Up ] Bericht 97 ] [ Bericht 99 ] Bericht 2000 ] Bericht 2001 ] Bericht 2002 ] Bericht 2003 ] Bericht 2004 ] 1997 yarn ] 1999 yarn ] 2000 yarn ] 2001 yarn ] 2002 yarn ] 2003 yarn ] 2004 yarn ]

Home

Startseite

Airports, Books, 4WD, Dangers, Daylight, Travel Tips, Regions, Time Zones, Weather, And More

Road Conditions + Weather During Our Trips

Scenery, Wildlife, Cities

Our Stories About Several Trips to Oz

Surf Tips

Site History, Australia News, Airline News, Environment News

Who Are We + Contact

Help, Guest Book

Site Map + Help

Von Perth nach Darwin

Western AustraliaAustralien 1999Northern Territory

Lesezeichen: Perth, Western Australia (WA) - Cervantes - Kalbarri - Monkey Mia - Carnarvon - Coral Bay - Karratha - South Hedland - Broome - Fitzroy Crossing - Halls Creek - Kununurra - Katherine, Northern Territory (NT) - Berry Springs - Darwin 

 

 

06.06. Perth (WA)

Da sind wir wieder! Down Under! Etwas müde, aber glücklich angekommen. Die erste Dusche wie immer eine besondere Freude.

Zum Abendessen gab es einen monstermäßigen Chancellor Burger (nicht nach dem Bundeskanzler, sondern nach dem Hotel benannt).

07.06. Perth

City Guide

Haben einen gemütlichen, langen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Der King’s Park ist riesig groß, sehr schön, hat sogar einen wildbelassenen Teil und bietet eine tolle Aussicht auf die Skyline und den Swan River.

Am Fluss selber haben wir einen sonnenbadenden Schlangenhalsvogel gesehen, der sich weder durch uns, vorbeiziehende Jogger noch einen mitjoggenden Hund aus der Ruhe bringen ließ.

Nett gemacht ist „London Court", eine Einkaufsstrasse mit kleinen Geschäften – die Gebäude sind alten englischen Häusern nachgebaut.

Das Frühstück war sehr lecker. Das Abendessen bestand leider nur aus einem eher mittelmäßigen Steak im gleichen Restaurant.

08.06. Perth - Cervantes

Nach Übernahme unseres Campervans (eine Nummer größer als der vor 2 Jahren, 7 Meter lang) und dem üblichen Grosseinkauf bei Woolies (Woolworth’s) ging’s los auf den Great Northern und Brand Highways. Die Fahrt nach Cervantes war bestimmt durch ein sehr gleichförmiges Ambiente von Buschland, mal mit, mal ohne Hügel – mal mit, mal ohne Regenschauer.

Am Cataby Roadhouse konnten wir zwei bunte Papageien auf Film bannen und mehrere Papageienarten in Volieren besichtigen. Darunter waren Galahs (Rosakakadus) und Wellensittiche ! 

Der Campingplatz in Cervantes ist gut, mit Schlüssel für die Waschräume. Unser Camper verfügt über Mikrowelle und Heizung (Klimaanlage) im Wohnbereich sowie ein Mini-Bad mit Dusche und Chemietoilette für Notfälle . Die Super Saver Card von Britz hat uns bei Anmietung immerhin AUD 99 gespart.

Ein Sonnenuntergang am Indischen Ozean rundete den Tag ab.

09.06. Cervantes – Kalbarri

Im Morgengrauen ging’s los. Als erstes stand ein Abstecher zu den Pinnacles auf dem Programm. Lange Gesichter, als wir feststellten, dass die letzten 6 km eine Dirt Road waren und unser Camper ein normaler Zweiradgetriebener ist (also auf unbefestigten Strassen keine Versicherung). Wir stellten ihn am Rand ab und gingen zu Fuß zur 10 Minuten entfernten Hangover Bay, um wenigstens nicht völlig umsonst 11 km gefahren zu sein. Wir saßen gerade wieder im Auto, als uns aus Richtung Pinnacles im Geländewagen ein älteres Ehepaar entgegenkam. Die beiden waren eine unerwartete Entscheidungshilfe, denn sie überzeugten uns durch Wort und Video-Bild, doch zu fahren. Schließlich sei er ‚nur 80‘ gefahren, da sollten wir uns doch ruhig mit Tempo 40 trauen. Haben wir auch getan und es nicht bereut. Es war noch früh genug am Morgen, um die bizarre Schönheit der z. T. bis 4 Meter hohen Pinnacles zu genießen. Der Effekt war übrigens der gleiche wie bei den Devil’s Marbles, auf Fotos sieht man nur eine Handvoll, dabei gibt es Dutzende wenn nicht gar Hunderte davon. Die ersten Weißen, die diese Granitnadeln‘ aus der Ferne sahen, glaubten an die Ruinen einer untergegangenen Stadt. Von den Pinnacles aus sieht man in der Ferne den Indischen Ozean. Einfach schön!

Danach fuhren wir weiter in Richtung Kalbarri. Überschwemmte Landstriche, grüne Hügel und zeitweise Dünen bewiesen die Nähe zum Meer, welches wir teilweise auch zu Gesicht bekamen. Interessant auch die Wölkchen, die eine Etage tiefer als die allgegenwärtigen Schleierwolken ihre Bahn zogen. An einem gottverlassenen Roadhouse haben wir erste Fotos von wildlebenden Galahs geschossen. Von denen bekamen wir heute Abend auf dem Campingplatz gleich einen ganzen Schwarm vor die Linse.

Nach einem kurzen Intermezzo mit Aufnahmen des Sonnenuntergangs am Strand ging’s zurück zum Camper.

