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Wir
fuhren alle noch einmal zum Shopping Center um Brot zu kaufen. Auf dem
Parkplatz mussten wir dann Abschied nehmen. Es war ein trauriger Moment,
decken wir den Mantel des Schweigens darüber. Wenn es auch noch so schwer
fiel, Trevor und Evie mussten nach Süden, wir nach Norden. Die ersten
Kilometer auf dem Stuart Hwy verbrachten wir recht schweigsam. Über ein
Jahr wird ins Land gehen, bevor wir uns wiedersehen, aber zum Glück gibt
es ja Telefon und E-Mail, wenn die normale Post zu langsam ist! Am
Adelaide River Inn angekommen, stellten wir fest, dass wir einen
Denkfehler gemacht hatten, denn die Jumping Crocs Tours gehen weiter nördlich
ab. Also entschieden wir, in den Kakadu National Park zu fahren. Wir
fuhren 100 km auf dem Stuart Highway zurück, beobachten dabei wie ein
Road Train mit voller Länge von über 50 Metern einen anderen, ebenso
langen überholte, und bogen dann nach links ab auf die unasphaltierte
Straße über Hayes Creek zum Kakadu Highway. Die Straße, der Goldfields
Loop, ist rau mit
vielen Kurven, Dips, einer nassen Flussdurchfahrt und stellenweise
steinigem Belag. Nach der zweiten Überquerung der Darwin – Alice
Springs Eisenbahntrasse (noch im Bau) gab es teilweise Wellblech. Wir sind
an einer Gabelung durch ein verwittertes Schild, das auf beschränktes
Zugangsrecht zu einer Goldmine hinwies, in die falsche Richtung gefahren.
Auf diesem Schild muss einmal ein Pfeil nach links gewiesen haben. Wir
drehten um und fuhren zurück. Von der Hayes Creek Abzweigung bis zum
Kakadu Highway brauchten wir ca. 90 Minuten für 81 km. Im
Kakadu NP blieben wir zwei Nächte im Gunlom Bushcamp. Es ist sehr schön
gelegen am Waterfall Creek, mit schattigen Standplätzen, warmen Duschen
und Toiletten mit Wasserspülung. Die Campgebühren werden kurz vor
Sonnenuntergang vom Camp Host eingesammelt (5,40 AU$ pro Person und
Nacht). Die Zufahrt zum Camp ist eine 39 km lange Dirt Road mit Wellblech
und etwas Sand, wir brauchten etwa 30 Minuten. Wir ertappten uns bei der
Besichtigung des Camps immer wieder bei Bemerkungen wie „Das würde Evie
gefallen“ oder „Das müsste Trevor sehen“. Dies war
nach zwei Wochen der erste Abend ohne Evie und Trevor, wir waren ungewohnt
früh im Bett. Bierdosenzerdrücken macht alleine auch keinen Spaß, es
ist definitiv ein Gesellschaftsspiel!
Den
ganzen Vormittag blieben wir auf unserem Stellplatz und ließen den lieben
Gott einen guten Mann sein. Nach der Mittagszeit und somit größten Hitze
rafften wir uns dann zu einem Spaziergang zum Wasserfall
und ‘plunge pool’
(natürliches, potentiell sicheres Schwimmbecken) auf. Anschließend
marschierten wir noch die zweieinhalbe Kilometer zum Billabong des South
Alligator River und zum Fluss selber. Der Billabong war schon relativ
klein, wurde aber noch von Kakadus und Reihern frequentiert. Der South
Alligator war sehr flach und floss gemütlich vor sich hin. Das Wasser war
glasklar, wenn wir gewollt hätten, hätten wir ohne Probleme auf die
andere Seite laufen können. Auf dem Rückweg zum Camp
versuchten wir noch Rabenkakadus, die am Billabong tranken, zu
fotografieren, aber leider waren sie für unser Teleobjektiv zu weit weg
und wir hätten höchstens Suchbilder machen können. Also ließen wir es,
beobachteten sie aber noch eine Weile. Nach
Einbruch der Dunkelheit wurden wir und der Rest des Camps überraschenderweise
von drei Japanern, einem jungen Mann und zwei jungen Frauen, unterhalten.
