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Across the Top  (Cairns - Darwin)

QueenslandAustralien 2003 Northern Territory

Lesezeichen:

Teil 1: Darwin-Cairns-Almaden-Karumba-Escott Lodge-

Teil 2: Escott Lodge-Lawn Hill National Park-Hells Gate Roadhouse-Borroloola-Roper Bar-Katherine

Teil 3: Gunlom Camp (Kakadu NP)-Howard Springs (Darwin)
Trip Map (360KB) - zu den Einzelstrecken gibt es Detailkarten im Text.

 

 

19.6. Katherine – Gunlom Camp (Kakadu NP)

Wir fuhren alle noch einmal zum Shopping Center um Brot zu kaufen. Auf dem Parkplatz mussten wir dann Abschied nehmen. Es war ein trauriger Moment, decken wir den Mantel des Schweigens darüber. Wenn es auch noch so schwer fiel, Trevor und Evie mussten nach Süden, wir nach Norden. Die ersten Kilometer auf dem Stuart Hwy verbrachten wir recht schweigsam. Über ein Jahr wird ins Land gehen, bevor wir uns wiedersehen, aber zum Glück gibt es ja Telefon und E-Mail, wenn die normale Post zu langsam ist!

Am Adelaide River Inn angekommen, stellten wir fest, dass wir einen Denkfehler gemacht hatten, denn die Jumping Crocs Tours gehen weiter nördlich ab. Also entschieden wir, in den Kakadu National Park zu fahren. Wir fuhren 100 km auf dem Stuart Highway zurück, beobachten dabei wie ein Road Train mit voller Länge von über 50 Metern einen anderen, ebenso langen überholte, und bogen dann nach links ab auf die unasphaltierte Straße über Hayes Creek zum Kakadu Highway. Die Straße, der Goldfields Loop, ist rau mit vielen Kurven, Dips, einer nassen Flussdurchfahrt und stellenweise steinigem Belag. Nach der zweiten Überquerung der Darwin – Alice Springs Eisenbahntrasse (noch im Bau) gab es teilweise Wellblech. Wir sind an einer Gabelung durch ein verwittertes Schild, das auf beschränktes Zugangsrecht zu einer Goldmine hinwies, in die falsche Richtung gefahren. Auf diesem Schild muss einmal ein Pfeil nach links gewiesen haben. Wir drehten um und fuhren zurück. Von der Hayes Creek Abzweigung bis zum Kakadu Highway brauchten wir ca. 90 Minuten für 81 km.

Im Kakadu NP blieben wir zwei Nächte im Gunlom Bushcamp. Es ist sehr schön gelegen am Waterfall Creek, mit schattigen Standplätzen, warmen Duschen und Toiletten mit Wasserspülung. Die Campgebühren werden kurz vor Sonnenuntergang vom Camp Host eingesammelt (5,40 AU$ pro Person und Nacht). Die Zufahrt zum Camp ist eine 39 km lange Dirt Road mit Wellblech und etwas Sand, wir brauchten etwa 30 Minuten. Wir ertappten uns bei der Besichtigung des Camps immer wieder bei Bemerkungen wie „Das würde Evie gefallen“ oder „Das müsste Trevor sehen“.

Dies war nach zwei Wochen der erste Abend ohne Evie und Trevor, wir waren ungewohnt früh im Bett. Bierdosenzerdrücken macht alleine auch keinen Spaß, es ist definitiv ein Gesellschaftsspiel!