Einer der zwei Höhepunkte des Tages waren mehrere Riesenkängurus, die wir auf der Fahrt zu den Pinnacles sahen. Eines hüpfte in sicherer Entfernung vor unserem Camper über die Strasse und demonstrierte eindrucksvoll, wie leicht diese Kerle im Busch, in der Dämmerung, zu übersehen sind. Danach ging’s mit Tempo 40-50 weiter! Natürlich nicht den ganzen Tag….

10.06. Kalbarri – Monkey Mia

Unsere Abfahrt aus Kalbarri war (zum Glück?) Känguru -frei. Am Billabong Roadhouse (plus Homestead) wurde getankt und eine kurze Pause gemacht. Dort sahen wir wieder unsere Freunde, die allgegenwärtigen Galahs. Heute kreuzten auch mehrfach Schafe die Strasse, ohne die geltenden Vorfahrtsregeln zu beachten. Überhaupt war das Schaf das Tier des Tages. Sie sind den Menschen zahlenmäßig hundertfach überlegen. Am Overlander Roadhouse schlugen wir uns nach links durch eine ‚buschigere‘ Landschaft als vorher in Richtung Denham. Dort wollten wir uns nach unseren Einkaeufen noch den Ort ansehen. Letzteres lohnte angesichts der viereinhalb Häuser aber nicht.

Bei der Einfahrt nach Monkey Mia durften wir erst mal AUD 10 löhnen. M.M. ist nämlich kein Ort, sondern eine ‚Reserve‘ und steht somit unter Naturschutz. Wir haben einen sehr schönen Stellplatz mit Blick aufs Meer. Die Delphine, für deren Besuche am Strand M.M. weltbekannt ist, ließen sich leider nicht blicken, so dass all unsere Hoffnungen nun auf morgen Vormittag ruhen.

Dafür machten wir die Bekanntschaft eines in Ufernähe fischenden Pelikans, der Torsten offenbar mochte und sogar bis fast auf Tuchfühlung an ihn herankam. „Pelli", wie wir ihn spontan und einfallsreich tauften, war nicht der einzige seiner Art, den wir sichteten, aber bestimmt der netteste!

11.06. Monkey Mia –Carnarvon

Heute morgen wurde unser Wunsch erfüllt: die Delphine waren da! Und auch noch ohne Wartezeit am Strand. Gekommen waren 3 Weibchen mit Jungen und eine Halbwüchsige. Nicki, eines der Weibchen, kam bis an den Strand heran, dorthin wo die Rangerin stand, welche uns erklärte, Nicki möge es gar nicht, angefasst zu werden und würde auch schon mal beißen. Wahrheit oder Lüge zum Schutz und Wohl der Tiere? Egal. Auch ohne Anfassen war der Besuch der 7 ein einmaliges Erlebnis. Wir standen alle bis zu den Knien im Wasser. Einige Leute wichen hektisch zurück, als Nicki sozusagen über ihre Füße ein paar Meter zur Seite schwamm. Zum Füttern kamen dann alle erwachsenen Delphine ins seichte Wasser, um sich ihren Fisch aus den Händen einiger Auserwählter zu holen. Noch mit vollem Maul schwammen sie wieder in Richtung offenes Meer - um später noch 1-2x wiederzukommen, wie uns erklärt wurde.

Einige der Delphine von Shark Bay, an der Monkey Mia liegt, kommen regelmäßig dort an den Strand. Normalerweise mehrmals am Tag. Alles begann damit, dass vor Jahren jemand seine Fischabfälle über Bord warf. Die in M.M. arbeitenden Ranger achten streng darauf, dass den Tieren kein Leid geschieht – wie gesagt: Anfassen verboten! Auch die Fische werden sozusagen mit spitzen Fingern gereicht. Die Tiere bekommen auch nur ein Zufutter, so dass sie nach wie vor selber jagen müssen. Die in Shark Bay heimische Delphinpopulation hat der Wissenschaft fast alle Erkenntnisse über das Verhalten dieser herrlichen Tiere geliefert.

Um halb 10 brachen wir dann auf. Abstecher über eine 3 km lange, verbotene Dirt Road zu einer alten Telegraphenstation (Hamelin Pool). Die Demo über Stromatolithen, die ältesten Lebewesen der Welt, schenkten wir uns, da sie im Vorführen eines Videos zu AUD 5/Kopf bestand (später lasen wir dann im in unserer Literaturliste aufgeführten Buch „Down Under" von Bill Bryson, dass man im Hamelin Pool selber die Stromatolithen besichtigen kann und auch der Film interessant sei. Dumm gelaufen).

Das einzig Interessante waren 2 Nymphensittiche in einer Voliere, ein echtes Outback-Dunny (Plumpsklo) und ein Uralt-Auto Marke Familie Walton einschließlich gleich altem Kennzeichen. Es gelang Claudia nur mit Mühe, Torsten vom Abmontieren des letzteren für seine Sammlung abzuhalten, hihihihi.

Weiter ging es durch die uns so liebgewordene Buschlandschaft, inklusive obligatorischem Monsterburger am Wooramel Roadhouse, bis Carnarvon, dem absoluten Zentrum dieser Gegend – ein kleines, nettes aber unspektakuläres Staedtchen mit ca. 9000 Ew. Besonderheit: die Wüste geht in Westaustralien nur hier bis ans Meer. Das Bild von Carnarvon wird bestimmt durch Palmen, bunt blühende Büsche und Bananen- und Mangoplantagen. Was denn: Wüste und Obstanbau: ein Widerspruch? Nun, Australien ist das Land der Widersprüche und Gegensätze, einfach ein faszinierendes Fleckchen Erde!
Wir genossen einen Wintertag, der die ansonsten frostigen durchschnittlich 22°C (+) vergessen ließ. Bei 25°C ist die kalte Jahreszeit einigermaßen erträglich. Und dabei sind wir noch nicht in den Tropen… Wir haben einen Film entwickeln lassen und vergeblich nach Souvenirs gesucht (immer noch kein T-Shirt gekauft, das ist uns noch nie passiert!). Jetzt sitzen wir bequem im Camper (auf einer en-suite site) und verdauen unser Scotch Fillet (Rind).