Sie spielten Didgeridoo, Emu-Caller (eine kurzes Stock hohler Baumstamm,
das man senkrecht hält und mit der Handfläche auf das obere Ende schlägt.
Das Geräusch hört sich so an wie das typische glucksende Geräusch der
Emus) und führten einen Feuertanz (mit Fackeln) auf. Das Ganze sah sehr
professionell aus, und einige Camper kamen vom anderen Ende des Platzes,
um sich das Schauspiel anzusehen.
Um nicht
die ganze Zeit auf Teerstraßen fahren zu müssen, hatten wir uns
entschlossen, über die Jim Jim Road – auch bekannt als Old Darwin Road
– vom Kakadu zum Arnhem Highway zu fahren. Wir hatten wieder Glück,
denn die Straße war kurz zuvor ausgebessert worden. Es gab kaum
Wellblech, die teilweise schweren Auswaschungen waren aufgefüllt worden.
Das Durchfahren des South
Alligator River war problemlos, allerdings hatte die Furt einen
steinigen Grund, der recht holprig war. Die anderen drei nassen Creeks,
die wir durchfahren mussten, hatten sandigen Boden. Wir begegneten nur
einem anderen Wagen und kamen an einer großen Basis der australischen
Luftwaffe vorbei. Auf dem Arnhem Highway fuhren wir unmittelbar hinter der
Brücke über den Adelaide River links ab zu den Jumping Crocodiles Tours.
Unser Timing war gut, die nächste Tour ging eine Stunde später los, so
dass wir noch ein bisschen auf der Terrasse am Spielplatz vor uns hindösen
konnten. Die Tour dauerte knapp zwei Stunden. Unser weiblicher Steuermann
und weiblicher Krokodil-Fütterer fuhren mit uns ein Stück den Adelaide
River hoch. Der Fluss ist sehr breit und stellenweise bis 11 Meter
tief. Das Wasser ist schlammig. Ein paar der großen Krokodile sind schon
seit Jahren bei der Fütterung dabei. Wohlgemerkt, dies sind alles wilde
Krokodile, die das Boot kennen und wissen, dass sie dort ein
“Leckerchen” bekommen. Allerdings bekommen sie nie so viel zu fressen,
dass sie nicht mehr selber jagen müssen. Die meisten Krokodile haben
Namen. Die Boote sind zweistöckig, unten sitzt man hinter Glas, da man
sozusagen auf Augenhöhe mit den schwimmenden Crocs ist, die obere Etage
ist offen aber überdacht. Die Reling ist schätzungsweise einen Meter
hoch. Man erklärte uns, dass die Sitzkissen der langen Sitzbänke auch
als Rettungskissen dienen, falls das Boot kentern sollte – was natürlich
unwahrscheinlich ist. Die Anmerkung zu den Kissen löste unter allen oben
sitzenden Passagieren ungewollte Heiterkeit aus, da sich niemand
vorstellen konnte, dass man bei der großen Krokodil-Population des
Flusses überhaupt heil an Land käme. Außerdem erfuhren wir, dass
neueste wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, dass Krokodile von
leuchtenden Farben angezogen werden, vor allem Rot, Orange und Gelb. Aller
Augen richteten sich auf eine Passagierin, die ein gelbes Top und eine
orangefarbene Shorts trug. Die Kissen der Sitzbänke waren übrigens
rot… Unser Skipper erzählte des weiteren, dass vor einigen Wochen eine
Frau von der oberen Etage des Bootes heruntergefallen war. Hin und wieder
wird das Boot auf der Stelle gedreht, um am jeweiligen Croc dranzubleiben.
