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Da sind wir wieder! Down Under! Etwas müde, aber glücklich
angekommen. Die
erste Dusche wie immer eine besondere Freude.
Zum Abendessen gab es einen monstermäßigen Chancellor Burger (nicht nach
dem Bundeskanzler, sondern nach dem Hotel benannt).
City
Guide
Haben einen gemütlichen, langen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Der
King’s Park ist riesig groß, sehr schön, hat sogar einen wildbelassenen Teil
und bietet eine tolle Aussicht auf die Skyline und den Swan River.
Am Fluss selber haben wir einen sonnenbadenden Schlangenhalsvogel gesehen,
der sich weder durch uns, vorbeiziehende Jogger noch einen mitjoggenden Hund aus
der Ruhe bringen ließ.
Nett gemacht ist „London Court", eine Einkaufsstrasse mit kleinen
Geschäften – die Gebäude sind alten englischen Häusern nachgebaut.
Das Frühstück war sehr lecker. Das Abendessen bestand leider nur aus einem
eher mittelmäßigen Steak im gleichen Restaurant.
Nach Übernahme unseres Campervans (eine Nummer größer
als der vor 2
Jahren, 7 Meter lang) und dem üblichen Grosseinkauf bei Woolies (Woolworth’s)
ging’s los auf den Great Northern und Brand Highways. Die Fahrt nach Cervantes
war bestimmt durch ein sehr gleichförmiges Ambiente von Buschland, mal mit, mal
ohne Hügel – mal mit, mal ohne Regenschauer.
Am Cataby Roadhouse konnten wir zwei bunte Papageien auf Film bannen und
mehrere Papageienarten in Volieren besichtigen. Darunter waren Galahs
(Rosakakadus) und Wellensittiche !
Der Campingplatz in Cervantes ist gut, mit Schlüssel für
die Waschräume.
Unser Camper verfügt über Mikrowelle und Heizung (Klimaanlage) im Wohnbereich
sowie ein Mini-Bad mit Dusche und Chemietoilette für Notfälle . Die Super
Saver Card von Britz hat uns bei Anmietung immerhin AUD 99 gespart.
Ein Sonnenuntergang am Indischen Ozean rundete den Tag ab.
Im Morgengrauen ging’s los. Als erstes stand ein Abstecher zu den Pinnacles
auf dem Programm. Lange Gesichter, als wir feststellten, dass die letzten 6 km
eine Dirt Road waren und unser Camper ein normaler Zweiradgetriebener ist (also
auf unbefestigten Strassen keine Versicherung). Wir stellten ihn am Rand ab und
gingen zu Fuß zur 10 Minuten entfernten Hangover Bay, um wenigstens nicht völlig
umsonst 11 km gefahren zu sein. Wir saßen gerade wieder im Auto, als
uns aus Richtung Pinnacles im Geländewagen ein älteres Ehepaar entgegenkam.
Die beiden waren eine unerwartete Entscheidungshilfe, denn sie überzeugten uns
durch Wort und Video-Bild, doch zu fahren. Schließlich sei er ‚nur 80‘
gefahren, da sollten wir uns doch ruhig mit Tempo 40 trauen. Haben wir auch
getan und es nicht bereut. Es war noch früh genug am Morgen, um die bizarre Schönheit
der z. T. bis 4 Meter hohen Pinnacles zu genießen. Der Effekt war übrigens der gleiche wie bei den Devil’s Marbles, auf Fotos sieht man nur
eine Handvoll, dabei gibt es Dutzende wenn nicht gar Hunderte davon. Die ersten Weißen, die diese
Granitnadeln‘ aus der Ferne sahen, glaubten an die
Ruinen einer untergegangenen Stadt. Von den Pinnacles aus sieht man in der Ferne
den Indischen Ozean. Einfach schön!
Danach fuhren wir weiter in Richtung Kalbarri. Überschwemmte
Landstriche, grüne Hügel und zeitweise Dünen bewiesen die Nähe zum Meer, welches wir
teilweise auch zu Gesicht bekamen. Interessant auch die Wölkchen, die eine
Etage tiefer als die allgegenwärtigen Schleierwolken ihre Bahn zogen. An einem
gottverlassenen Roadhouse haben wir erste Fotos von wildlebenden Galahs
geschossen. Von denen bekamen wir heute Abend auf dem Campingplatz gleich einen
ganzen Schwarm vor die Linse.
