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Spirit Of The Outback -Top End - Rotes Zentrum - Kimberleys

Northern TerritoryAustralien 2002 Western Australia

Lesezeichen:

Teil 1:Darwin, NT - Berry Springs - Renner Springs - Alice Springs - Yulara - Uluru - Kata Tjuta - Kings Canyon - Herrmannsburg - Palm Valley - Alice Springs - Simpsons Gap - Standley Chasm - Ormiston Gorge - Alice Springs - Rabbit Flat - Halls Creek, WA

Teil 2:Fitzroy Crossing - Windjana Gorge - Mt Elizabeth Station - Kununurra - Katherine, NT - Howard Springs - Gunn Point - Darwin

 

28.6. Ankunft Darwin 

Wir sind um kurz nach vier Uhr morgens (!!) gelandet. Um halb sechs waren wir schon im Poinciana Inn. Es gab hier eine angenehme Überraschung: trotz der frühen Stunde durften wir netterweise schon aufs Zimmer, ohne einen Zuschlag zu zahlen. Damit konnten wir uns nach 22-stündiger Flugzeit erst mal die Schlafmützen anziehen und haben bis halb zehn geschlafen (eigentlich war der Wecker auf halb acht gestellt, aber wir haben ihn überhört) und haben den ersten Tag Down Under mit Bummeln in Darwin’s Smith Street Mall, im Bicentennial Park und einem Nickerchen am Nachmittag verbracht. Der Abend wurde mit einem superleckeren Prime Rib Steak – nicht zu vergessen der Mississippi Mud Cake!!! - im Hog’s Breath Café gekrönt (das praktischerweise nur 2 Minuten zu Fuß weg ist vom Poinciana Inn). Um 22 Uhr lagen wir in der Falle.

 

 

29.5. Darwin – Berry Springs 

Der Einfachheit halber frühstückten wir im Hotel. Das Buffet war gut sortiert, der Kaffee gut und stark J. Anschließend ging es per Taxi zu Kea, um unseren Landcruiser-Camper zu übernehmen. Die Übergabe machte Günther, ein deutscher Auswanderer. Er will bald ins südliche Australien umsiedeln, da ihm die Wet im Top End inzwischen zu heiß ist. Unser Wagen ist prima, allerdings öffnet eine der Schubladen selbständig in Rechtskurven. Müssen wir irgendwie fixieren, ansonsten macht sich das Besteck selbständig. Im Casuarina Shopping Square erledigten wir die notwendigen Einkäufe und entschlossen uns dann spontan, nach Berry Springs zum uns schon bekannten Tumbling Waters Caravan Park durchzufahren (s. Bericht 1999). Leider besuchte uns dieses Mal jedoch kein Wallaby, dabei standen wir zufällig sogar wieder auf dem gleichen Platz wie damals.

Die Nacht war für Claudia nicht so schön: sie hat sich durch die Klimaanlagen im Flugzeug und am Flughafen in Singapur so richtig schön erkältet.

  

30.5. Berry Springs – Renner Springs

 