 

 

20.6. Gunlom Camp / Kakadu NP

Den ganzen Vormittag blieben wir auf unserem Stellplatz und ließen den lieben Gott einen guten Mann sein. Nach der Mittagszeit und somit größten Hitze rafften wir uns dann zu einem Spaziergang zum Wasserfall und ‘plunge pool’ (natürliches, potentiell sicheres Schwimmbecken) auf. Anschließend marschierten wir noch die zweieinhalbe Kilometer zum Billabong des South Alligator River und zum Fluss selber. Der Billabong war schon relativ klein, wurde aber noch von Kakadus und Reihern frequentiert. Der South Alligator war sehr flach und floss gemütlich vor sich hin. Das Wasser war glasklar, wenn wir gewollt hätten, hätten wir ohne Probleme auf die andere Seite laufen können. Auf dem Rückweg zum Camp versuchten wir noch Rabenkakadus, die am Billabong tranken, zu fotografieren, aber leider waren sie für unser Teleobjektiv zu weit weg und wir hätten höchstens Suchbilder machen können. Also ließen wir es, beobachteten sie aber noch eine Weile.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurden wir und der Rest des Camps überraschenderweise von drei Japanern, einem jungen Mann und zwei jungen Frauen, unterhalten. Sie spielten Didgeridoo, Emu-Caller (eine kurzes Stock hohler Baumstamm, das man senkrecht hält und mit der Handfläche auf das obere Ende schlägt. Das Geräusch hört sich so an wie das typische glucksende Geräusch der Emus) und führten einen Feuertanz (mit Fackeln) auf. Das Ganze sah sehr professionell aus, und einige Camper kamen vom anderen Ende des Platzes, um sich das Schauspiel anzusehen.

 

 

21. 6. Gunlom Camp – Howard Springs (Darwin)

Um nicht die ganze Zeit auf Teerstraßen fahren zu müssen, hatten wir uns entschlossen, über die Jim Jim Road – auch bekannt als Old Darwin Road – vom Kakadu zum Arnhem Highway zu fahren. Wir hatten wieder Glück, denn die Straße war kurz zuvor ausgebessert worden. Es gab kaum Wellblech, die teilweise schweren Auswaschungen waren aufgefüllt worden. Das Durchfahren des South Alligator River war problemlos, allerdings hatte die Furt einen steinigen Grund, der recht holprig war. Die anderen drei nassen Creeks, die wir durchfahren mussten, hatten sandigen Boden. Wir begegneten nur einem anderen Wagen und kamen an einer großen Basis der australischen Luftwaffe vorbei. Auf dem Arnhem Highway fuhren wir unmittelbar hinter der Brücke über den Adelaide River links ab zu den Jumping Crocodiles Tours. Unser Timing war gut, die nächste Tour ging eine Stunde später los, so dass wir noch ein bisschen auf der Terrasse am Spielplatz vor uns hindösen konnten. Die Tour dauerte knapp zwei Stunden. Unser weiblicher Steuermann und weiblicher Krokodil-Fütterer fuhren mit uns ein Stück den Adelaide River hoch. Der Fluss ist sehr breit und stellenweise bis 11 Meter tief. Das Wasser ist schlammig. Ein paar der großen Krokodile sind schon seit Jahren bei der Fütterung dabei. Wohlgemerkt, dies sind alles wilde Krokodile, die das Boot kennen und wissen, dass sie dort ein “Leckerchen” bekommen. Allerdings bekommen sie nie so viel zu fressen, dass sie nicht mehr selber jagen müssen. Die meisten Krokodile haben Namen. Die Boote sind zweistöckig, unten sitzt man hinter Glas, da man sozusagen auf Augenhöhe mit den schwimmenden Crocs ist, die obere Etage ist offen aber überdacht. Die Reling ist schätzungsweise einen Meter hoch. Man erklärte uns, dass die Sitzkissen der langen Sitzbänke auch als Rettungskissen dienen, falls das Boot kentern sollte – was natürlich unwahrscheinlich ist. Die Anmerkung zu den Kissen löste unter allen oben sitzenden Passagieren ungewollte Heiterkeit aus, da sich niemand vorstellen konnte, dass man bei der großen Krokodil-Population des Flusses überhaupt heil an Land käme. Außerdem erfuhren wir, dass neueste wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, dass Krokodile von leuchtenden Farben angezogen werden, vor allem Rot, Orange und Gelb. Aller Augen richteten sich auf eine Passagierin, die ein gelbes Top und eine orangefarbene Shorts trug. Die Kissen der Sitzbänke waren übrigens rot… Unser Skipper erzählte des weiteren, dass vor einigen Wochen eine Frau von der oberen Etage des Bootes heruntergefallen war. Hin und wieder wird das Boot auf der Stelle gedreht, um am jeweiligen Croc dranzubleiben. Vermutlich hatte sie sich zu weit über die Reling gelehnt und bei einer Drehung (wenn auch langsam) das Gleichgewicht verloren. Ein Croc war ganz in der Nähe und erhoffte sich wohl mehr als ein paar läppische gefrorene Schweinekoteletts und nahm Kurs auf die Arme. Die Besatzung der Adelaide River Queen warf zunächst eine gelbe Schwimmweste und dann einen Rettungsring in den Fluss. Das lenkte das Croc so lange ab, dass sie die Frau wieder heil und sicher ins Boot ziehen konnten.

