Darwin

 

Wir versuchten vergeblich, mit einem gemütlichen Frühstück und einem Aufenthalt in der Howard Springs Nature Reserve den Abschied hinauszuzögern. Die Nature Reserve ist aber sehr schön angelegt, mit einem Wasserbecken, in dem man Barramundis und Schildkröten füttern kann, vielen Ibissen und vielen Corellas (Nacktaugenkakadus). Picknicktische laden zum Verweilen ein, und wir hätten dem gerne Folge geleistet. Aber dann mussten wir doch los, um erst unseren treuen Landcruiser abzugeben und dann mit einem Taxi zum Flughafen zu fahren. Letzte Einkäufe im Downtown Duty Free Shop am Gate, ein letzter Blick auf Darwin aus der Luft, und dann befanden wir uns schon wieder auf dem Weg nach Singapur.

 

Es fiel uns schon immer schwer, Australien am Ende des Urlaubs zu verlassen. Nicht nur, weil der Urlaub vorbei war, sondern weil wir das Land am anderen Ende der Welt mit jedem Aufenthalt dort lieber gewinnen. Dieser Urlaub nun wurde durch die gemachten Bekanntschaften bereichert.

Wir hoffen, dass Greg und Glenn das Problem mit dem Anhänger ohne weitere Schwierigkeiten lösen konnten. Es war sehr nett, die beiden kennen gelernt zu haben – und Gregs Live-Didj-Nachtmusik werden wir sicher nie vergessen! J

Und Trevor und Yvi…. wie bereits gesagt, wir waren sehr traurig, als wir uns von ihnen verabschieden mussten und hoffen sehr, sie schon bald wiederzusehen.

 

We’ll be back!!

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