Torsten hatte Erbarmen und fuhr bis auf 50 km die Strecke alleine (ges. 784 km). Claudia saß schniefend daneben. Die Schublade haben wir erst mal mit Pflastern fixiert. Bei einem 90-minütigen Aufenthalt in Katherine erstanden wir Cloth Tape (kräftiges Textil-Klebeband). Es ist so gut wie Duct Tape, das uns wiederum im letzten Urlaub gute Dienste geleistet hat (Sprung in der Windschutzscheibe, kaputter Stuhl…). Wir haben es auch für Torstens Bett benutzt. Das Bett besteht aus Bretten, die nach Hochklappen des Dachs auf Schienen aufgelegt werden. Leider fehlen an den Schienen Stopper, und Torsten bewegt sich im Schlaf sehr viel. Nach der ersten Nacht klaffte denn auch prompt ein immerhin gut 10 cm breiter Spalt zwischen dem ersten und zweiten Brett. Um einer ungewollten und wohl eher unsanften nächtlichen Landung auf Claudia, die unten schläft, vorzubeugen, wurden das erste und zweite Brett mit dem Tape aneinandergeklebt. Mal sehen, ob’s hält. Dann mussten wir noch einen Hammer fürs Einschlagen der Heringe der Plane kaufen. Torsten ist ja nicht gerade ein Schwächling, aber auch nicht Obelix! (der ja bekanntermaßen Nägel mit dem Finger in die Wand drückt). Die Fahrt an sich war nicht sehr ereignisreich, wir haben aber sehr viele Kites (Milane) gesehen sowie ein Ehepaar, die fröhlich mit ihrem gemieteten Britz Explorer durch die Lande fuhren und nicht mal merkten, dass die Klappe ihres Gasflaschenfachs auf war, obwohl die Klappe rhythmisch gegen die Seitenwand ihres Campers schlug.

Am Renner Springs Roadhouse gibt es einen einfachen, aber netten Campingplatz, der recht gut besucht ist. Jetzt um 20h30 kommen noch viele Road Trains an und vorbei. Ganz schön beeindruckend, immerhin ist hier das Roadhouse selber die einzige Lichtquelle bei Nacht, aber die Road Trains hört man schon lange bevor man sie sieht. Allerdings hoffen wir schon, dass der rege Verkehr bald nachlässt, denn der Campingplatz ist mehr oder weniger direkt neben dem Highway.

Hier haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass Rinder eine besondere Tierart sind. Wenn sie erst mal geschlachtet und halbiert in einem Kühltransport gelandet sind, machen sie wesentlich mehr Krach als zu Lebzeiten. Wir hatten leider das Pech, dass für ein paar Stunden ein Road Train mit laufendem Kühlgenerator abgestellt wurde und einen nicht unerheblichen Lärm produzierte.

  

31.5. Renner Springs – Alice Springs

 

Heute am frühen Morgen wurde unser Schlaf rüde durch den starken Wind unterbrochen, der uns und den Wagen durchrüttelte. Um 3h30 begab sich Torsten eiligst nach draußen, um unsere Schutzmarkise am Wegfliegen zu hindern.

Nach dem Frühstück betätigte Claudia sich als Rambo und riss einen der Haken, die während der Fahrt das Hubdach halten sollen, aus seiner Führung. Torsten ist zum Glück handwerklich geschickter und hat das Ganze wieder repariert – 45 Minuten hat uns dieser Akt der Zerstörungswut gekostet J. Der Schraubenzieher kam in Alice Springs noch einmal zum Einsatz, als ein Bloke auf dem Parkplatz von Coles Torsten fragte, ob er zufällig einen dabeihabe. Er musste seinen eigenen Kofferraum aufbrechen, weil er seine Autoschlüssel darin eingesperrt hatte.

Die Fahrt nach Alice verlief ohne besondere Ereignisse. Es war sehr windig. Unterwegs immer wieder tote Kängurus auf der Strasse, die den allgegenwärtigen Krähen zum Festessen wurden. Es fällt auf, dass die Krähen das Aas-Geschäft voll und ganz beherrschen. Die noch vor fünf Jahren häufigen Keilschwanzadler sind ein Anblick, der selten geworden ist.

Am Wendekreis des Steinbocks bannten wir unsere immerhin schon fünfte Überquerung auf Foto und Film.

Den McDonnell Range Caravan Park ein paar km südlich von Alice (BIG 4 = 10% Ermäßigung für Kea und andere Mietwagen) haben wir nach einem kurzen, wenn auch unfreiwilligen Abstecher zum Flughafen fast sofort gefunden. Dieser Caravan Park ist schön angelegt, und hat pieksaubere Waschräume.