Es ist wirklich beeindruckend, Leistenkrokodile ungefähr drei Meter von einem selber entfernt aus dem Fluss springen zu sehen, um sich die vermittels einer langen Stange angebotenen Schweinekoteletts zu holen. Je jünger und kleiner und somit leichter das Croc, desto weiter kommt es aus dem Wasser heraus. Die größten waren ungefähr viereinhalbe Meter lang und mussten somit Männchen sein, da Weibchen fast nie so groß werden. Sidewinder, Nobby, Lethal Lizzie, Caspar und die anderen gaben mit Erfolg einen Eindruck der enormen Kraft dieser Echsen. Das kleinste war noch sehr jung und nur etwas länger als einen Meter, dafür sprang es mit seiner ganzen Länge aus dem Wasser. Sie nannten es “Killer”, was für viel Gelächter an Boot sorgte, das quittiert wurde mit den Worten “Irgendwann ist er einer!” Killer selber dümpelte nach seinem letzten Sprung neben dem Boot im Wasser und beobachtete uns, als dachte er “Kommt in 20 oder 30 Jahren wieder, dann lacht ihr nicht mehr… “ Die Suche nach den beiden sechs Meter langen Krokodilen – eines davon heißt Bogart – blieb leider erfolglos, anscheinend hatten sie keinen Hunger. Das größte in der Gegend gefangene Croc lebte im Litchfield NP, war siebeneinhalb Meter lang und hieß “Shredder”. Shredder hatte zuvor den ursprünglichen Herrn des betreffenden Reviers “geshreddert”, daher der Name. Sein Opfer war ein sieben Meter langes Männchen und hieß “Awesome”, das bedeutet großartig, furchteinflößend, ehrfurchtgebietend. Anscheinend doch nicht ganz so furchteinflößend. Zurück zu den springenden Krokodilen des Adelaide River: wir hatten irgendwo gelesen, dass auf dem Stück Fluss, das die Adelaide River Queen auf ihren Touren abfährt, der Krokodilbestand auf 1800 Tiere geschätzt wird. Definitiv also kein guter Platz zum Schwimmen!

Auf der Tour wurden auch Weißbauchseeadler gefüttert, sie holten sich ihr Fleisch im Flug von der Stange, und Milane. Den Milanen (kites), die das Boot schon seit einiger Zeit erwartungsvoll begleitet hatten, wurden Fleischbrocken hingeworfen, die sie in der Luft fangen und im Flug fraßen. Letztere Technik beherrscht anscheinend keine andere Greifvogelart.

Nach der Tour fuhren wir zum Howard Springs Caravan Park und buchten für vier Nächte einen Stellplatz. Für die letzte Nacht hatten wir ja schon eine Cabin vorgebucht, und als wir Ross und Viv darauf hinwiesen, waren sie sehr erfreut, dass wir ihnen treu geblieben waren. Der Platz war zwar brechend voll, aber wir hatten Glück: da wir keinen Strom brauchten, hätten wir uns noch auf den großen Platz für Zelte und andere Camper ohne Strombedarf stellen können. Der war aber schon ziemlich voll. Ross hatte uns gleich angeboten, den Notstellplatz am Eingang zu nehmen. Dort haben wir keine direkten Nachbarn, eine betonierte Terrasse und einen Wasseranschluss sowie eine Mülltonne direkt am Platz.

