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Across the Top  (Cairns - Darwin)

QueenslandAustralien 2003 Northern Territory

Lesezeichen:

Teil 1: Darwin-Cairns-Almaden-Karumba-Escott Lodge-

Teil 2:Escott Lodge-Lawn Hill National Park-Hells Gate Roadhouse-Borroloola-Roper Bar-Katherine

Teil 3: Gunlom Camp (Kakadu NP)-Howard Springs (Darwin)
Trip Map (360KB) - zu den Einzelstrecken gibt es Detailkarten im Text.

 

3.6. Ankunft Darwin

 

Wir sind nach dem langen Flug (insgesamt 30 Stunden Reisezeit von Tür zu Tür) gut um vier Uhr morgens gelandet. Auf der Strecke London – Singapur blieb der dritte Platz in unserer Reihe frei, so konnten wir uns etwas mehr ausbreiten und sogar ein paar Stunden schlafen. In Darwin haben wir anstelle eines Taxis den Shuttle Bus zum Hotel genommen (8 AU$ /Person), was allerdings länger dauerte, da unser Hotel unglücklicherweise der vorletzte Halt auf einer langen Liste war. So sahen wir dann mal Darwin bei Nacht. Im Hotelzimmer haben wir uns erst einmal ein paar Stunden hingelegt und danach einen gemütlichen Spaziergang durch die Smith Street Mall gemacht. Dort kauften wir eine pre-paid Vodafone Card für unser Handy. Nachmittags haben wir dann – wie versprochen – Trevor und Evie angerufen. Wir hatten Glück: in Cairns war es bisher regnerisch, aber nun schien die Sonne pünktlich zu unserer Ankunft. Traditionell gab es ein Prime Rib Steak im Hog’s Breath Café zum Abendessen.

 

 

4.6. Darwin – Cairns

 

Um vier Uhr morgens war die Nacht leider schon wieder vorbei, denn unser Flug nach Cairns ging um sechs Uhr. Also nahmen wir um viertel vor fünf ein Taxi zum Flughafen. Da wir im Hotel noch kein Frühstück bekommen konnten (der Frühstücksraum macht erst um sechs Uhr auf und eigentlich haben wir um die Uhrzeit auch noch keinen Hunger), hofften wir auf ein leckeres Frühstück im Flieger. Unsere Hoffnungen wurden enttäuscht, Qantas gönnte uns nur ein kleines Schüsselchen Müsli, ein winziges Rosinenbrötchen mit Butter, einen Mini O-Saft, Kaffee und eine kleine Mandarine.

In Cairns nahmen uns Trevor und Evie so herzlich in Empfang, dass wir das Gefühl hatten, nach Hause zu kommen. Als erstes ging es dann zu KEA, um unseren Troopie (Landcruiser Troop Carrier) abzuholen. Trevor hatte uns am Tag vorher erzählt, er habe sich unseren Wagen angesehen. Wir dachten, er sei einfach mal so zu KEA gefahren, aber nun erlebten wir eine große Überraschung: Rob, den wir mit seiner Frau Meg im letzten Jahr in Kununurra über Trevor und Evie kennen gelernt hatten, arbeitet dort! Wir wussten zwar, dass Rob und Meg inzwischen in Cairns wohnen, aber das kleine Detail hatten Trevor und Evie uns doch nicht verraten. Auch Robs (deutscher) Chef, Michael, und seine (deutsche) Kollegin Elke waren sehr nett. Wir bekamen einen quasi nagelneuen Landcruiser Troopie (Troop Carrier) – erst zwei Monate alt und nur 12.000 km gelaufen. Dieses Jahr hat KEA auch endlich bequeme Campingstühle mit Armlehnen. Einen Notrufsender gab es auch noch, den wir aber glücklicherweise nicht brauchten. Rob hatte unsere Tagebücher auf unsere Website gelesen und uns einen kleinen „Survival Kit“ auf den Beifahrersitz gelegt…. vier Dosen VB und eine große Rolle Duct-Tape. Unser Troopie hat einen neuen Campingherd, kein Gas mehr, er läuft auf Methylalkohol. Waren gespannt, wie gut er ist. Auf jeden Fall gewinnen wir so ein Staufach dazu, da ja die Gasflasche entfällt.

Der kleine Bungalow, den Trevor und Evie gemietet hatten, war einfach, aber sauber und groß genug für vier. Von Küche und Wohnraum hatte man einen Blick auf Meer, Strand und Palmen.

Ein ausgedehnter Spaziergang am Strand entlang tat unseren pflastermüden Großstadtfüßen wohl.

Abends kamen Meg und Rob noch zum Aussie BBQ vorbei. Wir haben uns alle prächtig amüsiert.