  

1.6. Alice Springs – Yulara

 

Heute waren um 6h30 nur 8°C, zu kalt zum wohlfühlen. Um halb acht sind wir losgekommen. Zunächst sahen wir kaum jemanden auf der Strasse, nur wieder massenweise Krähen und hin und wieder Adler und Milane. Um halb zehn gönnten wir uns am Erldunda Roadhouse einen Hamburger (sehr lecker) und tankten bei der Gelegenheit gleich. In Yulara kann es nur teurer sein! Dann ging’s auf den Lasseter Highway, auf dem wir mehr Fahrzeugen begegneten. Erfreulicherweise für uns waren es im wesentlichen Wohnmobile und Wohnwagen in Gegenrichtung. Etwa 40 km vor Yulara sahen wir riesige Rauchschwaden von Buschbränden, die zum Glück weit genug entfernt vom Highway, vom Resort und vom Rock waren. Vielleicht waren dies kontrollierte Brände.

Im Yulara Shopping Center haben wir jeder einen zweiten Fleece-Pullover erstanden, denn die kalten Abende sind ohne warme Kleidung ziemlich ungemütlich. Um halb sechs (kurz vor Sonnenuntergang) waren noch angenehme 20,5°C, um kurz vor 7 schon nur noch 14°C.

Hier im Zentrum beherrschen das Gold des Spinifex und die orangerote Erde das Bild. Unsere Stiefel sind inzwischen auch nicht mehr im ursprünglichen Schwarz bzw. Dunkelbraun, sondern mit einer dicken roten Staubschicht überzogen.

Auf dem Campingplatz hat sich jemand so dicht an uns herangestellt, dass wir sein Rülpsen nicht nur hören, sondern auch riechen können.

Abends schrieben wir die ersten Postkarten und gönnten uns den Sonnenuntergang von einer der beiden Aussichts-Sanddünen im Resort.

 

 

2.6. Uluru und Kata Tjuta National Park

 

Trotz der morgens mit 5°C wenig einladenden Temperatur haben wir uns um 7h22 den Sonnenaufgang über Uluru und Kata Tjuta angesehen. Danach waren wir so durchgefroren, dass uns erst nach ca. zwei Stunden wieder warm geworden war.

Ein kurzer Abstecher zur Post und zum Supermarkt, dann machten wir uns um halb elf auf in den National Park (15 km vom Resort). Dort machten wir einen kleinen Spaziergang und genehmigten uns dann den wohlverdienten Snack am (nicht auf dem) Climb. Dabei haben wir denen zugesehen, die unbedingt ihren sportlichen Ehrgeiz beweisen mussten. Im Cultural Centre haben wir einen informativen Rundgang gemacht (immerhin ist unser erster Besuch schon fünf Jahre her) und fuhren dann zu Kata Tjuta. Auch dies war absolut beeindruckend, wie schon bei unserem ersten Besuch. Wir haben im Tal der Winde eine kurze Wanderung bis zum Karu Lookout (40 Min. hin und zurück) mit wunderschöner Aussicht gemacht.

Kurzentschlossen fuhren wir um 15h00 zum Sunset Carpark beim Uluru zurück und gönnten uns den Anblick aus größerer Nähe als vom Resort aus. Das Farbenspiel ist wahrhaft phantastisch! Damit schloss sich Kreis wieder – ein runder Tag!

 

PS. In der Ferne loderte wieder ein Buschfeuer.

Heute Abend war es etwas wärmer als gestern, um 21h15 immerhin noch 13°C (gestern nacht waren es am Ende nur noch 4°C).