Nach einem kurzen Intermezzo mit Aufnahmen des Sonnenuntergangs am Strand
ging’s zurück zum Camper.
Einer der zwei Höhepunkte des Tages waren mehrere Riesenkängurus, die wir
auf der Fahrt zu den Pinnacles sahen. Eines hüpfte in sicherer Entfernung vor
unserem Camper über die Strasse und demonstrierte eindrucksvoll, wie leicht
diese Kerle im Busch, in der Dämmerung, zu übersehen sind. Danach ging’s mit
Tempo 40-50 weiter! Natürlich nicht den ganzen Tag….
Unsere Abfahrt aus Kalbarri war (zum Glück?) Känguru
-frei. Am Billabong
Roadhouse (plus Homestead) wurde getankt und eine kurze Pause gemacht. Dort
sahen wir wieder unsere Freunde, die allgegenwärtigen Galahs. Heute kreuzten
auch mehrfach Schafe die Strasse, ohne die geltenden Vorfahrtsregeln zu
beachten. Überhaupt war das Schaf das Tier des Tages. Sie sind den Menschen zahlenmäßig
hundertfach überlegen. Am Overlander Roadhouse schlugen wir uns
nach links durch eine ‚buschigere‘ Landschaft als vorher in Richtung Denham.
Dort wollten wir uns nach unseren Einkaeufen noch den Ort ansehen. Letzteres
lohnte angesichts der viereinhalb Häuser aber nicht.
Bei der Einfahrt nach Monkey Mia durften wir erst mal AUD 10
löhnen. M.M. ist nämlich kein Ort, sondern eine ‚Reserve‘ und steht somit unter Naturschutz.
Wir haben einen sehr schönen Stellplatz mit Blick aufs Meer. Die Delphine, für
deren Besuche am Strand M.M. weltbekannt ist, ließen sich leider nicht blicken,
so dass all unsere Hoffnungen nun auf morgen Vormittag ruhen.
Dafür machten wir die Bekanntschaft eines in Ufernähe
fischenden Pelikans,
der Torsten offenbar mochte und sogar bis fast auf Tuchfühlung an ihn herankam.
„Pelli", wie wir ihn spontan und einfallsreich tauften, war nicht der
einzige seiner Art, den wir sichteten, aber bestimmt der netteste!
Heute morgen wurde unser Wunsch erfüllt: die Delphine waren da! Und auch
noch ohne Wartezeit am Strand. Gekommen waren 3 Weibchen mit Jungen und eine Halbwüchsige. Nicki, eines der Weibchen, kam bis an den Strand heran, dorthin
wo die Rangerin stand, welche uns erklärte, Nicki möge es gar nicht, angefasst
zu werden und würde auch schon mal beißen. Wahrheit oder Lüge zum Schutz und
Wohl der Tiere? Egal. Auch ohne Anfassen war der Besuch der 7 ein einmaliges
Erlebnis. Wir standen alle bis zu den Knien im Wasser. Einige Leute wichen
hektisch zurück, als Nicki sozusagen über ihre Füße ein paar Meter zur Seite
schwamm. Zum Füttern kamen dann alle erwachsenen Delphine ins seichte Wasser,
um sich ihren Fisch aus den Händen einiger Auserwählter zu holen. Noch mit
vollem Maul schwammen sie wieder in Richtung offenes Meer - um später noch 1-2x
wiederzukommen, wie uns erklärt wurde.
Einige der Delphine von Shark Bay, an der Monkey Mia liegt, kommen
regelmäßig dort an den Strand. Normalerweise mehrmals am Tag. Alles begann
damit, dass vor Jahren jemand seine Fischabfälle über Bord warf. Die in M.M.
arbeitenden Ranger achten streng darauf, dass den Tieren kein Leid geschieht –
wie gesagt: Anfassen verboten! Auch die Fische werden sozusagen mit spitzen
Fingern gereicht. Die Tiere bekommen auch nur ein Zufutter, so dass sie nach wie
vor selber jagen müssen. Die in Shark Bay heimische Delphinpopulation hat der
Wissenschaft fast alle Erkenntnisse über das Verhalten dieser herrlichen Tiere
geliefert.