Vermutlich hatte sie sich zu weit über die Reling gelehnt und bei einer
Drehung (wenn auch langsam) das Gleichgewicht verloren. Ein Croc war ganz
in der Nähe und erhoffte sich wohl mehr als ein paar läppische gefrorene
Schweinekoteletts und nahm Kurs auf die Arme. Die Besatzung der Adelaide
River Queen warf zunächst eine gelbe Schwimmweste und dann einen
Rettungsring in den Fluss. Das lenkte das Croc so lange ab, dass sie die
Frau wieder heil und sicher ins Boot ziehen konnten. Es ist
wirklich beeindruckend, Leistenkrokodile ungefähr drei Meter von einem
selber entfernt aus dem Fluss springen
zu sehen, um sich die vermittels einer langen Stange angebotenen
Schweinekoteletts zu holen. Je jünger und kleiner und somit leichter das
Croc, desto weiter kommt es aus dem Wasser heraus. Die größten waren
ungefähr viereinhalbe Meter lang und mussten somit Männchen sein, da
Weibchen fast nie so groß werden. Sidewinder, Nobby, Lethal Lizzie,
Caspar und die anderen gaben mit Erfolg einen Eindruck der enormen Kraft
dieser Echsen. Das kleinste war noch sehr jung und nur etwas länger als
einen Meter, dafür sprang es mit seiner ganzen Länge aus dem Wasser. Sie
nannten es “Killer”, was für
viel Gelächter an Boot sorgte, das quittiert wurde mit den Worten
“Irgendwann ist er einer!” Killer selber dümpelte nach seinem letzten
Sprung neben dem Boot im Wasser und beobachtete uns, als dachte er
“Kommt in 20 oder 30 Jahren wieder, dann lacht ihr nicht mehr… “ Die
Suche nach den beiden sechs Meter langen Krokodilen – eines davon heißt
Bogart – blieb leider erfolglos, anscheinend hatten sie keinen Hunger.
Das größte in der Gegend gefangene Croc lebte im Litchfield NP, war
siebeneinhalb Meter lang und hieß “Shredder”. Shredder hatte zuvor
den ursprünglichen Herrn des betreffenden Reviers “geshreddert”,
daher der Name. Sein Opfer war ein sieben Meter langes Männchen und hieß
“Awesome”, das bedeutet großartig, furchteinflößend,
ehrfurchtgebietend. Anscheinend doch nicht ganz so furchteinflößend. Zurück
zu den springenden Krokodilen
des Adelaide River: wir hatten irgendwo gelesen, dass auf dem Stück
Fluss, das die Adelaide River Queen auf ihren Touren abfährt, der
Krokodilbestand auf 1800 Tiere geschätzt wird. Definitiv also kein guter
Platz zum Schwimmen! Auf der
Tour wurden auch Weißbauchseeadler gefüttert, sie holten sich ihr
Fleisch im Flug von der Stange, und Milane.
Den Milanen (kites), die das Boot schon seit einiger Zeit erwartungsvoll
begleitet hatten, wurden Fleischbrocken hingeworfen, die sie in der Luft
fangen und im Flug fraßen. Letztere Technik beherrscht anscheinend keine
andere Greifvogelart. Nach der
Tour fuhren wir zum Howard
Springs Caravan Park und buchten für vier Nächte einen Stellplatz. Für
die letzte Nacht hatten wir ja schon eine Cabin vorgebucht, und als wir
Ross und Viv darauf hinwiesen, waren sie sehr erfreut, dass wir ihnen treu
geblieben waren. Der Platz war zwar brechend voll, aber wir hatten Glück:
da wir keinen Strom brauchten, hätten wir uns noch auf den großen Platz
für Zelte und andere Camper ohne Strombedarf stellen können. Der war
aber schon ziemlich voll. Ross hatte uns gleich angeboten, den
Notstellplatz am Eingang zu nehmen. Dort haben wir keine direkten
Nachbarn, eine betonierte Terrasse und einen Wasseranschluss sowie eine Mülltonne
direkt am Platz. Nach
Einbruch der Dunkelheit hörten wir etwas in den Bäumen hinter unserem
Stellplatz rumoren, vielleicht Possums?