 

 

3.6. Yulara – King’s Canyon

 

Wie sind bei starker Bewölkung, die sich erst kurz vor dem King’s Canyon Resort lichtete, in Yulara aufgebrochen. Die Morgentemperatur von 6°C steigerte auch nicht gerade den Wohlfühlfaktor. Da gibt es nur ein Ziel: möglichst schnell losfahren, denn sobald der Motor läuft, kann der Wagen beheizt werden. Auch über Mount Conner war der Himmel eher trübe, so dass wir auf eine weiteres Photo verzichteten. Auf der Luritja Road zum King’s Canyon haben wir eine Gruppe von einem halben Dutzend roten Kängurus (also Böcke, vielleicht ein Junggesellen Club?) gesehen, die anscheinend wohlwollend in Betracht gezogen hatten, für ein Foto zu posieren. Ein uns überholendes Auto führte allerdings zu einer abrupten Meinungsänderung und als die Kamera schussbereit war, waren sie längst im Buschland untergetaucht.

Das King’s Canyon Resort ist sehr schön angelegt (schöner als Yulara unserer unmaßgeblichen Meinung nach), mit ausreichendem Platzangebot. Wir stehen am Rande einer Reihe mit Blick auf die Ranges, in denen sich auch der Canyon befindet.

Zunächst legten wir eine Pause auf dem Campingplatz ein zwecks Sonnenbad und Waschen von Claudias Jeans. Die Technik beim Öffnen der in Oz üblichen Ketchup- Portionsdöschen war ihr leider nicht mehr geläufig, und so verzierte sie ihre noch saubere Jeans mit aparten roten Spritzern. Zwei Tauben erkoren uns spontan zu ihren ‘mates’ und ließen sich recht und links von uns ebenfalls zum Sonnenbad nieder.

Anschließend ging’s die 7 km zum Canyon zurück. Da es bereits 3 Uhr nachmittags war, um 18h00 die Sonne untergeht, aber der Rim Walk 3,5 Stunden dauert, machten wir mit leisem Bedauern nur die Wanderung in den Canyon hinein (2 km hin und zurück). Aber diese Wanderung ist auch sehr malerisch, mit River Red Gums (die Stämme sind aber weiß) und den roten Felswänden des Canyons. Teilweise läuft man durch das trockene, geröllige Bett des King River.

Die auf dem Campingplatz in Massen vorhandenen Galahs lieferten heute Abend beim Aufsuchen ihrer Schlafbäume eine beeindruckende Flugshow und demonstrierten vor allem ihre Tiefflugkünste.

Abends gegen neun Uhr frischte der Wind kräftig auf, aber der Himmel war sternenklar.

 

 

4.6. King’s Canyon – Hermannsburg – Palm Valley – Alice Springs

 

Nach Beschaffung des notwendigen Permit (AU$ 2,20 mit kleiner Broschüre) haben wir uns auf den Mereenie Loop begeben, eine Schotterstrasse in gutem Zustand mit stellenweise Wellblech. Nach einigen Kilometern geht sie in den Larapinta Drive über, eine dirt road mit vielen Schlaglöchern (ab Hermannsburg geteert). Wir wähnten uns nach Afrika versetzt, als plötzlich eine kleine Herde wilder Dromedare vor uns auf der Strasse stand. Auf dem Mereenie Loop gibt es eine einzige Stelle, an der man eine Pause einlegen, aber nicht übernachten darf. Als wir am Aussichtspunkt rausfuhren, um den Blick zu genießen, sahen wir dort zwei Exemplare unserer Spezies, die sichtlich schuldbewusst dabei waren, ihr Zelt abzubrechen.

Nach 195 km hatten wir Hermannsburg, eine frühere deutsche Missionarsstation erreicht. Dort sahen wir uns den Kata Anga Tea Room mit seiner Ausstellung über die lutherischen Missionare und ein paar der alten Missionsgebäude an und machten uns dann auf ins Palm Valley im Finke River National Park.