Um halb 10 brachen wir dann auf. Abstecher über eine 3 km lange, verbotene
Dirt Road zu einer alten Telegraphenstation (Hamelin Pool). Die Demo über Stromatolithen, die
ältesten Lebewesen der Welt, schenkten wir uns, da sie im Vorführen eines Videos zu AUD 5/Kopf bestand (später lasen wir dann im in
unserer Literaturliste aufgeführten Buch „Down Under" von Bill Bryson,
dass man im Hamelin Pool selber die Stromatolithen besichtigen kann und auch der
Film interessant sei. Dumm gelaufen).
Das einzig Interessante waren 2 Nymphensittiche in einer Voliere, ein echtes
Outback-Dunny (Plumpsklo) und ein Uralt-Auto Marke Familie Walton einschließlich
gleich altem Kennzeichen. Es gelang Claudia nur mit Mühe,
Torsten vom Abmontieren des letzteren für seine Sammlung abzuhalten, hihihihi.
Weiter ging es durch die uns so liebgewordene Buschlandschaft, inklusive
obligatorischem Monsterburger am Wooramel Roadhouse, bis Carnarvon, dem
absoluten Zentrum dieser Gegend – ein kleines, nettes aber unspektakuläres Staedtchen mit ca. 9000 Ew. Besonderheit: die
Wüste geht in Westaustralien nur
hier bis ans Meer. Das Bild von Carnarvon wird bestimmt durch Palmen, bunt blühende
Büsche und Bananen- und Mangoplantagen. Was denn: Wüste und
Obstanbau: ein Widerspruch? Nun, Australien ist das Land der Widersprüche und Gegensätze, einfach ein faszinierendes Fleckchen Erde!
Wir genossen einen Wintertag, der die ansonsten frostigen durchschnittlich 22°C
(+) vergessen ließ. Bei 25°C ist die kalte Jahreszeit einigermaßen erträglich. Und dabei sind wir noch nicht in den Tropen… Wir haben einen Film
entwickeln lassen und vergeblich nach Souvenirs gesucht (immer noch kein
T-Shirt gekauft, das ist uns noch nie passiert!). Jetzt sitzen wir bequem im
Camper (auf einer en-suite site) und verdauen unser Scotch Fillet (Rind).
Wir hatten es schwer, aus den Federn zu kommen und sind deshalb erst um 7.30
Uhr, 30 Minuten später als üblich, gestartet. Nach einem kühlen Morgen wurde
der Tag noch richtig schön warm (ca. 26/27°C). Unsere Fahrt führte uns durch
immer spärlicher besiedelte Buschlandschaft. Die Landschaft veränderte sich im
Vergleich zu den vorigen Tagen nicht – irre, ca. 1.700 km in unveränderter Umgebung.
Wären wir von Flensburg aus nach Süden gestartet, hätten wir uns
schon mitten in Österreich befunden und in der Zwischenzeit 1000 verschiedenen
Landschaften gesehen.
Außer einem Schwarm Nacktaugenkakadus sahen wir massenweise Wellensittiche,
die uns mit ihren Kapriolen verdeutlichten, was für Flugkünstler diese kleinen
Kerle sind – und wie schnell! Ein Schwarm flog scheinbar mühelos eine Weile
parallel zu uns, und wir fuhren immerhin 110 km/h!!!
Coral Bay entpuppte sich als sehr angenehm (einen Ort kann man es noch nicht
nennen), da kaum touristisch erschlossen. Die Attraktion sind die z. Zt.
anwesenden Walhaie, Buckelwale und Mantas, die man auf organisierten Tauchtouren
sehen kann. Wir haben uns mit einer Glasboden-Bootsfahrt übers Riff begnügt und die wirklich faszinierende Unterwasserwelt bestaunt. Die Vielfalt der
Korallen ist beeindruckend. Ihre Formen und Farben erinnern an Rosenkohl,
Blumenkohl, Grünkohl, Lavendel und auch schon mal an ein aufgeblasenes Hirn.