Wir
legten heute unseren obligatorischen Tag zur Unterstützung der
australischen Wirtschaft ein und machten das Casuarina Shopping Center
unsicher. Abends fuhren wir zum Mindil
Beach Market, den wir kurzzeitig verließen, um auf dem Strand den
wunderschönen, idyllischen
Sonnenuntergang zu genießen, zu fotografieren und zu filmen. So wie
übrigens Hunderte anderer Touristen, aber wir gingen ca. 100 m weg von
der dicksten Menschentraube und waren so aus dem größten Gewühl raus.
Das Abendessen kauften wir an einer der vielen Fressbuden und hörten
recht lange einer australischen Gruppe zu, “Jabaru”. Die beiden
spielen Musik mit irischen, afrikanischen, südamerikanischen und
australischen Elementen und Instrumenten. Sie kommen eigentlich aus
Tasmanien und touren z. Zt. durch Australien. Die Musik gefiel uns so gut,
dass wir eine ihrer CDs kauften. Am 27.6. würden sie in einem Club in
Darwin spielen, begleitet von Feuertänzern (ob das die Japaner aus dem
Gunlom Camp sein sollten?). Wir wären gerne hingegangen, aber am 26.6.
war unser Abflugtag. Wirklich schade. Nachts
sahen wir zwei Possums gesehen, die tatsächlich in den Bäumen hinter
unserem Camper saßen. Eines kletterte vom Baum runter, sicherte ein paar
Minuten lang und traute sich schließlich im großen Bogen um uns herum zu
den Bäumen auf der anderen Seite des Weges hinüberzulaufen.
Wir
haben uns das “Window on the Wetlands” angesehen, eine permanente
Ausstellung, in der der Lebensraum Feucht- und Sumpfgebiet erklärt wird.
Die Einrichtung befindet sich ca. 60 km außerhalb von Darwin am Arnhem
Highway. Der Eintritt ist kostenlos, das Ganze ist, vor allem für Kinder,
nett gemacht, wäre allerdings vom Informationsgehalt und den
Darstellungsmethoden noch ausbaufähig. Schade ist auch, dass man nur vom
auf einem Hügel gelegenen Besucherzentrum einen Blick über die Wetlands
hat, aber es keine Wanderwege zumindest ein Stück weit in die Wetlands
hinein gibt. Die Nite
Markets auf der Mitchell Street in Darwin, die noch in vielen Broschüren
erwähnt werden, existieren de facto nicht mehr. Wir waren dort, aber es
gab nur einen einzigen Stand, also nicht unbedingt lohnenswert. Wir trösteten
uns mit einem leckeren Barramundi-Filet im Hog’s Breath Café, bevor wir
nach Howard Springs zurückfuhren um dort den Rest des Abends im Schein
unserer Gaslampe vor dem Camper zu genießen. A propos Gaslampe: wir
hatten in Cairns in Ermangelung anderer Größen eine 3 kg Flasche
gekauft, die wir an unserem letzten Tag in Katherine gegen Trevors 1 kg
Flasche austauschten. So werden sie jedes Mal, wenn sie campen gehen, an
uns erinnert. Heute Abend
flitzte das mutige Possum von gestern Abend nur knapp zwei Meter von uns
entfernt über unseren Platz um dann ebenso schnell einen Baum auf einem
gegenüberliegendem Stellplatz zu erklimmen. Das zweite Possum traute sich
auch zu Boden, machte aber einen großen Bogen um uns.