 

12.06. Carnarvon – Coral Bay

Wir hatten es schwer, aus den Federn zu kommen und sind deshalb erst um 7.30 Uhr, 30 Minuten später als üblich, gestartet. Nach einem kühlen Morgen wurde der Tag noch richtig schön warm (ca. 26/27°C). Unsere Fahrt führte uns durch immer spärlicher besiedelte Buschlandschaft. Die Landschaft veränderte sich im Vergleich zu den vorigen Tagen nicht – irre, ca. 1.700 km in unveränderter Umgebung. Wären wir von Flensburg aus nach Süden gestartet, hätten wir uns schon mitten in Österreich befunden und in der Zwischenzeit 1000 verschiedenen Landschaften gesehen.

Außer einem Schwarm Nacktaugenkakadus sahen wir massenweise Wellensittiche, die uns mit ihren Kapriolen verdeutlichten, was für Flugkünstler diese kleinen Kerle sind – und wie schnell! Ein Schwarm flog scheinbar mühelos eine Weile parallel zu uns, und wir fuhren immerhin 110 km/h!!!

Coral Bay entpuppte sich als sehr angenehm (einen Ort kann man es noch nicht nennen), da kaum touristisch erschlossen. Die Attraktion sind die z. Zt. anwesenden Walhaie, Buckelwale und Mantas, die man auf organisierten Tauchtouren sehen kann. Wir haben uns mit einer Glasboden-Bootsfahrt übers Riff begnügt und die wirklich faszinierende Unterwasserwelt bestaunt. Die Vielfalt der Korallen ist beeindruckend. Ihre Formen und Farben erinnern an Rosenkohl, Blumenkohl, Grünkohl, Lavendel und auch schon mal an ein aufgeblasenes Hirn. Zebrafische, Neonfische und andere Sorten, die sich nicht vorstellten, konnten wir auch beobachten. Durch das Riff abgeschirmt, gibt es in der Bucht so gut wie keine Haie, und wenn, dann die harmlosen Arten. Das Ganze steht unter Naturschutz. Besonderheit: das Riff geht bis dicht an den Strand heran. Am Ende der Fahrt wurden dann noch Fische gefüttert.

Nach der Tour haben wir noch einen kurzen Shopping-Trip durch die zwei Läden der „Coral Bay Arcade" unternommen und uns endlich (!) jeder ein schönes T-Shirt gekauft. Trotz der hieraus folgenden totalen Erschöpfung konnten wir uns schließlich zu einem langen Strandspaziergang durchringen und haben dabei noch die eine oder andere Koralle aus der Nähe bewundert. Es gab zum Abschluss des Tages wie immer den Sonnuntergang über dem Indischen Ozean. Ein gelungener Tag im harten australischen Winter.

Ach ja: zwei Zebrafinken haben wir auch gesehen, aber sie waren zu flink zum Fotografieren.

Das wichtigste Ereignis des Tages: um 10.36 Uhr überschritten wir zum ersten Mal auf diesem Trip den Wendekreis des Steinbocks und befinden uns nun wieder offiziell in den Tropen.

Da hier aber z. Zt. Winter ist, liegen die Temperaturen nur bei durchschnittlich 20-28°C und vom Meer weht eine frische Brise, wie uns der Bootsführer mit gespielt ernster Miene erklärte. Wir harrten aber tapfer in Shorts, T-Shirt und barfuss aus! J

13.06. Coral Bay – Karratha

Der Tag fing mit einem Schreck an: Torsten wachte auf und stellte fest, dass es bereits halb 7 war. Claudia hatte den Wecker aus Versehen auf „p.m." gestellt. Wir kamen aber dennoch um 7.45 Uhr los, wenn auch ohne Kaffee. Um 9.20 Uhr haben wir durch neuerliches Überqueren des Wendekreis des Steinbocks endgültig die Entbehrungen des harten Winters hinter uns gelassen und sind von nun an in den australischen Tropen.

Es ging prima weiter: zuerst ein einzelner, dann 2 Emus auf einmal. Begeisterung! Dann ein kurzes, aber unfotografiertes Zwischenspiel eines Rotfuchses und dann wieder 2 Emus. Das Glück blieb uns treu, denn kurz darauf kamen wir noch mal an 3 Emus vorbei. Bei letzterer Gruppe meinte Torsten, es lohnte sich nicht zu halten, weswegen sie unserer, oder eher Claudias, Foto-Wut entgingen L .

Die Strecke wurde nach und nach immer schikanöser für den Fahrer: eine Kurve jagte förmlich die andere J . Die Landschaft entschädigte uns dafür: mit Spinifex bewachsene Hügel aus roter Erde, regelrechte Täler zwischen den einzelnen Hügelkuppen, bizarre Tafelberge, Termitenhügel (bis ca. 2,50 m hoch), weiße Eukalyptusbäume. Die Erde hat sich von dem bisherigen Braun und Weiß zum für das Outback so typischen Rot verändert. Der obligatorische Snack kam an Fortescue River Roadhouse.

Im Karratha Tourist Center haben wir u.a. jeder ein T-Shirt erstanden. Karratha selbst ist ein netter, kleiner Ort, das Zentrum des Bezirks. Den Film „Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean" ließen wir heute ausfallen, da der Campingplatz nicht am Strand liegt. Auch hier trafen wir wieder auf unsere Freunde, die Galahs.

Torsten gelang es auf der Fahrt, Wellis im Flug zu fotografieren. Der gleiche Schwarm ließ sich netterweise zu einer kurzen Pause auf einem Baum nieder. Danke Jungs!

