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Wir sind
um kurz nach vier Uhr morgens (!!) gelandet. Um halb sechs waren wir schon
im Poinciana Inn. Es gab hier eine angenehme Überraschung: trotz der frühen
Stunde durften wir netterweise schon aufs Zimmer, ohne einen Zuschlag zu
zahlen. Damit konnten wir uns nach 22-stündiger Flugzeit erst mal die
Schlafmützen anziehen und haben bis halb zehn geschlafen (eigentlich war
der Wecker auf halb acht gestellt, aber wir haben ihn überhört) und
haben den ersten Tag Down Under mit Bummeln in Darwin’s Smith Street
Mall, im Bicentennial Park und einem Nickerchen am Nachmittag verbracht.
Der Abend wurde mit einem superleckeren Prime Rib Steak – nicht zu
vergessen der Mississippi Mud Cake!!! - im Hog’s Breath Café gekrönt
(das praktischerweise nur 2 Minuten zu Fuß weg ist vom Poinciana Inn). Um
22 Uhr lagen wir in der Falle.
Der
Einfachheit halber frühstückten wir im Hotel. Das Buffet war gut
sortiert, der Kaffee gut und stark J.
Anschließend ging es per Taxi zu Kea, um unseren Landcruiser-Camper zu übernehmen.
Die Übergabe machte Günther, ein deutscher Auswanderer. Er will bald ins
südliche Australien umsiedeln, da ihm die Wet im Top End inzwischen zu heiß
ist. Unser Wagen ist prima, allerdings öffnet eine der Schubladen selbständig
in Rechtskurven. Müssen wir irgendwie fixieren, ansonsten macht sich das
Besteck selbständig. Im Casuarina Shopping Square erledigten wir die
notwendigen Einkäufe und entschlossen uns dann spontan, nach Berry
Springs zum uns schon bekannten Tumbling Waters Caravan Park durchzufahren
(s. Bericht 1999). Leider besuchte uns dieses Mal jedoch kein Wallaby,
dabei standen wir zufällig sogar wieder auf dem gleichen Platz wie
damals. Die
Nacht war für Claudia nicht so schön: sie hat sich durch die
Klimaanlagen im Flugzeug und am Flughafen in Singapur so richtig schön
erkältet.
Torsten
hatte Erbarmen und fuhr bis auf 50 km die Strecke alleine (ges. 784 km).
Claudia saß schniefend daneben. Die Schublade haben wir erst mal mit
Pflastern fixiert. Bei einem 90-minütigen Aufenthalt in Katherine
erstanden wir Cloth Tape (kräftiges Textil-Klebeband). Es ist so gut wie
Duct Tape, das uns wiederum im letzten Urlaub gute Dienste geleistet hat
(Sprung in der Windschutzscheibe, kaputter Stuhl…). Wir haben es auch für
Torstens Bett benutzt. Das Bett besteht aus Bretten, die nach Hochklappen
des Dachs auf Schienen aufgelegt werden. Leider fehlen an den Schienen
Stopper, und Torsten bewegt sich im Schlaf sehr viel. Nach der ersten
Nacht klaffte denn auch prompt ein immerhin gut 10 cm breiter Spalt
zwischen dem ersten und zweiten Brett. Um einer ungewollten und wohl eher
unsanften nächtlichen Landung auf Claudia, die unten schläft,
vorzubeugen, wurden das erste und zweite Brett mit dem Tape
aneinandergeklebt. Mal sehen, ob’s hält. Dann mussten wir noch einen
Hammer fürs Einschlagen der Heringe der Plane kaufen. Torsten ist ja
nicht gerade ein Schwächling, aber auch nicht Obelix! (der ja bekanntermaßen
Nägel mit dem Finger in die Wand drückt). Die Fahrt an sich war nicht
sehr ereignisreich, wir haben aber sehr viele Kites (Milane) gesehen sowie
ein Ehepaar, die fröhlich mit ihrem gemieteten Britz Explorer durch die
Lande fuhren und nicht mal merkten, dass die Klappe ihres Gasflaschenfachs
auf war, obwohl die Klappe rhythmisch gegen die Seitenwand ihres Campers
schlug. Am
Renner Springs Roadhouse gibt es einen einfachen, aber netten Campingplatz, der recht gut besucht ist. Jetzt um 20h30 kommen noch viele
Road Trains an und vorbei. Ganz schön beeindruckend, immerhin ist hier
das Roadhouse selber die einzige Lichtquelle bei Nacht, aber die Road
Trains hört man schon lange bevor man sie sieht. Allerdings hoffen wir
schon, dass der rege Verkehr bald nachlässt, denn der Campingplatz ist
mehr oder weniger direkt neben dem Highway. Hier
haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass Rinder eine besondere Tierart
sind. Wenn sie erst mal geschlachtet und halbiert in einem Kühltransport
gelandet sind, machen sie wesentlich mehr Krach als zu Lebzeiten. Wir
hatten leider das Pech, dass für ein paar Stunden ein Road Train mit
laufendem Kühlgenerator abgestellt wurde und einen nicht unerheblichen Lärm
produzierte.