Auf dem
Weg zur East Point Reserve statteten wir zunächst der Mango Winery einen
Besuch ab, wo wir den Wein probieren konnten und zwei Flaschen trockenen
Mangowein kauften. Wirklich sehr lecker, sollte aber gut gekühlt
getrunken werden. Die East
Point Reserve ist ein Naherholungsgebiet für die Darwinianer. Man kann
dort Rad fahren , spazieren gehen, am Strand sitzen, im Lake Alexander (Süßwasser)
sicher schwimmen oder an seinen Ufern grillen. Auf der Reserve ist auch
ein Militärmuseum. Wir machten bei Niedrigwasser einen kleinen
Spaziergang über den East Point selber und sahen uns die zurückgebliebenen
Meerwassertümpel mit ihren kleinen Fischen und Wasserpflanzen an. Selbst
eine Seegurke sahen wir. Wir
brauchten noch immer Mitbringsel für unsere Freunde Gisèle und
Christian, die während unserer Abwesenheit unseren Garten und unsere
Zimmerpflanzen gepflegt hatten, und fuhren so nochmals zum Casuarina. Wir
waren schon gespannt, was “unsere” Possums heute Abend machen würden.
Wir viertelten einen Apfel und legten die vier Stücke am Fuße des Baums
hin. Gegen 23 Uhr schließlich kam das mutige Possum vom Baum herunter,
fand zielsicher eines der Stücke, setzte sich auf die Hinterbeine, nahm
das Apfelstück in die Vorderpfoten und fraß genüsslich.
Es saß vielleicht zwei Meter von uns entfernt und sah
zwischendurch immer wieder zu uns herüber, fraß aber seelenruhig weiter.
Wir wagten kaum zu atmen, um es nicht zu erschrecken, und sahen fasziniert
zu. Als es fertig war, nahm es noch ein Stück ins Maul und verschwand
wieder auf dem Baum. Die Ablösung kam sofort, das zweite Possum folgte
nach einigem Zögern dem Beispiel seines Kumpels, fraß das eine Stück
sofort und verschwand mit dem zweiten auf dem Baum. Es dauerte nicht
lange, dann kam das erste Possum wieder herunter, marschierte in aller
Seelenruhe und im Schlenderschritt quer über unsere Betonterrasse – auf
der wir saßen – zu den Bäumen auf dem gegenüberliegenden Stellplatz.
Das zweite hatte offensichtlich der Mut etwas verlassen, denn es blieb auf
dem Baum. Direkt neben unserem Camper stand ein Baum. Die oberen Äste
dieser beiden Bäume berührten sich fast. Das Possum versuchte, von den
Ästen des einen auf die des anderen zu springen. Wir hörten Blätter
raschen, und dann einen dumpfen Aufprall auf unserem Camper. Als wir
vorsichtig nachsahen, saß das Possum über der hinteren Tür unseres
Troopies auf der Kante der Karosserie und der Zeltplane des hochgestellten
Daches. Es sah uns verständnislos an, marschierte dann nach links
Richtung Terrasse, anschließend nach rechts, bog um die Ecke der Karosserie
auf die Seitenkante und schaffte es schließlich, von dort auf den Baum zu
springen. Es war zum Glück und ganz offensichtlich unverletzt geblieben.
Leider konnten wir keine Fotos machen, denn wir wollten kein Blitzlicht
benutzen um die Tiere nicht zu erschrecken, aber es ist immer wieder ein
einmaliges Erlebnis, Wildtiere so hautnah zu erleben.