14.06. Karratha – Port Hedland (South Hedland)

Die Fahrt war gemütlich, ohne besondere Ereignisse und leider verregnet. Oder um genauer zu sein: zeitweise schüttete es wie aus Eimern. Unterwegs haben wir ein paar blühende Pflanzen fotografiert, ein Greifvogel entzog sich unserer Foto-Wut. Einen kurzen Aufenthalt gab’s im Geisterdorf Cossack. Zu seiner Zeit lebte dieses Dorf von Schafschur und Perlentransport. Interessant ist das Museum, in dem das Leben im 19. Jahrhundert dargestellt wird. Cossack wurde endgültig in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgegeben, ist aber sehr gut als Freilichtmuseum erhalten (die Gebäude, die noch da sind).

Auf dem Campingplatz in South Hedland posierten mehrere wilde Wellensittiche beim Fressen am Boden vor unserer Kamera. Darunter 2 eindeutig entflogene (oder aber seltene Mutationen), ein blau-weißer und 1 grüner mit gelbem Rücken & Flügeln. Die restlichen 5, darunter 3 Babies, waren eindeutig wilde. Die 3 Babies kamen einmal so dicht an die fotografierende Claudia ran, dass das Teleobjektiv nicht mehr Scharfstellen konnte!

15.06. Port (South) Hedland – Broome

Heute ist der Wettergott unser wieder besser gesonnen, und die Temperaturen sind nun wahrhaft tropisch. Der Höhepunkt des Tages war eine kleine Herde Dromedare. Sie ruhten und fraßen am Rande des Highways, der uns an den Ausläufern der Great Sandy Desert (größte Sandwüste der Ende) vorbeiführte. Kamele werden immer als Sinnbild für Dummheit ins Spiel gebracht. Dabei schafften sie es, Claudia an der Nase herumzuführen. Solange sie liegenlieben und sich nicht bewegten, hatte Claudia (aber immerhin aus einiger Entfernung!!!) sie nämlich für Termitenhügel gehalten.

Am Sandfire Roadhouse schloss Torsten Freundschaft mit einem Pfau und einem bisher unidentifizierten Wildvogel, der wiederum auf Torstens Eiswaffel aus war. Weiterhin gab es dort Hunderte von Schmetterlingen, zitronengelbe und beige-braun gestreifte.

Faszinierend waren temporäre, flache Salzseen entlang der Strasse, inmitten brauner ‚Wiesen‘ mit Schwärmen von Pelikanen und anderen Wasservögeln. Die letzten ca. 300 km waren von diesen Salzseen abgesehen echte Öde – im wahrsten Sinne des Wortes. Aufgelockert nur durch mehr oder minder falsches Singen unsererseits, in Ermangelung eines empfangbaren Radiosenders, und einer Riesenherde Rinder links und rechts des Highways kurz vor Broome. Über 30 km dieser Strecke waren schnurgerades Asphaltband, wie mit dem Lineal gezogen; Strasse bis zum Horizont, Busch ebenso. Oder: Strasse nach nirgendwo, Busch bis zum Horizont.

Am Roebuck Bay Caravan Park hatten wir Pech, dort hätten wir gerade noch einen mehr als mittelmäßigen Platz neben der Fish Cleaning Area haben können. Danke, aber nein danke!

Also ging’s wieder 4 km vor die Stadt zum Broome Caravan Park. Hier stehen wir nun mit viel Platz zu allen Seiten auf dem ‚Overflow‘ (Notstellplätze falls Platz überfüllt), da die Bäume auf den anderen uns angebotenen Plätzen zu niedrig hängende Äste hatten. Morgen wird dann Broome erkundet!

16.06. Broome

Dies war der erste Aufenthaltstag seit Beginn unseres Nomadenlebens. Heute morgen haben wir (mal wieder) gegen die Regel verstoßen, die da sagt „ Du sollst mit zweiradgetriebenen Fahrzeugen nicht auf unbefestigten Strassen fahren". Aber die Handvoll Kilometer bis zum Gantheaume Point waren es wert – und die dirt road gut planiert: schroffe rote Klippen, türkisblaues Meer, in der Ferne der weiße Cable Beach.

Anschließend ging’s nach Chinatown, in der wir keinen einzigen Chinesen gesehen haben. Der Spaziergang war aber sehr erleichternd, vor allem für unsere Portemonnaies J . Wir gönnten uns denn auch einen köstlichen Barraburger (Barramundi-Burger).

Dann ging es weiter zu Malcolm Douglas‘ Crocodile Park, in dem unartige Crocs (d.h. Crocs, die in freier Wildbahn auffällig geworden sind) gehalten, Crocs gezüchtet (nicht für kommerzielle Zwecke) und Studien getrieben werden. Übrigens beträgt die Schwanzlänge eines Crocs die halbe Gesamtlänge. Im Park gibt es Freshies, Salties, Mississippi Alligatoren und Kaimane.

Zwei Salties bleiben in besonderer Erinnerung: „Stumpy", der nur 3 Beine hat – eins als Baby von einem Barramundi abgebissen oder durch Schiffsschraube eingebüßt? Man weiß es nicht – und „Felix" der besonders gefährlich ist: er ist ein Farm-Croc, von Babybeinen auf an Menschen gewöhnt und hat daher jegliche Scheu und Angst vor ihnen verloren. Wir haben eine äußerst interessante und informative Feeding Tour mitgemacht. Es gab auch zwei Baby-Salties zum Anfassen. Die Haut war warm und weich. Nur die Souvenirs aus Krokodilleder waren (sau-)teuer, und 1 Zahn sollte AUD 70-80 kosten. Also beließen wir es beim Ansehen. Übrigens sind diese Artikel aus Häuten von auf kommerziellen Farmen gezüchteten Crocs.