Zebrafische, Neonfische und andere Sorten, die sich nicht vorstellten, konnten
wir auch beobachten. Durch das Riff abgeschirmt, gibt es in der Bucht so gut wie
keine Haie, und wenn, dann die harmlosen Arten. Das Ganze steht unter
Naturschutz. Besonderheit: das Riff geht bis dicht an den Strand heran. Am Ende
der Fahrt wurden dann noch Fische gefüttert.
Nach der Tour haben wir noch einen kurzen Shopping-Trip durch die zwei
Läden der „Coral Bay Arcade" unternommen und uns endlich (!) jeder ein schönes
T-Shirt gekauft. Trotz der hieraus folgenden totalen Erschöpfung konnten wir
uns schließlich zu einem langen Strandspaziergang durchringen und haben dabei
noch die eine oder andere Koralle aus der Nähe bewundert. Es gab zum Abschluss
des Tages wie immer den Sonnuntergang über dem Indischen Ozean. Ein gelungener
Tag im harten australischen Winter.
Ach ja: zwei Zebrafinken haben wir auch gesehen, aber sie waren zu flink zum
Fotografieren.
Das wichtigste Ereignis des Tages: um 10.36 Uhr überschritten
wir zum ersten
Mal auf diesem Trip den Wendekreis des Steinbocks und befinden uns nun wieder
offiziell in den Tropen.
Da hier aber z. Zt. Winter ist, liegen die Temperaturen nur bei
durchschnittlich 20-28°C und vom Meer weht eine frische Brise, wie uns der Bootsführer
mit gespielt ernster Miene erklärte. Wir harrten aber tapfer in
Shorts, T-Shirt und barfuss aus! J
Der Tag fing mit einem Schreck an: Torsten wachte auf und stellte fest, dass
es bereits halb 7 war. Claudia hatte den Wecker aus Versehen auf „p.m."
gestellt. Wir kamen aber dennoch um 7.45 Uhr los, wenn auch ohne Kaffee. Um 9.20
Uhr haben wir durch neuerliches Überqueren des Wendekreis des Steinbocks endgültig
die Entbehrungen des harten Winters hinter uns gelassen und sind von
nun an in den australischen Tropen.
Es ging prima weiter: zuerst ein einzelner, dann 2 Emus auf einmal.
Begeisterung! Dann ein kurzes, aber unfotografiertes Zwischenspiel eines
Rotfuchses und dann wieder 2 Emus. Das Glück blieb uns treu, denn kurz darauf
kamen wir noch mal an 3 Emus vorbei. Bei letzterer Gruppe meinte Torsten, es
lohnte sich nicht zu halten, weswegen sie unserer, oder eher Claudias, Foto-Wut
entgingen L .
Die Strecke wurde nach und nach immer schikanöser für
den Fahrer: eine
Kurve jagte förmlich die andere J . Die
Landschaft entschädigte uns dafür: mit Spinifex bewachsene Hügel aus roter
Erde, regelrechte Täler zwischen den einzelnen Hügelkuppen, bizarre
Tafelberge, Termitenhügel (bis ca. 2,50 m hoch), weiße Eukalyptusbäume. Die
Erde hat sich von dem bisherigen Braun und Weiß zum für das Outback so
typischen Rot verändert. Der obligatorische Snack kam an Fortescue River
Roadhouse.
Im Karratha Tourist Center haben wir u.a. jeder ein T-Shirt erstanden.
Karratha selbst ist ein netter, kleiner Ort, das Zentrum des Bezirks. Den Film
„Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean" ließen wir heute ausfallen,
da der Campingplatz nicht am Strand liegt. Auch hier trafen wir wieder auf
unsere Freunde, die Galahs.
Torsten gelang es auf der Fahrt, Wellis im Flug zu fotografieren. Der gleiche
Schwarm ließ sich netterweise zu einer kurzen Pause auf einem Baum nieder.