Heute
morgen holten wir uns den Schlüssel für unsere Cabin ab. Witzigerweise
haben wir die gleiche wie letztes Jahr. Nachdem wir unsere Sachen aus
unserem treuen Troopie ausgeräumt und den Kühlschrank abgestellt und
ausgewischt hatten, bummelten wir noch ein bisschen durch die Stadt und
tankten schon mal voll. Ross hatte uns eine Flasche australischen Weißwein
geschenkt. Eigentlich sollten wir ihn zum Abendessen trinken, aber wir
beschlossen ihn nach Hause mitzunehmen und erst dort zu genießen. Er war
übrigens sehr gut, danke noch mal, Ross! Nach dem
Abendessen und der leidigen Aufgabe, unsere Taschen zu packen, saßen wir
auf der kleinen Terrasse vor unserer Cabin. Plötzlich schoss ein grauer
Schatten lautlos auf Höhe unserer Gesichter an uns vorbei, stürzte auf
die Cabin nebenan zu, bremste gerade noch rechtzeitig ab, stieß leicht
gegen die Wand der Cabin und kam dann zurückgeflogen um sich auf dem
Pfosten unserer Verandatreppe niederzulassen. Das gab uns auch die
Gelegenheit unseren nächtlichen Besucher zu identifizieren: es war ein
Eulenschwalm. Letztes Jahr hatte uns auch ein Eulenschwalm (Tawny
Frogmouth) auf dem Kona Lakeside Caravan Park in Kununurra jede Nacht
einen Besuch abgestattet. Der Schwalm blieb seelenruhig ungefähr 10
Minuten und nur drei Meter von uns entfernt auf dem Pfosten sitzen, sah
sich gelassen um und musterte uns immer mal. Er verschwand genauso plötzlich
und lautlos wie er gekommen war. Kurz
bevor wir ins Bett gingen, sichtete Claudia eine Kakerlake neben dem Herd.
Na gut, in diesem Klima muss man immer mit der einen oder anderen rechnen.
Wir beschlossen sie zu ignorieren und ins Bett zu gehen. Torsten wurde
irgendwann davon wach, dass ihn etwas im Gesicht kitzelte. Er vermutete
ein Mücke und wedelte kurz mit seiner Hand vor dem Gesicht herum. Das
Kitzeln verschwand aber nicht, stattdessen versuchte sich etwas in sein
Nasenloch zu bohren. Er schoss im Bett hoch, wischte sich heftig mit der
Hand übers Gesicht, hörte ein “Klack” an der Wand, weckte Claudia
auf, machte das Licht an und sah…. eine halbtote Kakerlake dort liegen,
wo er das “Klack” gehört hatte. Die Kakerlake wurde von ihrem Leid
erlöst, aber das Licht im Küchen-/Wohnbereich angelassen um ihre
Verwandten in Schach zu halten. Ein ekliges Ereignis in der letzten und
somit sowieso nicht schönen Nacht!
Mit
Wehmut im Herzen gaben wir bei Viv und Ross unseren Bungalowschlüssel ab.
Anschließend fuhren wir zum NT General Store auf der Cavenagh
Street in Darwin, um eine Flasche Methylalkohol für den Kocher
nachzukaufen und gönnten uns hinterher noch einmal den Mindil Beach. Dort
wurden bereits wieder die Stände für den Donnerstags-Mindil Beach Market
aufgebaut. Leider ohne uns, wie gerne hätten wir Jabaru noch einmal live gehört! Der Weg
zu KEA war kurz und schmerzlos, der Wagen wurde – da neu und heil –
mit Begeisterung in Empfang genommen und dann nahmen wir wie immer ein
Taxi zum Flughafen. Auch dort verbrachten wir soviel Zeit wie möglich draußen:
wir saßen auf einer Bank, schrieben eine Karte an Evie und Trevor und
genossen noch die gute Luft, die Sonne und den strahlend blauen Himmel. Der Rückflug
war elend lang, aber wir planen im Geiste schon unseren nächsten Urlaub:
wenn alles so klappt, wie wir es uns vorstellen, werden wir irgendwann im
September, Oktober oder November 2004 Evie und Trevor in Bendigo besuchen
und Victoria, evtl. auch New South Wales erkunden. Bis dahin spielen wir weiter fleißig Lotto, irgendwann müssen sie doch mal die richtigen Zahlen ziehen! Bugger! Bis
bald down under in Down Under!
Ende
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