Weiter zum wirklich schönen Cable Beach, einem der fünf schönsten Strände der Welt. Einmal kurz die Füße ins Wasser gehalten, und zurück in die Innenstadt. Die alten Pearling Luggers (Schiffe der Perlentaucher) fanden wir leider nicht, da der Streets Jetty (der alte Anlegeplatz) repariert wird und

z. Zt. nicht begehbar ist. Wo die Schiffe sind? Keine Ahnung!

Heute morgen schloss Claudia kurz Freundschaft mit einem Pferd, das auf einer Weide hinter unserem Camper steht, und Torsten mit einem kleinen, freundlichen Hund, der ihn auch heute Abend wieder freudig begrüßte.

17.06. Broome – Fitzroy Crossing

Der heutige Tag war bestimmt durch Boab* (Flaschen-) Bäume aller Groessen und Wuchsvarianten. Besonders beeindruckend ist der alte Boab Prison Tree kurz vor Derby, in dem im 19. Jh. Aboriginal-Gefangene ueber Nacht festgehalten wurden, bevor man sie am darauffolgenden Tag nach Derby brachte. Innen war gut und gerne Platz für 10 Personen – sitzend. Wir sind auch kurz ins „Gefängnis" eingestiegen. Der Baum ist mindestens 1000 Jahre alt und hat einen Umfang von 14 (!!) Metern. Innen sind Boabs hohl, haben somit ihr privates Regenwasser-Reservoir für Durststrecken.

*Nein, das ist kein Schreibfehler. Der afrikanische Baobab und der australische Boab sind zwar verwandt, aber nicht das Gleiche.

18.06. Fitzroy Crossing – Halls Creek

Zu Tagesbeginn gab es eine einstündige Bootstour in der Geikie Gorge, wo es die Kalksandsteinklippen (das ehemalige Riff eines urzeitlichen Meeres), Süßwassermangroven und Freshwater Crocs zu sehen gab. Die Crocs lagen entweder faul in der Sonne oder entzogen sich der Foto-Wut der ca. 30 Touristen durch Abtauchen. Auch ein Graureiher gab sich die Ehre, stand aber dummerweise im Schatten.

Die Landschaft wurde immer rauer, mal wähnten wir uns nahe der Devil’s Marbles, mal sah es so aus, als habe ein Riese Kieselsteine ausgekippt. Kleine Ranges und Tafelberge rundeten die Szenerie ab. Auf eine Strecke von ca. 100 km bestand sie aus Geröll mit ein wenig Spinifex.

Kurze Action kam auf, als wir an einem Trupp Stockmen (alles Aboriginals, Zufall?) vorbeikamen, die gerade Rinder trieben. Nebenher (genauer: auf dem Highway) fuhren 2 Geländewagen. Wahrscheinlich war ihr Boss zu faul zum Reiten. Man kam sich vor wie im Vorspann zu „Red River" (yee-haw!!).

Halls Creek liegt inmitten einer platten Sandwüstenfläche. Erstaunlich ist diese Landschaftsbeschreibung insofern nicht, als wir uns schon etwa 800 km an der Great Sandy Desert entlangtasten.

Über den Campingplatz in Halls Creek breiten wir den Mantel des Schweigens. Nur soviel: es war der schlechteste auf dem wir je in Oz waren, und wäre es nicht schon zu spät am Nachmittag gewesen, wären wir weitergefahren.

19.06. Hall’s Creek – Kununurra

Nachdem wir Halls Creek verlassen hatten, fuhren wir durch die immer interessanter werdende Landschaft der Kimberleys: eine Welt aus Felsen und Geröll, die sich zu kleinen Bergen anhäufen und damit das Auge des Betrachters in seinen Bann zieht; rote Erde, Spinifex, Boabs, Eukalyptusbäume, blühende Büsche und Blumen. Einen Fotostop gab es für frühstückende Wedgies (Keilschwanzadler). Ein nach uns kommender Wagen hielt, der Beifahrer fragt, ob alles in Ordnung sei – Torsten bestätigte dies und nach einem freundlichen „Okay, mate" fuhren sie weiter.

Je mehr wir uns unserem Fahrziel näherten, desto mehr Blüten bereicherten das Bild und desto mehr verschwand der Kontrast von roter Erde und blassgrüner bis gelblicher Vegetation. Hier ist eindeutig Grün vorherrschend.

Kununurra ist ein sehr attraktiver kleiner Ort, der erst 1961 gegründet wurde, und die Besitzer des Town Caravan Parks sind äußerst nett. Der Platz selbst ist sehr gut.

20.06. Kununurra

Wir haben folgendes besichtigt:

1. Hidden Valley National Park am Rande des Ortes. Ein kleiner Park mit beeindruckend schöner Landschaft, vielen Pflanzen und schönen Ausblicken.

2. Zebra Rock Gallery. Die Zebra Rocks – rötliche Streifen oder Punkte auf hellem Grund – wurden bislang noch nirgendwo anders gefunden als hier, sie sind 600 Mio Jahre alt. Die ‚Primordials‘ (versteinerte Algen) sogar 1200 Mio Jahre!

Die Galerie ist an einem kleinen See, wo man Catfish (Welse) mit im Shop verteilten Weißbrot füttern kann. Außerdem kann man bei der Bearbeitung der Steine zusehen oder sich selber einen Rohling kaufen und mit dem dortigen Werkzeug sein Glück versuchen. Wir haben fertige Produkte genommen…

3. Melon Farm – eine von vielen Obstfarmen, die ihre Produkte selber verkaufen. Hier haben wir frisches Obst (Rockmelons und Bananen) und Gemüse (libanesische Gurken und Squashies, kleine ufoförmige gelbe Zucchini) zu einem Spottpreis gekauft. Das schmeckt aber nach mehr!!!

4. Diversion Dam (Lake Kununurra) haben wir gleich 2x überquert, hatten aber keine Möglichkeit anzuhalten und Fotos zu machen.