 

 

5.6. Cairns

 

Der heutige Tag begann mit einem Frühstück mit Blick auf das Meer. Trevor und Torsten gingen hinterher zum fast menschenleeren Strand und beobachteten die Fisch-Trawler, die auf Meeresfrüchte aus waren. Anschließend machten wir die notwendigen Einkäufe für die anstehende Fahrt, im wesentlichen Lebensmittel bei Woolies und eine Gaslampe bei Mitre 10 . Einer der dort Beschäftigten meinte zuerst, wir seien aus Sydney (war wohl einfach ins Blaue geraten). Als Torsten daraufhin sagte, wir wohnten in Brüssel, sprach einer seiner Kollegen Niederländisch mit ihm! Offensichtlich ein Auswanderer. Wir kauften auch gleich genug Postkarten und Briefmarken, und als Souvenir australischen Kaffee.

Als wir heute morgen losfuhren, war unser Wagen – im wesentlichen die rechte Seite – mit einem Teppich grüner Baumameisen bedeckt, da er neben Büschen gestanden hatte. Wir dachten zunächst, sie würden mit dem Fahrtwind abfallen, aber die meisten verkrochen sich in irgendwelchen Ritzen der Karosserie und kamen so sicher wieder zu Hause an. Dort fielen sie dann einer massiven Aerogard Spray-Attacke von Torsten und Trevor zum Opfer.

Abends verwöhnte Evie uns mit einem köstlichen Lammbraten, Mischgemüse und Bratkartoffeln. Yum!

 

 

6.6. Cairns – Mareeba - Chillagoe – Almaden

Die ersten paar Kilometer bis nach Kuranda hinauf fuhren wir noch dicht hintereinander, dann aber bogen wir zu den Barron River Falls  ab, die leider zu dieser Jahreszeit trocken sind. Bereits vorher verabredeter Treffpunkt war der Ortseingang von Mareeba. Dann ging es weiter nach Chillagoe, wo wir der geführten Tour durch die Royal Arch Caves (Tropfsteinhöhlen) anschlossen. Die Höhlen befinden sich in einem uralten Riff, das so aussieht wie das in der Windjana Gorge. In unserer Gruppe waren noch fünf weitere Touristen, ausnahmslos Australier. ‚Unser‘ Ranger hieß Danny und verteilte erst einmal starke Taschenlampen. Nur in zwei der zu besichtigenden Höhlen gibt es aufgrund eingestürzter Decken Tageslicht. Die sehr interessante Führung dauert gut zwei Stunden. Die Sandsteinhöhlen sind zum Teil stark beschädigt, weil die Einwohner Chillagoes sie früher als Picknickplatz benutzten. Die Stalagmiten und Stalaktiten und andere Formationen sind beeindruckend. Einige von Ihnen sehen aus wie ein Elefant, Bergschaf, Emu, Bär oder sogar wie ein Cowboy auf seinem Pferd. Danny erzählte, dass er auf seinen ersten Tour eine Gruppe von 54 Personen hatte. Als er wieder am Ausgang ankam – stolz, dass er ihn wiedergefunden hatte – waren von seiner Gruppe nur noch 10 Personen übrig. Also musste er wieder in die Höhlen zurück und die anderen 44 einsammeln. So große Gruppen werden heute nicht mehr geführt.

Vor Jahren, als die Höhlen noch nicht touristisch erschlossen waren, gingen zwei Paare in die Höhlen hinein und verliefen sich. Sie setzten sich in eine der nach oben offenen Höhlen und warteten auf Rettung. Dummerweise hatten sie niemanden Bescheid gesagt, dass sie in die Höhlen gingen, und warteten vergebens. Die Höhle, in der sie warteten, heißt Fig Tree Chamber, da eine Würgefeige, die oben auf dem Riff wächst, ihre beeindruckend dicken Wurzeln bis auf den Boden der Höhle getrieben hat. Nach zwei Nächten zog einer der Männer seine Stiefel aus und kletterte an der Wurzeln der Würgefeige nach oben. Oben angekommen, bemerkte er zu spät, dass er seine Stiefel besser hätte mitnehmen sollen, denn das Gestein ist rasiermesserscharf. Er schaffte es trotzdem bis ins Dorf, wenn auch humpelnd und mit zerschnitten Füssen.