Der Track (21 km) folgt weitgehend dem Finke River, in dessen trockenen Flussbett man z. T. fährt. Der Weg auf Sand, Schotter oder Kies ist problemlos, wenn auch manchmal holprig. Nach ca. 18 km ändert sich die Lage drastisch und man holpert und schlingert für 4 km, für die man ca. 30 Minuten braucht, auf Steinen und Felsen umher. Torsten fuhr ungeachtet Claudias gelegentlicher Bedenken ob der Höhe von natürlichen Steinstufen bis zum Parkplatz und hatte einen Riesen Spaß dabei.

Das Palm Valley ist einmalig und wunderschön. In ihm wachsen zwei lebende Fossilien: Cycads und Red Cabbage Palms, letztere soll es nur hier geben. Die ausgewachsenen Exemplare sind ca. 200 Jahre alt. Während einer einstündigen Wanderung durch das Flussbett ein Stück ins Tal hinein, und dem anschließenden Aufstieg zum Wanderweg in luftiger Höhe über dem Tal haben wir unsere durcheinandergeschüttelten Knochen wieder in die richtige Position gebracht, bevor sie auf dem Rückweg wieder wie die Flocken einer Schneekugel durcheinander gewirbelt wurden.

Am Ende des Pfades fehlen ein paar Marker, so dass nicht nur wir erst mal nach dem richtigen Abstieg suchen mussten.

Spontan wollten wir noch nach Glen Helen fahren anstelle im Palm Valley zu bleiben, aber es war schon später Nachmittag und Alice Springs dichter dran. Also stehen wir jetzt wieder auf dem McDonnell Range Cara Park und werden uns morgen die nähere Umgebung von Alice ansehen.

Und nun öffnet auch unsere zweite Besteckschublade selbsttätig….

 

 

5.6. Alice Springs - Simpson’s Gap – Standley Chasm – Ochre Pits – Ormiston Gorge – Alice Springs

 

Der heutige Tag war durch lockeres Sightseeing bestimmt.

Erste Station war Simpson’s Gap am frühen Morgen: eine sehr schöne, kurze Schlucht mit sandigem Boden, man konnte durch den Gap durchsehen, aber nicht hindurchgehen, da ein größerer Tümpel in dem ein Reiher fischte den Durchgang versperrte. Es war sehr wenig los, und wir genossen die himmlische Stille. Die Rock Wallabies blieben leider in ihren Verstecken.

Das Bewandern des Standley Chasm (in Privatbesitz) kostet 6 AU$ Eintritt pro Person. Der Weg dauert hin und zurück ca. 40 Minuten. Die Schlucht ist zum Teil sehr geröllig, sehr malerisch mit ihren steilen roten Wänden und zieht sich zum Ende hin immer schmaler zu.

Am Kiosk sahen wir bevor wir uns auf den Weg machten ein Black Footed Rock Wallaby. Noch eins posierte regelrecht in der Sonne in der Schlucht selber, als wir auf dem Rückweg waren. Dies werden wohl unsere schönsten Foto- und Filmaufnahmen eines wild lebenden Beutelhüpfers werden.

Am Ellery Creek Big Hole wollten wir eigentlich eine kurze Pause einlegen, aber leider waren dort lautstark irgendwelche Straßenarbeiten im Gang, so dass wir schnell wieder fuhren.

Nächster Halt waren die Ochre Pits, wo es es Ocker-Ablagerungen in Farbtönen von rot, weiß, gelb über schwarz zu sehen gibt. Selbst in der grellen Mittagssonne sehen die farblich gebänderten Wände sehr schön aus. Die Aborigines holen hier immer noch Ocker, das Aufsammeln und Mitnehmen ist strengstens verboten.

Die Ormiston Gorge ist sehr schön, der Weg bis zum Wasserloch (Schwimmen erlaubt) in der Schlucht nicht weit. Wir empfehlen unbedingt den Weg zum Ghost Gum Lookout hoch über der Schlucht zu gehen! Der mühsame Aufstieg wird nach kurzer Wanderung (30 Minuten hin und zurück) durch einen atemberaubenden Ausblick belohnt. Es gibt zwar nur auf dem letzten Stück Treppen und Geländer, der Pfad ist sehr schmal und windet sich immer am Hang entlang nach oben, aber selbst Claudias Höhenangst meldete sich nicht großartig, da es neben dem Pfad nicht senkrecht in die Tiefe geht.