5. Celebrity Tree Park an der Lily Lagoon mitten im Ort. Hier dürfen Aussie Promis (u.a. John Farnham) je einen Baum pflanzen – im Park stehen verschiedene Arten. Lily Lagoon ist, wie der Name schon sagt, übersät von Wasserlilien.

Interessantes Detail: im Ord River Valley, in dem Kununurra liegt, wird pro Jahr mehr Zuckerrohr geerntet als in dem dafür bekannten Bundesstaat Queensland – 150 gegenüber 120 Tonnen.

21.06. Kununurra / El Questro

Heute stand eine geführte 4WD Tour zur Station El Questro auf dem Programm.

Um 7.15 Uhr holte uns unser (weiblicher) Guide Bronny in einem 4WD Landcruiser für 12 Personen ab. Noch war er leer. Innerlicher Jubel unsererseits, als sie uns sagte, dass wir insgesamt zu fünft blieben. Nachdem wir Anne und Leckie, eine nettes altes Ehepaar (um die 75) eingeladen hatten, ging es los. Zuerst noch Highway, dann schlugen wir uns nach links auf die berühmte Gibb River Road – Schotterstrasse, versteht sich. Nach einigen km bogen wir auf einen Track zu Aboriginal Felszeichnungen ein. Dann fuhren wir insgesamt 20 km bis zur Emma Gorge. Dort haben die jetzigen Besitzer bzw. lease holder also Pächter (zu erneuern 2046, AUD 1 Million für 1 Mio acres = 404.000 Hektar) ein kleines, sympathisches Resort eingerichtet. Man schläft in Luxuszelten mit oder ohne eigenes Bad.

Auf Schusters Rappen marschierten und kletterten wir dann 1,6 km durch die wunderschöne Emma Gorge. Die schwarzen Flecken und Streifen auf den steilen Klippen (ebenfalls das jetzt trockengelegte Riff eines urzeitlichen Meeres) sind übrigens Algen, die mit Versiegen der Wasserfälle nach der Wet Season absterben. Zwei kleinere Teiche bereiteten uns nicht auf das Ende der Strecke, den malerischen Droplet Falls Pool vor. Allerdings auch nicht auf das eisige Wasser (5 – fünf - °C). Torsten und Bronny trotzten dennoch den Elementen und schwammen bis zum Wasserfall, Claudia ging nur bis zum Bauch rein und Anne und Leckie blieben gleich draußen.

Nach der Erfrischung folgte der Rückmarsch zum Resort, wo wir mit Wasser, Melonen und Ananas für unsere Mühen belohnt wurden. Nächster Stop war Zebedee Springs, warme mineralienhaltige Thermalquellen (28-32°C). Zuerst wollten wir ja nicht rein, da Wassertemperatur = Lufttemperatur, aber nachdem Bronny uns erst mit Entzug des Lunches und dann mit dem Heimweg zu Fuß drohte, gingen wir doch rein und haben es nicht bereut. Das Wasser war seidenweich und trotz der Wärme sehr erfrischend und zugleich entspannend.

Als nächstes stand der Lunch auf der Station (50 km vom Highway entfernt, Caravan Park und 5-Sterne-Hotel in der alten Homestead) auf dem Programm. Wir vier entschieden uns einmütig für Barraburger. Anschließend wurden wir von Albert & Meg zusammen mit 8 anderen Gästen zum Chamberlain River geschaukelt und auf selbigem eine Stunde mit einem Boot gefahren (Albert setzte einmal auf einem Felsen auf….). Die Gorge ist zwar schön, aber Katherine Gorge hat uns in der Beziehung etwas verdorben…

Dann folgte ein knapp einstündiger Vortrag auf einem Fußmarsch entlang der Klippen, um Aboriginal Felsmalereien zu bestaunen.

Anschließend ging’s zurück, ein kurzer Sprung in den Station Shop und los. Torsten schuldete Bronny noch ein halbes Mars, da er verbotenerweise Emma Gorge fast als „gorgeous" bezeichnet hatte. Leckie übrigens auch. So hatte sie denn 2 Riegel, wenn auch kein Mars, das es nicht gab. Auf der Rückfahrt im Dunkeln setzten wir Meg bei Emma Gorge ab, sahen kontrollierte Buschfeuer die sich wie rote Zungen die dunklen Hügel hinaufschlängelten und hatten zum krönenden Abschluss 10 km vor Kununurra auf dem Highway einen Platten, oder besser: einen richtigen „blow out". Bronny und Torsten wechselten Reifen, Leckie winkte mit seiner Taschenlampe Autos vorbei – die reinste Rush Hour: 5 oder 6 Viehtransporte) und Anne und Claudia standen nutzlos in der Gegend rum J .

Als erstes setzten wir Anne und Leckie an ihrem Campingplatz ab, der Abschied war sehr herzlich.

Zum Abschied ernannte Bronny Torsten zum Abschied zum Reifenwechsler und Claudia zum Wassertemperaturprüfer auf El Questro. Alles in allem ein gelungener Tag mit einer sehr netten Guide, sehr sympathischen Mitfahrern und vor allem einem super Vormittag.

P.S. Auf El Questro, einer für Oz kleinen (!) Station, gibt es auch noch ‚ein paar Rinder‘…. So etwa 5000…

22.6. Kununurra / Lake Argyle

Zuerst einmal kauften wir uns heute morgen jeder ein Paar echte „work boots". Dann machten wir uns auf die ca. 70 km lange Strecke zum Lake Argyle, seines Zeichens der größte Stausee der südlichen Hemisphäre mit 1000 km² , das größte Süßwasser-Gewässer Australiens und 7x so groß wie der Hafen von Sydney. Auf dem Weg dorthin sahen wir noch ein paar kontrollierte Buschbrände.