Heute am
frühen Morgen wurde unser Schlaf rüde durch den starken Wind
unterbrochen, der uns und den Wagen durchrüttelte. Um 3h30 begab sich
Torsten eiligst nach draußen, um unsere Schutzmarkise am Wegfliegen zu
hindern. Nach dem
Frühstück betätigte Claudia sich als Rambo und riss einen der Haken,
die während der Fahrt das Hubdach halten sollen, aus seiner Führung.
Torsten ist zum Glück handwerklich geschickter und hat das Ganze wieder
repariert – 45 Minuten hat uns dieser Akt der Zerstörungswut gekostet J.
Der Schraubenzieher kam in Alice Springs noch einmal zum Einsatz, als ein
Bloke auf dem Parkplatz von Coles Torsten fragte, ob er zufällig einen
dabeihabe. Er musste seinen eigenen Kofferraum aufbrechen, weil er seine
Autoschlüssel darin eingesperrt hatte. Die
Fahrt nach Alice verlief ohne besondere Ereignisse. Es war sehr windig.
Unterwegs immer wieder tote Kängurus auf der Strasse, die den allgegenwärtigen
Krähen zum Festessen wurden. Es fällt auf, dass die Krähen das
Aas-Geschäft voll und ganz beherrschen. Die noch vor fünf Jahren häufigen
Keilschwanzadler sind ein Anblick, der selten geworden ist. Am
Wendekreis des Steinbocks bannten wir unsere immerhin schon fünfte Überquerung
auf Foto und Film. Den
McDonnell Range Caravan Park ein paar km südlich von Alice (BIG 4 = 10% Ermäßigung
für Kea und andere Mietwagen) haben wir nach einem kurzen, wenn auch
unfreiwilligen Abstecher zum Flughafen fast sofort gefunden. Dieser
Caravan Park ist schön angelegt, und hat pieksaubere Waschräume.
Heute
waren um 6h30 nur 8°C, zu kalt zum wohlfühlen. Um halb acht sind wir
losgekommen. Zunächst sahen wir kaum jemanden auf der Strasse, nur wieder
massenweise Krähen und hin und wieder Adler und Milane. Um halb zehn gönnten
wir uns am Erldunda Roadhouse einen Hamburger (sehr lecker) und tankten
bei der Gelegenheit gleich. In Yulara kann es nur teurer sein! Dann
ging’s auf den Lasseter Highway, auf dem wir mehr Fahrzeugen begegneten.
Erfreulicherweise für uns waren es im wesentlichen Wohnmobile und
Wohnwagen in Gegenrichtung. Etwa 40 km vor Yulara sahen wir riesige
Rauchschwaden von Buschbränden, die zum Glück weit genug entfernt vom
Highway, vom Resort und vom Rock waren. Vielleicht waren dies
kontrollierte Brände. Im
Yulara Shopping Center haben wir jeder einen zweiten Fleece-Pullover
erstanden, denn die kalten Abende sind ohne warme Kleidung ziemlich ungemütlich.