Nach Einbruch der Dunkelheit hörten wir etwas in den Bäumen hinter unserem Stellplatz rumoren, vielleicht Possums?

 

 

22.6. Howard Springs – Darwin – Howard Springs

Wir legten heute unseren obligatorischen Tag zur Unterstützung der australischen Wirtschaft ein und machten das Casuarina Shopping Center unsicher. Abends fuhren wir zum Mindil Beach Market, den wir kurzzeitig verließen, um auf dem Strand den wunderschönen, idyllischen Sonnenuntergang zu genießen, zu fotografieren und zu filmen. So wie übrigens Hunderte anderer Touristen, aber wir gingen ca. 100 m weg von der dicksten Menschentraube und waren so aus dem größten Gewühl raus. Das Abendessen kauften wir an einer der vielen Fressbuden und hörten recht lange einer australischen Gruppe zu, “Jabaru”. Die beiden spielen Musik mit irischen, afrikanischen, südamerikanischen und australischen Elementen und Instrumenten. Sie kommen eigentlich aus Tasmanien und touren z. Zt. durch Australien. Die Musik gefiel uns so gut, dass wir eine ihrer CDs kauften. Am 27.6. würden sie in einem Club in Darwin spielen, begleitet von Feuertänzern (ob das die Japaner aus dem Gunlom Camp sein sollten?). Wir wären gerne hingegangen, aber am 26.6. war unser Abflugtag. Wirklich schade.

Nachts sahen wir zwei Possums gesehen, die tatsächlich in den Bäumen hinter unserem Camper saßen. Eines kletterte vom Baum runter, sicherte ein paar Minuten lang und traute sich schließlich im großen Bogen um uns herum zu den Bäumen auf der anderen Seite des Weges hinüberzulaufen.

 

 

23.6. Darwin und Umgebung

Wir haben uns das “Window on the Wetlands” angesehen, eine permanente Ausstellung, in der der Lebensraum Feucht- und Sumpfgebiet erklärt wird. Die Einrichtung befindet sich ca. 60 km außerhalb von Darwin am Arnhem Highway. Der Eintritt ist kostenlos, das Ganze ist, vor allem für Kinder, nett gemacht, wäre allerdings vom Informationsgehalt und den Darstellungsmethoden noch ausbaufähig. Schade ist auch, dass man nur vom auf einem Hügel gelegenen Besucherzentrum einen Blick über die Wetlands hat, aber es keine Wanderwege zumindest ein Stück weit in die Wetlands hinein gibt.

Die Nite Markets auf der Mitchell Street in Darwin, die noch in vielen Broschüren erwähnt werden, existieren de facto nicht mehr. Wir waren dort, aber es gab nur einen einzigen Stand, also nicht unbedingt lohnenswert. Wir trösteten uns mit einem leckeren Barramundi-Filet im Hog’s Breath Café, bevor wir nach Howard Springs zurückfuhren um dort den Rest des Abends im Schein unserer Gaslampe vor dem Camper zu genießen. A propos Gaslampe: wir hatten in Cairns in Ermangelung anderer Größen eine 3 kg Flasche gekauft, die wir an unserem letzten Tag in Katherine gegen Trevors 1 kg Flasche austauschten. So werden sie jedes Mal, wenn sie campen gehen, an uns erinnert.

Heute Abend flitzte das mutige Possum von gestern Abend nur knapp zwei Meter von uns entfernt über unseren Platz um dann ebenso schnell einen Baum auf einem gegenüberliegendem Stellplatz zu erklimmen. Das zweite Possum traute sich auch zu Boden, machte aber einen großen Bogen um uns.

 

 

24.6. Howard Springs – East Point Reserve (Darwin) – Howard Springs

Auf dem Weg zur East Point Reserve statteten wir zunächst der Mango Winery einen Besuch ab, wo wir den Wein probieren konnten und zwei Flaschen trockenen Mangowein kauften. Wirklich sehr lecker, sollte aber gut gekühlt getrunken werden.