Wir besichtigten die historische Homestead der Durack-Familie, irischen Einwanderern. Der Stausee hat deren Station Argyle Downs überflutet – sie wurden aber nicht enteignet, sondern waren Fürsprecher des Ord River Bewässerungsprojekts. Tatsächlich werden auf den Farmen dort weder Dünger noch sonstige Chemie verwendet. Die Erde ist enorm fruchtbar. Jedenfalls: damit das Haus nicht zusammen mit der Station überflutet wurde, hat man es Stein für Stein abgetragen und wieder aufgebaut. Einschließlich diverser Grabsteine.

Nach einem kurzen Snack gönnten wir uns die schönen Ausblicke auf den See und den Ord River Dam. Letzterer sieht von unten aus wie ein Schotterwall. Außerdem sind die Schleusen nicht im Damm, sondern jeweils daneben. Über den Damm führt eine einspurige Strasse, so wie es auch auf dem Rundweg ab dem Info Center mehrere einspurige Strecken gibt. See und Damm sind eingebettet in die malerische Kulisse der Kimberleys.

23.06. Kununurra (WA) – Katherine (NT)

Nach dem Frühstück fuhren wir erst mal wegen Torstens Schmerzen in der rechten Seite ins Kununurra District Hospital. Diagnose: eine gebrochene Rippe! Wann, wie und wo bleibt ein Rätsel (unglaublich, aber wahr). Behandlung: Aspirin, Panadol Codeine, Salbe, keine Anstrengung. Kostenpunkt: AUD 80.

Wir hatten uns kurzfristig entschlossen, nicht nur bis Timber Creek, sondern bis Katherine durchzufahren. Noch in Westaustralien sind wir an einem Buschfeuer vorbeigefahren, das nur höchstens 10 m von der Strasse entfernte loderte. Ein zweites, kleineres, hatten wir im NT entdeckt. Es war offenbar gerade ausgebrochen.

An der Grenze WA/NT gibt es für alle Reisenden, die aus NT kommen, einen Kontrollpunkt. Obst und Gemüse, in NT gekauft, muss dort weggeworfen werden (Quarantänebestimmungen). Die Fahrt führte uns durch die immer noch großartige Landschaft von schroffen, roten Klippen, Spinifex und Eukalyptusbäumen.

Wallabies blieben wegen mangelnder Haltemöglichkeiten unfotografiert. Dafür „erwischten" wir eine mindestens 2 Meter lange Schlange, die wir bei ihrem spätnachmittäglichen Sonnenbad auf dem Highway störten.

Am 26.6. konnten wir diese Schlange im Wildlife Territory Park bei Darwin identifizieren: eine Schwarzkopfpython (Black headed python).

Ein von uns spontan „Mr Swagman" getaufter großer brauner Grashüpfer fuhr von Kununurra aus ohne Fahrschein ein ganzes Stück an unserer Heckscheibe mit.

24.06. Katherine

Unser erster Abstecher führte uns zu den Edith Falls, einem netten kleinen, kaskadenartigen Wasserfall, der sich in einen großen Teich entleert, in welchem man gefahrlos schwimmen kann. Nach ein paar entspannenden Minuten am Ufer machten wir uns auf zum letzten Grosseinkauf L . Dann ging es zum anderen Ortsende raus (in Richtung Alice Springs) zu den Cutta Cutta Caves. Unser Timing war schlecht, die letzte Tour war um 15.00 Uhr, wir kamen um 15.10 an… L .

Also fuhren wir zurück zum Campingplatz und faulenzten noch ein bisschen.

 

25.06. Katherine – Berry Springs

Der Stuart Highway ist unser! Wir fuhren heute noch die uns fehlenden Kilometer zwischen Katherine und dem von Kakadu kommenden Arnhem Highway. Somit haben wir ihn vom Anfang in Port Augusta, South Australia bis zum Ende in Darwin, Northern Territory befahren (s. auch 1997). Das macht 3014 km auf der Strasse, die eines der z.T. unwirtlichsten Gebiete der Welt durchquert.

Im Adelaide River Inn aßen wir nicht nur einen köstlichen Burger, sondern sahen auch „Charlie", den Wasserbüffel aus Crocodile Dundee I & II – „Hauptrolle: Charlie, in einer Nebenrolle: Paul Hogan" J . Zu Charlie’s Person: Taufname „Nick‘; geboren 1974; Gewicht 1 Tonne; Hornspannbreite 2,25 (die größte Spannbreite in Gefangenschaft). Er genießt jetzt als „Pensionär" sein Leben mit zwei Wasserbüffelkühen, einem Jungtier und einem Känguru.

In Berry Springs haben wir auf dem Campingplatz Tumbling Waters eingecheckt. Dieser ist sehr angenehm, mit vielen Palmen und vielen Tieren. Als wir nachmittags vorm Camper saßen, besuchte uns ein (wildes!) Wallaby-Weibchen, das wir sofort und mit dem gewohnten Einfallsreichtum „Skippy" tauften, und nahm 2 Stück Apfel gerne und sehr vorsichtig. Wir sahen noch weitere Wallabies, die aber einen großen Sicherheitsabstand hielten, Emus und Gelbhaubenkakadus im Gehege bzw. in Käfigen, Freshies – auch in einem umzäunten Gehege und Barramundis in einem großen Tank. Die allabendliche Fütterung der Barras schenkten wir uns aber. Außerdem liefen Unmengen von Pfauen auf dem Platz rum.

Anmerkung: die Wallabies, die täglich den Platz besuchen, sind tatsächlich wild. Außer „Skippy" haben wir keines gesehen, dass uns näher als bis auf ca. 10 Meter herankommen ließ. Was das Füttern angeht – normalerweise füttern wir Wildtiere nicht, damit sie nicht verlernen, sich ihr Futter selber zu suchen. Wir haben auch nicht versucht, „Skippy" anzufassen. Auf Tumbling Waters ist das Füttern der Wallabies erlaubt, es wird nur geraten, ausschließlich Obst zu verfüttern. Zweifelsohne sind diese halbwilden Hopser eine echte Attraktion.