Um halb sechs (kurz vor Sonnenuntergang) waren noch angenehme 20,5°C, um
kurz vor 7 schon nur noch 14°C. Hier im
Zentrum beherrschen das Gold des Spinifex und die orangerote Erde das
Bild. Unsere Stiefel sind inzwischen auch nicht mehr im ursprünglichen
Schwarz bzw. Dunkelbraun, sondern mit einer dicken roten Staubschicht überzogen. Auf dem
Campingplatz hat sich jemand so dicht an uns herangestellt, dass wir sein
Rülpsen nicht nur hören, sondern auch riechen können. Abends
schrieben wir die ersten Postkarten und gönnten uns den Sonnenuntergang
von einer der beiden Aussichts-Sanddünen im Resort. Trotz
der morgens mit 5°C wenig einladenden Temperatur haben wir uns um 7h22
den Sonnenaufgang über Uluru und Kata Tjuta angesehen. Danach waren wir
so durchgefroren, dass uns erst nach ca. zwei Stunden wieder warm geworden
war. Ein
kurzer Abstecher zur Post und zum Supermarkt, dann machten wir uns um halb
elf auf in den National Park (15 km vom Resort). Dort machten wir einen
kleinen Spaziergang und genehmigten uns dann den wohlverdienten Snack am
(nicht auf dem) Climb. Dabei haben wir denen zugesehen, die unbedingt
ihren sportlichen Ehrgeiz beweisen mussten. Im Cultural Centre haben wir
einen informativen Rundgang gemacht (immerhin ist unser erster Besuch
schon fünf Jahre her) und fuhren dann zu Kata Tjuta. Auch dies war
absolut beeindruckend, wie schon bei unserem ersten Besuch. Wir haben im
Tal der Winde eine kurze Wanderung bis zum Karu Lookout (40 Min. hin und
zurück) mit wunderschöner Aussicht gemacht. Kurzentschlossen
fuhren wir um 15h00 zum Sunset Carpark beim Uluru
zurück und gönnten uns
den Anblick aus größerer Nähe als vom Resort aus. Das Farbenspiel ist
wahrhaft phantastisch! Damit schloss sich Kreis wieder – ein runder Tag! PS. In
der Ferne loderte wieder ein Buschfeuer. Heute Abend
war es etwas wärmer als gestern, um 21h15 immerhin noch 13°C (gestern
nacht waren es am Ende nur noch 4°C).
Wie sind
bei starker Bewölkung, die sich erst kurz vor dem King’s Canyon Resort
lichtete, in Yulara aufgebrochen. Die Morgentemperatur von 6°C steigerte
auch nicht gerade den Wohlfühlfaktor. Da gibt es nur ein Ziel: möglichst
schnell losfahren, denn sobald der Motor läuft, kann der Wagen beheizt
werden. Auch über Mount Conner war der Himmel eher trübe, so dass wir
auf eine weiteres Photo verzichteten. Auf der Luritja Road zum King’s
Canyon haben wir eine Gruppe von einem halben Dutzend roten Kängurus
(also Böcke, vielleicht ein Junggesellen Club?) gesehen, die anscheinend
wohlwollend in Betracht gezogen hatten, für ein Foto zu posieren. Ein uns
überholendes Auto führte allerdings zu einer abrupten Meinungsänderung
und als die Kamera schussbereit war, waren sie längst im Buschland
untergetaucht. Das
King’s Canyon Resort ist sehr schön angelegt (schöner als Yulara
unserer unmaßgeblichen Meinung nach), mit ausreichendem Platzangebot. Wir
stehen am Rande einer Reihe mit Blick auf die
Ranges, in denen sich auch
der Canyon befindet. Zunächst
legten wir eine Pause auf dem Campingplatz ein zwecks Sonnenbad und
Waschen von Claudias Jeans. Die Technik beim Öffnen der in Oz üblichen
Ketchup- Portionsdöschen war ihr leider nicht mehr geläufig, und so
verzierte sie ihre noch saubere Jeans mit aparten roten Spritzern. Zwei
Tauben erkoren uns spontan zu ihren ‘mates’ und ließen sich recht und
links von uns ebenfalls zum Sonnenbad nieder. Anschließend
ging’s die 7 km zum Canyon zurück. Da es bereits 3 Uhr nachmittags war,
um 18h00 die Sonne untergeht, aber der Rim Walk 3,5 Stunden dauert,
machten wir mit leisem Bedauern nur die Wanderung in den Canyon hinein (2
km hin und zurück). Aber diese Wanderung ist auch sehr malerisch, mit
River Red Gums (die Stämme sind aber weiß) und den roten Felswänden des
Canyons. Teilweise läuft man durch das trockene, geröllige Bett des King
River. Die auf
dem Campingplatz in Massen vorhandenen Galahs lieferten heute Abend beim
Aufsuchen ihrer Schlafbäume eine beeindruckende Flugshow und
demonstrierten vor allem ihre Tiefflugkünste. Abends
gegen neun Uhr frischte der Wind kräftig auf, aber der Himmel war
sternenklar.