Die East Point Reserve ist ein Naherholungsgebiet für die Darwinianer. Man kann dort Rad fahren , spazieren gehen, am Strand sitzen, im Lake Alexander (Süßwasser) sicher schwimmen oder an seinen Ufern grillen. Auf der Reserve ist auch ein Militärmuseum. Wir machten bei Niedrigwasser einen kleinen Spaziergang über den East Point selber und sahen uns die zurückgebliebenen Meerwassertümpel mit ihren kleinen Fischen und Wasserpflanzen an. Selbst eine Seegurke sahen wir.

Wir brauchten noch immer Mitbringsel für unsere Freunde Gisèle und Christian, die während unserer Abwesenheit unseren Garten und unsere Zimmerpflanzen gepflegt hatten, und fuhren so nochmals zum Casuarina.

Wir waren schon gespannt, was “unsere” Possums heute Abend machen würden. Wir viertelten einen Apfel und legten die vier Stücke am Fuße des Baums hin. Gegen 23 Uhr schließlich kam das mutige Possum vom Baum herunter, fand zielsicher eines der Stücke, setzte sich auf die Hinterbeine, nahm das Apfelstück in die Vorderpfoten und fraß genüsslich.  Es saß vielleicht zwei Meter von uns entfernt und sah zwischendurch immer wieder zu uns herüber, fraß aber seelenruhig weiter. Wir wagten kaum zu atmen, um es nicht zu erschrecken, und sahen fasziniert zu. Als es fertig war, nahm es noch ein Stück ins Maul und verschwand wieder auf dem Baum. Die Ablösung kam sofort, das zweite Possum folgte nach einigem Zögern dem Beispiel seines Kumpels, fraß das eine Stück sofort und verschwand mit dem zweiten auf dem Baum. Es dauerte nicht lange, dann kam das erste Possum wieder herunter, marschierte in aller Seelenruhe und im Schlenderschritt quer über unsere Betonterrasse – auf der wir saßen – zu den Bäumen auf dem gegenüberliegenden Stellplatz. Das zweite hatte offensichtlich der Mut etwas verlassen, denn es blieb auf dem Baum. Direkt neben unserem Camper stand ein Baum. Die oberen Äste dieser beiden Bäume berührten sich fast. Das Possum versuchte, von den Ästen des einen auf die des anderen zu springen. Wir hörten Blätter raschen, und dann einen dumpfen Aufprall auf unserem Camper. Als wir vorsichtig nachsahen, saß das Possum über der hinteren Tür unseres Troopies auf der Kante der Karosserie und der Zeltplane des hochgestellten Daches. Es sah uns verständnislos an, marschierte dann nach links Richtung Terrasse, anschließend nach rechts, bog um die Ecke der Karosserie auf die Seitenkante und schaffte es schließlich, von dort auf den Baum zu springen. Es war zum Glück und ganz offensichtlich unverletzt geblieben. Leider konnten wir keine Fotos machen, denn wir wollten kein Blitzlicht benutzen um die Tiere nicht zu erschrecken, aber es ist immer wieder ein einmaliges Erlebnis, Wildtiere so hautnah zu erleben.

 

 

25.6. Darwin

Heute morgen holten wir uns den Schlüssel für unsere Cabin ab. Witzigerweise haben wir die gleiche wie letztes Jahr. Nachdem wir unsere Sachen aus unserem treuen Troopie ausgeräumt und den Kühlschrank abgestellt und ausgewischt hatten, bummelten wir noch ein bisschen durch die Stadt und tankten schon mal voll. Ross hatte uns eine Flasche australischen Weißwein geschenkt. Eigentlich sollten wir ihn zum Abendessen trinken, aber wir beschlossen ihn nach Hause mitzunehmen und erst dort zu genießen. Er war übrigens sehr gut, danke noch mal, Ross!