26.06. Berry Springs

Wir verbrachten einen sehr schönen Tag im Territory Wildlife Park, in dem es Fauna und Flora des Northern Territory anzusehen gibt. Die Tiere sind aufgeteilt in Lebensraum-Kategorien. Eine Extra-Abteilung bilden die „ausländischen Eindringlinge" (foreign invaders) wie Wasserbüffel, Dingos, Kamele. Die geräumigen Gehege sind eingepasst in die natürliche Landschaft. Die Besonderheit des Areals ist, dass hier natürlicherweise auf kleinstem Raum verschiedene Landschaftsformen zu finden sind. Im Park kann man zu Fuß gehen, und wundert sich manchmal, wieso dieser Wanderweg im Busch eigentlich asphaltiert ist, so wunderschön ist die Anlage; oder man fährt mit einer der kleinen Elektrobahnen, die im Abstand von ca. 10 Minuten vorbeikommen. Toiletten und Trinkwasserbrunnen sind auch vorhanden, sowie Sitzbänke vor den Gehegen, die zum längeren Verweilen einladen. Kostenpunkt: AUD 12/Erwachsener. Empfohlen wird, 4 Stunden für den Park einzurechnen, wir verbrachten dort 7 Stunden inklusive einer Mittagspause im Self-Service Restaurant am Parkeingang von einer knappen Stunde.

Prädikat: Sehr schöne Anlage, schöne Gehege, gut erklärt und beschildert, uneingeschränkt empfehlenswert. Es gibt einige „walk through" Gehege, z. B. bei den Kängurus.

Die Attraktion: die Greifvogelflugschau (im Preis eingeschlossen). Hauptakteure: Keilschwanzadler, Weißbauchseeadler, verschiedenen Milane. Man merkt, dass die Pfleger die Tiere wirklich gern haben.

Ein weiteres, hochinteressantes Detail: die meisten der Tiere dort sind Rekonvaleszenten, von denen die meisten später wieder freigelassen werden. Behalten werden in der Hauptsache Tiere, die aus dem einen oder anderen Grund (als Babies gefunden und dort von Pflegern großgezogen, zurückbleibende gesundheitliche Einschränkungen) nicht wieder in die Freiheit entlassen werden können.

Das Dromedargehege war z. B. leer, ein Schild erklärte, dass die Tiere gerade wieder in die Great Sandy Desert zurückgebracht wurden.

27.06. Berry Springs – Darwin

Nicht mal eine Stunde Fahrt, und die Zivilisation hat uns wieder. Wenigstens ist der Campingplatz gut. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, am anderen Ende der Welt zu sein und in einer Stadt herumzufahren, die man kennt. Es ist jedenfalls ein angenehmes Wiedersehen, wenn auch – wie schon beim ersten Mal – unter ungünstigen Vorzeichen. Wie gehabt, ist Darwin die letzte Etappe, d.h. eine schöne Zeit nähert sich dem Ende.

Wir waren zuerst – mal wieder! – am Mindil Beach, dann im Darwin Museum, wo das Interessanteste eine Ausstellung über Spinnen, Sweetheart* und Zyklon Tracy war. Die Zyklonausstellung ist im ganzen gut gemacht, aber wirklich beeindruckend ist der kleine, völlig dunkle Raum, in dem ein Band mit Originalaufnahmen von damals abgespielt wird. So bekommt man einen verdammt realistischen Eindruck davon, was die Menschen damals durchgemacht haben. Man hört das Brüllen und Toben des Windes, Quietschen, Reißen, Klappern und Scheppern, Dinge durch die Luft fliegen…. Wir erwischten uns ziemlich schnell dabei, wie wir uns unwillkürlich duckten. Ein Schild am Eingang des kleinen Raumes weist darauf hin, dass Besucher, die Tracy mitgemacht haben, vielleicht besser nicht dorthinein gehen sollten.

Nachdem wir einige Dollar im Souvenirladen gelassen hatten, ging’s zum Spachteln ins Hog’s Breath Café (wohin sonst??). Dort gab es als Nachtisch noch mal ein T-Shirt für jeden von uns.

*Sweetheart erlangte in den 70er Jahren Ruhm durch mehr als 15 Angriffe auf Boote (er griff jedoch nie die Insassen an, sondern im wesentlichen die Außenbordmotoren) und ertrank bei dem Versuch ihn zu fangen und umzusiedeln – durch das Beruhigungsmittel, das man ihm gegeben hatte, funktionierten die „Ventile" nicht mehr, die die Nasenlöcher automatisch verschließen; so kam Wasser in seine Lungen. Pers. Daten: Leistenkrokodil (Salty); 5,10 m lang; männlich; 40-80 Jahre alt. 780 kg schwer; gefangen am Sweets Lookout, Finiss River, NT am 19.07.1979  

( zurück)

28.06. Darwin

City Guide

Nach den letzten Einkäufen war ein kurzer Snack-Break im Hog’s Breath angesagt. Wir haben dort Gaby, eine Auswandererin aus Hessen und ihren Verlobten Tony, einen italienischstämmigen Aussie, kennengelernt. Sie waren aus Adelaide in Darwin zu Besuch. Wir haben uns ca. 1,5 Stunden angeregt mit ihnen unterhalten und auch unsere Adressen ausgetauscht – Wiedersehen erwünscht! Danach waren wir ein Stündchen am Mindil Beach, um später zu einem opulenten Abendessen nochmals im Hog’s Breath einzukehren.

Morgen heißt es dann mal wieder Abschied nehmen von Down Under. Eines wissen wir ganz sicher: wir kommen zurück!!!!

Top of Page/Seitenanfang Copyright © 2000 by Torsten Neumann. All rights reserved.