Nach
Beschaffung des notwendigen Permit (AU$ 2,20 mit kleiner Broschüre) haben
wir uns auf den Mereenie Loop begeben, eine Schotterstrasse in gutem
Zustand mit stellenweise Wellblech. Nach einigen Kilometern geht sie in
den Larapinta Drive über, eine dirt road mit vielen Schlaglöchern (ab
Hermannsburg geteert). Wir wähnten uns nach Afrika versetzt, als plötzlich
eine kleine Herde wilder Dromedare vor uns auf der Strasse stand. Auf dem
Mereenie Loop gibt es eine einzige Stelle, an der man eine Pause einlegen,
aber nicht übernachten darf. Als wir am Aussichtspunkt rausfuhren, um den
Blick zu genießen, sahen wir dort zwei Exemplare unserer Spezies, die
sichtlich schuldbewusst dabei waren, ihr Zelt abzubrechen. Nach 195
km hatten wir Hermannsburg, eine frühere deutsche Missionarsstation
erreicht. Dort sahen wir uns den Kata Anga Tea Room mit seiner Ausstellung
über die lutherischen Missionare und ein paar der alten Missionsgebäude
an und machten uns dann auf ins Palm Valley im Finke River National Park. Der
Track (21 km) folgt weitgehend dem Finke River, in dessen trockenen
Flussbett man z. T. fährt. Der Weg auf Sand, Schotter oder Kies ist
problemlos, wenn auch manchmal holprig. Nach ca. 18 km ändert sich die
Lage drastisch und man holpert und schlingert für 4 km, für die man ca.
30 Minuten braucht, auf Steinen und Felsen umher. Torsten fuhr ungeachtet Claudias
gelegentlicher Bedenken ob der Höhe von natürlichen Steinstufen bis zum
Parkplatz und hatte einen Riesen Spaß dabei. Das Palm
Valley ist einmalig und wunderschön. In ihm wachsen zwei lebende
Fossilien: Cycads und Red Cabbage
Palms, letztere soll es nur hier geben.
Die ausgewachsenen Exemplare sind ca. 200 Jahre alt. Während einer einstündigen
Wanderung durch das Flussbett ein Stück ins Tal hinein, und dem anschließenden
Aufstieg zum Wanderweg in luftiger Höhe über dem Tal haben wir unsere
durcheinandergeschüttelten Knochen wieder in die richtige Position
gebracht, bevor sie auf dem Rückweg wieder wie die Flocken einer
Schneekugel durcheinander gewirbelt wurden. Am Ende
des Pfades fehlen ein paar Marker, so dass nicht nur wir erst mal nach dem
richtigen Abstieg suchen mussten. Spontan
wollten wir noch nach Glen Helen fahren anstelle im Palm Valley zu
bleiben, aber es war schon später Nachmittag und Alice Springs dichter
dran. Also stehen wir jetzt wieder auf dem McDonnell Range Cara Park und
werden uns morgen die nähere Umgebung von Alice ansehen. Und nun
öffnet auch unsere zweite Besteckschublade selbsttätig….
Der
heutige Tag war durch lockeres Sightseeing bestimmt. Erste
Station war Simpson’s Gap am frühen Morgen: eine sehr schöne, kurze
Schlucht mit sandigem Boden, man konnte durch den Gap durchsehen, aber
nicht hindurchgehen, da ein größerer Tümpel in dem ein Reiher fischte
den Durchgang versperrte. Es war sehr wenig los, und wir genossen die
himmlische Stille. Die Rock Wallabies blieben leider in ihren Verstecken. Das
Bewandern des Standley Chasm (in Privatbesitz) kostet 6 AU$ Eintritt pro
Person. Der Weg dauert hin und zurück ca. 40 Minuten. Die Schlucht ist
zum Teil sehr geröllig, sehr malerisch mit ihren steilen roten Wänden
und zieht sich zum Ende hin immer schmaler zu. Am Kiosk
sahen wir bevor wir uns auf den Weg machten ein Black Footed Rock Wallaby.