Nach dem Abendessen und der leidigen Aufgabe, unsere Taschen zu packen, saßen wir auf der kleinen Terrasse vor unserer Cabin. Plötzlich schoss ein grauer Schatten lautlos auf Höhe unserer Gesichter an uns vorbei, stürzte auf die Cabin nebenan zu, bremste gerade noch rechtzeitig ab, stieß leicht gegen die Wand der Cabin und kam dann zurückgeflogen um sich auf dem Pfosten unserer Verandatreppe niederzulassen. Das gab uns auch die Gelegenheit unseren nächtlichen Besucher zu identifizieren: es war ein Eulenschwalm. Letztes Jahr hatte uns auch ein Eulenschwalm (Tawny Frogmouth) auf dem Kona Lakeside Caravan Park in Kununurra jede Nacht einen Besuch abgestattet. Der Schwalm blieb seelenruhig ungefähr 10 Minuten und nur drei Meter von uns entfernt auf dem Pfosten sitzen, sah sich gelassen um und musterte uns immer mal. Er verschwand genauso plötzlich und lautlos wie er gekommen war.

Kurz bevor wir ins Bett gingen, sichtete Claudia eine Kakerlake neben dem Herd. Na gut, in diesem Klima muss man immer mit der einen oder anderen rechnen. Wir beschlossen sie zu ignorieren und ins Bett zu gehen. Torsten wurde irgendwann davon wach, dass ihn etwas im Gesicht kitzelte. Er vermutete ein Mücke und wedelte kurz mit seiner Hand vor dem Gesicht herum. Das Kitzeln verschwand aber nicht, stattdessen versuchte sich etwas in sein Nasenloch zu bohren. Er schoss im Bett hoch, wischte sich heftig mit der Hand übers Gesicht, hörte ein “Klack” an der Wand, weckte Claudia auf, machte das Licht an und sah…. eine halbtote Kakerlake dort liegen, wo er das “Klack” gehört hatte. Die Kakerlake wurde von ihrem Leid erlöst, aber das Licht im Küchen-/Wohnbereich angelassen um ihre Verwandten in Schach zu halten. Ein ekliges Ereignis in der letzten und somit sowieso nicht schönen Nacht!

 

 

26.6. Darwin – Singapur – London – Brüssel

Mit Wehmut im Herzen gaben wir bei Viv und Ross unseren Bungalowschlüssel ab.  Anschließend fuhren wir zum NT General Store auf der Cavenagh Street in Darwin, um eine Flasche Methylalkohol für den Kocher nachzukaufen und gönnten uns hinterher noch einmal den Mindil Beach. Dort wurden bereits wieder die Stände für den Donnerstags-Mindil Beach Market aufgebaut. Leider ohne uns, wie gerne hätten wir Jabaru noch einmal live gehört!

Der Weg zu KEA war kurz und schmerzlos, der Wagen wurde – da neu und heil – mit Begeisterung in Empfang genommen und dann nahmen wir wie immer ein Taxi zum Flughafen. Auch dort verbrachten wir soviel Zeit wie möglich draußen: wir saßen auf einer Bank, schrieben eine Karte an Evie und Trevor und genossen noch die gute Luft, die Sonne und den strahlend blauen Himmel.

Der Rückflug war elend lang, aber wir planen im Geiste schon unseren nächsten Urlaub: wenn alles so klappt, wie wir es uns vorstellen, werden wir irgendwann im September, Oktober oder November 2004 Evie und Trevor in Bendigo besuchen und Victoria, evtl. auch New South Wales erkunden.

Bis dahin spielen wir weiter fleißig Lotto, irgendwann müssen sie doch mal die richtigen Zahlen ziehen! Bugger!

 

 

Bis bald down under in Down Under!

 

 

Nachtrag:

Danke an unsere guten Freunde Evie und Trevor für einen tollen, echt australischen Urlaub.

Unser Dank geht auch an Michael und Elke von KEA Cairns, und ganz besonders an unseren Freund Rob für den besonders herzlichen Service mit allen Extras und Aufmerksamkeiten.

 

Ende

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