Nach der Tour fuhren wir die paar Kilometer bis Almaden zurück, um auf dem dortigen Campingplatz zu übernachten. Der Platz ist relativ neu, und wir waren die einzigen Gäste. Das einzige, was wir nachts hörten, waren grasende Rinder. Der Platz ist schön angelegt, die Besitzer sehr nett und aufmerksam. In der Mitte des Campingplatzes steht ein ehemaliges Schulgebäude. Im oberen Stock sind eine voll eingerichtete Küche und ein wie Wohnzimmer eingerichtetes zweites Zimmer, die wir an dem Abend für lau nutzen durften. Die Frauen kochten, die Männer wuschen ab. Kompliment an Trevor: die bereits vorher saubere Küche war hinterher so sauber, dass man förmlich von der blitzblank geputzten Edelstahlspüle geblendet wurde. Nach dem Essen ließen wir uns zum ersten Mal in diesem Urlaub noch zum Schnacken vor unseren Campern nieder.

 

 

7.6. Almaden – Mount Surprise - Normanton – Karumba

123 km einfache Gravel Road mit Creek Crossings, die entweder trocken waren oder in denen nur noch Pfützen standen. Wir haben viele Rinder, ein paar Kängurus, drei Wedgies (Keilschwanzadler) gesehen. Für die Strecke haben wir zwei Stunden gebraucht, und sind an zwei Homesteads sowie einem kleinen Tourbus vorbeigekommen. Am Kennedy Highway warteten wir auf Trevor und Evie, die 15 Minuten später kamen. Genau, als wir die Videokamera nicht mehr schussbereit hatten…. In Mount Surprise haben wir beide getankt und fuhren bis Croydon weitergefahren, wo wir im Stadtpark ein Picknick machten. In dem Park standen Holzbänke und –tische bereit, wir wählten einen im Schatten eines Mangobaumes. Vom Zitronenbaum nebenan haben wir vier Zitronen gemopst. Offensichtlich waren wir nicht die ersten, denn nur noch an den oberen Ästen hingen Zitronen. Mit einiger Mühe aber erfolgreich abgepflückt.

In Normanton machten wir eine kurze Pause im Purple Pub auf ein Bierchen, und kauften nebenan im Mini Supermarkt ein paar Sachen ein. Kurz entschlossen blieben wir dann doch nicht für eine Nacht in Normanton, sondern fuhren noch die 70 km bis Karumba, unserer einzigen Übernachtungsstation, die direkt am Gulf of Carpentaria liegt, um dort zwei Nächte zu verbringen. Die asphaltierte Straße dorthin führte über eine pfannkuchenflache Ebene. Wir haben drei Wallabies, ungefähr 10 Brolgas (oder Sarus Cranes - war auf die Entfernung nicht genau zu erkennen) und drei Jabirus gesehen. Und natürlich Rinder.

Nebenbei: das größte je in Australien gefangene Leistenkrokodil wurde im Norman River bei Normanton Ende der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts von einer Frau erschossen: es war männlich, 8.63 m lang und wog ungefähr 3 Tonnen. Eine lebensgroße Replik kann man in Normanton bewundern.

In Karumba Point haben wir uns nicht in, sondern neben der Sunset Tavern den wirklich wunderschönen Sonnenuntergang angesehen. Eigentlich wollten wir dort übernachten, aber alle Campingplätze waren voll belegt. Also fuhren wir die 7 km nach Karumba, wo wir noch einen großen Stellplatz bekamen, der für uns alle ausreichend war. Übrigens mussten wir am nächsten Tag nur einen Stellplatz und Extra-Personen bezahlen. Der Stellplatz ist eine runde Betonplatte, genau wie die beiden direkt daneben liegenden. Zunächst wunderten wir uns darüber, bis wir herausfanden, dass diese drei Plätze die ehemaligen Bodenplatten von drei großen Wassertanks waren.

Wir hatten gerade noch rechtzeitig eingecheckt, um uns unsere Portion Fish’n Chips am Grill abzuholen. Wunderbar, Evie und Claudia mussten nicht kochen, der tagfrische Fisch war sehr lecker, die Chips (Bratkartoffeln) handgemacht, man konnte sich etwas nachnehmen und es hat uns pro Nase nur 4 AU$ gekostet. Teller, Besteck, Getränke sowie Stühle und Tische musste man selber mitbringen.