Noch eins posierte regelrecht in der Sonne in der Schlucht selber, als wir
auf dem Rückweg waren. Dies werden wohl unsere schönsten Foto- und
Filmaufnahmen eines wild lebenden Beutelhüpfers werden. Am
Ellery Creek Big Hole wollten wir eigentlich eine kurze Pause einlegen,
aber leider waren dort lautstark irgendwelche Straßenarbeiten im Gang, so
dass wir schnell wieder fuhren. Nächster
Halt waren die Ochre Pits, wo es es Ocker-Ablagerungen in Farbtönen von
rot, weiß, gelb über schwarz zu sehen gibt. Selbst in der grellen
Mittagssonne sehen die farblich gebänderten Wände sehr schön aus. Die
Aborigines holen hier immer noch Ocker, das Aufsammeln und Mitnehmen ist
strengstens verboten. Die
Ormiston Gorge ist sehr schön, der Weg bis zum Wasserloch (Schwimmen
erlaubt) in der Schlucht nicht weit. Wir empfehlen unbedingt den Weg zum
Ghost Gum Lookout hoch über der Schlucht zu gehen! Der mühsame Aufstieg
wird nach kurzer Wanderung (30 Minuten hin und zurück) durch einen
atemberaubenden Ausblick belohnt. Es gibt zwar nur auf dem letzten Stück
Treppen und Geländer, der Pfad ist sehr schmal und windet sich immer am
Hang entlang nach oben, aber selbst Claudias Höhenangst meldete sich
nicht großartig, da es neben dem Pfad nicht senkrecht in die Tiefe geht. Zwei Kängurus
auf dem Rückweg nach Alice absolvierten eine Mutprobe, indem sie dicht
vor uns über die Strasse sprangen. Das entschlossene Herabsetzen der
Geschwindigkeit, bei gleichzeitigem Blutdruckanstieg des Fahrers, führte
zum Bestehen der Mutprobe auf Seiten der Skippys. Auf dem Larapinta Drive
vergnügten sich 3 Pferde auf dem Asphalt, allerdings hielten sie sich
brav in der Nähe eines entsprechenden Warnschildes auf. Es ging
wieder zurück zum McDonnell Range Cara Park.
Heute
morgen war erst mal Wäschewaschen angesagt, dann fuhren wir zum Desert
Park. Der ist sehr schön angelegt mit verschiedenen Wüstenbereichen, in
denen die Fauna und Flora der australischen Wüste vorgestellt wird:
Bushland, Woodland, Sand Plains, Clay- and Mudpans, Waterhole, Riverbed. Ein
Park, der zwar nicht so groß, aber genauso attraktiv und informativ ist
wie der Territory Wildlife Park bei Darwin. Äußerst empfehlenswert!
Eintritt: 18 AU$/Erwachsener. Den Rest
des Tages verbrachten wir nach dem Motto shop
‘til you drop in der Todd Mall.
Um 7 Uhr
ging’s los. Bis zum Tilmouth Well Roadhouse (167 km) fuhr Claudia, da
dieses Teilstück weitestgehend geteert ist. Torsten ist ein absoluter
Offroad-Junkie und wollte somit die rein ungeteerte Strecke lieber für
sich haben. Am
Roadhouse tankten wir nach und aßen jeder eine Sausage Roll
(vorsichtshalber ohne Ketchup J
). Die Tanami bis Rabbit Flat ist gut, ab und zu Wellblech und Bulldust.
Insgesamt zwei Road Trains kamen uns entgegen. Wir hielten vorsichtshalber
am Straßenrand, und das war auch gut so, denn nachdem sie vorbei waren,
waren wir in eine dicke Staubwolke gehüllt. Am
Roadhouse bezahlt man fürs Bushcamp pro Nacht und Nase AU$ 3 plus AU$ 3
pro heißer Dusche (direkt am Roadhouse). Eine Wohltat!! Das Personal
sitzt hinter einem vergitterten Tresen. Am
Bushcamp, das ca. 100 m vom Roadhouse weg ist, gibt es einen sehr sauberen
Dunny (Plumpsklo). Dieser hat kein Dach, und Klopapier sowie nachts eine
Taschenlampe muss man selber mitbringen. Im Bushcamp war eine sehr nette
Bande. Dale, unser direkter Nachbar, lud uns ein, doch mit zum Campfire zu
kommen (“You’re most welcome to join us”). Wir waren 12 und fuhren
alle die Tanami Richtung Westen. Nach Erreichen des Highways werden sich
dann die Wege trennen: entweder nach Broome, nach Kununurra oder zur Gibb
River Road. Wir hatten einen sehr netten, vergnüglichen Abend mit Dale
und Rose, Trevor und Yvi, Coral und Alan, Trish, Greg und Glenn und den
anderen (wie sagte Trevor später so schön: er habe sich sowieso nicht
alle Namen merken können, also habe er einfach jeden mit ‘mate’
angesprochen). Benzin
und Diesel ist in Rabbit Flat natürlich schweineteuer, Diesel kostet AU$
1,55 der Liter.