Zwei Kängurus auf dem Rückweg nach Alice absolvierten eine Mutprobe, indem sie dicht vor uns über die Strasse sprangen. Das entschlossene Herabsetzen der Geschwindigkeit, bei gleichzeitigem Blutdruckanstieg des Fahrers, führte zum Bestehen der Mutprobe auf Seiten der Skippys. Auf dem Larapinta Drive vergnügten sich 3 Pferde auf dem Asphalt, allerdings hielten sie sich brav in der Nähe eines entsprechenden Warnschildes auf.

Es ging wieder zurück zum McDonnell Range Cara Park.

 

 

6.6. Alice Springs

 

Heute morgen war erst mal Wäschewaschen angesagt, dann fuhren wir zum Desert Park. Der ist sehr schön angelegt mit verschiedenen Wüstenbereichen, in denen die Fauna und Flora der australischen Wüste vorgestellt wird: Bushland, Woodland, Sand Plains, Clay- and Mudpans, Waterhole, Riverbed.

Ein Park, der zwar nicht so groß, aber genauso attraktiv und informativ ist wie der Territory Wildlife Park bei Darwin. Äußerst empfehlenswert! Eintritt: 18 AU$/Erwachsener.

Den Rest des Tages verbrachten wir nach dem Motto shop ‘til you drop in der Todd Mall.

 

 

7.6. Tanami Road: Alice Springs – Rabbit Flat Roadhouse (das abgelegenste Rasthaus Australiens)

 

Um 7 Uhr ging’s los. Bis zum Tilmouth Well Roadhouse (167 km) fuhr Claudia, da dieses Teilstück weitestgehend geteert ist. Torsten ist ein absoluter Offroad-Junkie und wollte somit die rein ungeteerte Strecke lieber für sich haben.

Am Roadhouse tankten wir nach und aßen jeder eine Sausage Roll (vorsichtshalber ohne Ketchup J ). Die Tanami bis Rabbit Flat ist gut, ab und zu Wellblech und Bulldust. Insgesamt zwei Road Trains kamen uns entgegen. Wir hielten vorsichtshalber am Straßenrand, und das war auch gut so, denn nachdem sie vorbei waren, waren wir  in eine dicke Staubwolke gehüllt.

Am Roadhouse bezahlt man fürs Bushcamp pro Nacht und Nase AU$ 3 plus AU$ 3 pro heißer Dusche (direkt am Roadhouse). Eine Wohltat!! Das Personal sitzt hinter einem vergitterten Tresen.

Am Bushcamp, das ca. 100 m vom Roadhouse weg ist, gibt es einen sehr sauberen Dunny (Plumpsklo). Dieser hat kein Dach, und Klopapier sowie nachts eine Taschenlampe muss man selber mitbringen. Im Bushcamp war eine sehr nette Bande. Dale, unser direkter Nachbar, lud uns ein, doch mit zum Campfire zu kommen (“You’re most welcome to join us”). Wir waren 12 und fuhren alle die Tanami Richtung Westen. Nach Erreichen des Highways werden sich dann die Wege trennen: entweder nach Broome, nach Kununurra oder zur Gibb River Road. Wir hatten einen sehr netten, vergnüglichen Abend mit Dale und Rose, Trevor und Yvi, Coral und Alan, Trish, Greg und Glenn und den anderen (wie sagte Trevor später so schön: er habe sich sowieso nicht alle Namen merken können, also habe er einfach jeden mit ‘mate’ angesprochen).

Benzin und Diesel ist in Rabbit Flat natürlich schweineteuer, Diesel kostet AU$ 1,55 der Liter.