 

 

8.6. Karumba

 

Torsten und Trevor haben Trevors Angeln und Zubehör eingepackt und sind nach Karumba Point gefahren. Dort haben sie Köder gekauft, ein Boot gemietet und haben sich ein paar Stunden lang die Zeit damit vertrieben, auf dem Golf zu fischen. Evie und Claudia nutzten den Tag im wesentlichen dazu, mit dem Schatten und ihren Stühlen um die Autos herumzuwandern, zu lesen, Wäsche zu waschen und im nahegelegenen Supermarkt Brot zu kaufen. Die Männer kamen gegen 15h00 braungebrannt, gutgelaunt, und mit drei Brassen (breams) und einem bereits filetierten Wels zurück. Den Wels hatte Trevor zunächst wieder ins Wasser werfen wollen, da er und Evie die nicht mögen. Torsten hielt ihn davon ab, und der Wels rächte sich an Trevor, indem er ihm mit einer seiner Stacheln in die empfindliche Partie zwischen Daumen und Zeigefinger stach. Muss ziemlich schmerzhaft sein, aber die von uns in Cairns in weiser Voraussicht gekaufte Paraderm Plus Salbe (gegen Stiche, Sonnenbrand, etc.), leistete gute Dienste. Trevor musste sie nur zweimal auftragen, dann waren Schmerz und Schwellung weg.

Zum Abendessen gab es fangfrischen Fisch, von Evie zubereitete Bratkartoffeln, Salat und die frischen, völlig unbehandelten, Zitronen aus dem Stadtpark von Croydon.

Später fand dann die erste Weltmeisterschaft im Bierdosen-Zerdrücken statt. Trevor gewann, aber es sollte noch ein Rückspiel geben!

 

 

9.6. Karumba – Escott Lodge (bei Burketown)

Gute Dirt Road, stellenweise ziemlich plattes Land, Rinder und Brolgas. Die Furt des Leichhardt River ist sehr interessant: sie ist betoniert, sehr lang (ca. 400 m) und kurvig und führt auf der unteren Ebene des Flussbetts entlang, d.h. man kann zum größten Teil den Gegenverkehr nicht sehen. Da die Furt komplett trocken lag, wäre das Ausweichen zum Glück kein größeres Problem gewesen. Drüben angekommen, bogen wir nach rechts auf einen kleinen Track ab, der uns zu einem Felsplateau oberhalb des Flusses führte. Die Fälle sind zu dieser Jahreszeit leider trocken, aber im Fluss stand noch Wasser. Oben auf dem Plateau tummelten sich Wallabies, ein paar Touristen und Hunderte von Bush Flies, deretwegen wir uns zwischendurch wieder in den Wagen setzten und anschließend mit Aerogard einsprühten. Nach einer guten Stunde waren Evie und Trevor immer noch nicht da, und wir begannen uns langsam Sorgen zu machen, denn obwohl sie stellenweise mit ihrem Anhänger nicht so schnell vorankommen konnten wie wir, hätte der Abstand eigentlich nicht so groß sein dürfen. Also fuhren wir wieder zum jenseitigen Ufer, damit sie uns auch ja nicht verpassen konnten. Kaum hatten wir unseren Wagen abgestellt, kamen sie auch schon. Sie hatten einen Platten am Anhänger, ironischerweise nicht auf der Straße selber, sondern nach einer Pause auf dem imaginären Seitenstreifen. Da sie für Auto und Hänger nur jeweils einen Ersatzreifen mithatten, wollten sie natürlich ohne weiteren Aufenthalt nach Burketown fahren in der Hoffnung, dass wenigstens das Roadhouse trotz Pfingstfeiertag auf hatte. Hatte es leider nicht, so dass wir uns auf den Weg zur Escott Lodge, ca. 17 km außerhalb von Burketown, machten. Der Campingplatz ist sehr nett angelegt, sehr geräumig und mit vielen schattenspendenden Bäumen. Einige Wallabies grasten auf dem unbelegten und sehr großen Platz für Zelte. Nach Aufbau unseres Camps fuhren Trevor, Torsten und Claudia ca. 15 km den Nicholson River hinauf, da die Männer an einem der Angelplätze noch einmal ihr Glück versuchen wollten. Trevor hofft noch immer auf einen Barra. Dieser Angelausflug endete ohne Fisch, aber mit einer von Torsten hoffnungslos verhedderten Angelschnur. Im sanften Licht des späten Nachmittags lag der Nicholson River malerisch und friedlich da. Sichtbar, aber sanft stieg der Pegel des gezeitenabhängigen Flusses und bedeckte die zuvor noch trocken liegenden Sandbänke. Ein Graureiher war erfolgreicher als Trevor und Torsten und zog zwei Fische aus dem Wasser. Man sollte sich aber durch die Idylle nicht täuschen lassen, der Nicholson ist bekannt für seine Leistenkrokodile, große noch dazu!

Der Boden des Campingplatzes war abends und nachts übersät von Cane Toads in allen Größen, auch in den Waschräumen saßen sie. Ein Green Tree Frog stach wie ein Smaragd aus der braunen Masse der Kröten hervor.

Hin und wieder hörte man das Heulen eines Dingos.

weiter lesen, Teil 2

 

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