Wir sind
um 7h15 als erste aufgebrochen, alle winkten zum Abschied. Die
ersten 200 km waren in sehr gutem Zustand, mit Ausnahme der Strecke
zwischen der Tanami Gold Mine und der Grenze zwischen Northern Territory
und Westaustralien. An der Grenze stellten wir brav unsere Uhren um 1,5
Stunden zurück. Bis Billiluna war die Strasse gut planiert (haben den
Grader gesehen), danach gab es stellenweise Wellblech und Auswaschungen.
Wir haben verschiedene Welli-Schwärme gesehen sowie eine Schlange, die
die Strasse überqueren wollte, aber uns zum Glück sah und wartete, bis
wir vorbei waren. Wolfe
Creek Meteorite Crater ist unbedingt einen Besuch wert. Es war stark
windig, aber sehr schön! Wolfe Creek ist der zweitgrößte
Meteoritenkrater der Welt (der größte ist der Meteor Crater in Arizona),
im Krater wachsen Bäume (in Arizona nicht), und die weißen Flecken am
Boden sind Salz. Vom Kraterrand hat man einen phantastischen Blick : nur
Landschaft soweit das Auge reicht, ab und zu eine Staubfahne von einem
weit entfernt fahrenden Wagen. Als nächstes
fuhren wir über das Gebiet der Ruby Plains Station, die zum
Kidman-Imperium gehört. Kurz vor Erreichen des Highways steht ein Quarantäne
Container, in dem Obst, Gemüse, Nüsse, Saaten und Honig aufgrund der
Quarantäne-Bestimmungen für die Kimberleys entsorgt werden müssen.
Unsere Äpfel haben wir noch gegessen (das kann man wohl auch als
Entsorgung werten) und den Honig brav versenkt. Die anschließende
Fahrt nach Halls Creek war ereignislos. Leider stehen wir wieder auf dem
gleichen Campground wie vor fünf Jahren, denn Halls Creek hat nur den
einen. Ganz offensichtlich wurde in den vergangenen fünf Jahren nichts
mehr am Campground gemacht, die Betonterrassen z. B. bröseln so vor sich
hin, und nach Besichtigung des ersten Waschblocks entschlossen wir uns,
nur noch den zweiten zu benutzen. Dafür kostet der Spaß AU$ 21. Wir
setzten uns in den Wagen, um die erste mittlerweile volle Filmkassette
anzusehen. Kaum waren wir fertig, fuhren zur unserer großen Freude Greg
und Glenn sowie Trevor und Yvi auf den Platz. Bei Greg’s Anhänger war
eine Feder gebrochen, die sie nun irgendwie/-wo reparieren lassen müssen.
Auch Trevor und Yvi mussten etwas reparieren. Greg und Glenn stellten sich
neben uns, Trevor und Yvi standen uns gegenüber. Hierzu eine kleine Anekdote: ein paar Tage später las Torsten im “Australian” (Tageszeitung), dass in Brüssel 15°C bei Regen waren. Trevor meinte dazu, sie hätten zuhause jetzt das gleiche Wetter. Er hatte allerdings nicht bedacht, dass in Victoria jetzt Winter ist, in Europa aber Sommer… (sein sollte!!!). Greg
hatte seine Farm verkauft und einen ausgemusterten Hertz Pop Top
Landcruiser erstanden und fährt nun für ein paar Monate mit Glenn durch
Australien. Die beiden sind ungefähr in unserem Alter und sehr nett.
Trevor ist schon pensioniert, aber Yvi arbeitet noch, hat aber bis
September Urlaub (die Glückliche), und so sind sie dem Winter in Victoria
entflohen. Der
Abend mit den vier war sehr lang, sehr nett, wir unterhielten uns
blendend. Zur Krönung spielte Greg uns noch etwas auf seinem Didj vor.
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