 

 

8.6. Rabbit Flat – Wolfe Creek Meteor Crater – Halls Creek

 

Wir sind um 7h15 als erste aufgebrochen, alle winkten zum Abschied.

Die ersten 200 km waren in sehr gutem Zustand, mit Ausnahme der Strecke zwischen der Tanami Gold Mine und der Grenze zwischen Northern Territory und Westaustralien. An der Grenze stellten wir brav unsere Uhren um 1,5 Stunden zurück. Bis Billiluna war die Strasse gut planiert (haben den Grader gesehen), danach gab es stellenweise Wellblech und Auswaschungen. Wir haben verschiedene Welli-Schwärme gesehen sowie eine Schlange, die die Strasse überqueren wollte, aber uns zum Glück sah und wartete, bis wir vorbei waren.

Wolfe Creek Meteorite Crater ist unbedingt einen Besuch wert. Es war stark windig, aber sehr schön! Wolfe Creek ist der zweitgrößte Meteoritenkrater der Welt (der größte ist der Meteor Crater in Arizona), im Krater wachsen Bäume (in Arizona nicht), und die weißen Flecken am Boden sind Salz. Vom Kraterrand hat man einen phantastischen Blick : nur Landschaft soweit das Auge reicht, ab und zu eine Staubfahne von einem weit entfernt fahrenden Wagen.

Als nächstes fuhren wir über das Gebiet der Ruby Plains Station, die zum Kidman-Imperium gehört. Kurz vor Erreichen des Highways steht ein Quarantäne Container, in dem Obst, Gemüse, Nüsse, Saaten und Honig aufgrund der Quarantäne-Bestimmungen für die Kimberleys entsorgt werden müssen. Unsere Äpfel haben wir noch gegessen (das kann man wohl auch als Entsorgung werten) und den Honig brav versenkt.

Die anschließende Fahrt nach Halls Creek war ereignislos. Leider stehen wir wieder auf dem gleichen Campground wie vor fünf Jahren, denn Halls Creek hat nur den einen. Ganz offensichtlich wurde in den vergangenen fünf Jahren nichts mehr am Campground gemacht, die Betonterrassen z. B. bröseln so vor sich hin, und nach Besichtigung des ersten Waschblocks entschlossen wir uns, nur noch den zweiten zu benutzen. Dafür kostet der Spaß AU$ 21.

Wir setzten uns in den Wagen, um die erste mittlerweile volle Filmkassette anzusehen. Kaum waren wir fertig, fuhren zur unserer großen Freude Greg und Glenn sowie Trevor und Yvi auf den Platz. Bei Greg’s Anhänger war eine Feder gebrochen, die sie nun irgendwie/-wo reparieren lassen müssen. Auch Trevor und Yvi mussten etwas reparieren. Greg und Glenn stellten sich neben uns, Trevor und Yvi standen uns gegenüber.

Hierzu eine kleine Anekdote: ein paar Tage später las Torsten im “Australian” (Tageszeitung), dass in Brüssel 15°C bei Regen waren. Trevor meinte dazu, sie hätten zuhause jetzt das gleiche Wetter. Er hatte allerdings nicht bedacht, dass in Victoria jetzt Winter ist, in Europa aber Sommer… (sein sollte!!!).

Greg hatte seine Farm verkauft und einen ausgemusterten Hertz Pop Top Landcruiser erstanden und fährt nun für ein paar Monate mit Glenn durch Australien. Die beiden sind ungefähr in unserem Alter und sehr nett. Trevor ist schon pensioniert, aber Yvi arbeitet noch, hat aber bis September Urlaub (die Glückliche), und so sind sie dem Winter in Victoria entflohen.

Der Abend mit den vier war sehr lang, sehr nett, wir unterhielten uns blendend. Zur Krönung spielte Greg uns noch etwas auf seinem Didj vor.

 

 

weiter lesen, Teil 2

 

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