Danke Jungs!
Die Fahrt war gemütlich, ohne besondere Ereignisse und leider verregnet.
Oder um genauer zu sein: zeitweise schüttete es wie aus Eimern. Unterwegs haben
wir ein paar blühende Pflanzen fotografiert, ein Greifvogel entzog sich unserer
Foto-Wut. Einen kurzen Aufenthalt gab’s im Geisterdorf
Cossack. Zu seiner Zeit
lebte dieses Dorf von Schafschur und Perlentransport. Interessant ist das
Museum, in dem das Leben im 19. Jahrhundert dargestellt wird. Cossack wurde endgültig
in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgegeben, ist aber sehr gut
als Freilichtmuseum erhalten (die Gebäude, die noch da sind).
Auf dem Campingplatz in South Hedland posierten mehrere wilde Wellensittiche
beim Fressen am Boden vor unserer Kamera. Darunter 2 eindeutig entflogene (oder
aber seltene Mutationen), ein blau-weißer und 1 grüner mit gelbem Rücken &
Flügeln. Die restlichen 5, darunter 3 Babies, waren eindeutig wilde. Die
3 Babies kamen einmal so dicht an die fotografierende Claudia ran, dass das
Teleobjektiv nicht mehr Scharfstellen konnte!
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15.06. Port (South) Hedland – Broome
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Heute ist der Wettergott unser wieder besser gesonnen, und die Temperaturen
sind nun wahrhaft tropisch. Der Höhepunkt des Tages war eine kleine Herde
Dromedare. Sie ruhten und fraßen am Rande des Highways, der uns an den Ausläufern
der Great Sandy Desert (größte Sandwüste der Ende) vorbeiführte.
Kamele werden immer als Sinnbild für Dummheit ins Spiel gebracht. Dabei
schafften sie es, Claudia an der Nase herumzuführen. Solange sie liegenlieben und sich nicht bewegten, hatte Claudia (aber immerhin aus einiger Entfernung!!!)
sie nämlich für Termitenhügel gehalten.
Am Sandfire Roadhouse schloss Torsten Freundschaft mit einem Pfau und einem
bisher unidentifizierten Wildvogel, der wiederum auf Torstens Eiswaffel aus war.
Weiterhin gab es dort Hunderte von Schmetterlingen, zitronengelbe und
beige-braun gestreifte.
Faszinierend waren temporäre, flache Salzseen entlang der Strasse, inmitten
brauner ‚Wiesen‘ mit Schwärmen von Pelikanen und anderen Wasservögeln. Die
letzten ca. 300 km waren von diesen Salzseen abgesehen echte Öde – im
wahrsten Sinne des Wortes. Aufgelockert nur durch mehr oder minder falsches
Singen unsererseits, in Ermangelung eines empfangbaren Radiosenders, und einer
Riesenherde Rinder links und rechts des Highways kurz vor Broome. Über 30 km
dieser Strecke waren schnurgerades Asphaltband, wie mit dem Lineal gezogen;
Strasse bis zum Horizont, Busch ebenso. Oder: Strasse nach nirgendwo, Busch bis
zum Horizont.
Am Roebuck Bay Caravan Park hatten wir Pech, dort hätten
wir gerade noch
einen mehr als mittelmäßigen Platz neben der Fish Cleaning Area haben können.
Danke, aber nein danke!
Also ging’s wieder 4 km vor die Stadt zum Broome Caravan Park. Hier stehen
wir nun mit viel Platz zu allen Seiten auf dem ‚Overflow‘ (Notstellplätze
falls Platz überfüllt), da die Bäume auf den anderen uns angebotenen Plätzen
zu niedrig hängende Äste hatten. Morgen wird dann Broome erkundet!
Dies war der erste Aufenthaltstag seit Beginn unseres Nomadenlebens. Heute
morgen haben wir (mal wieder) gegen die Regel verstoßen, die da sagt „ Du
sollst mit zweiradgetriebenen Fahrzeugen nicht auf unbefestigten Strassen
fahren". Aber die Handvoll Kilometer bis zum Gantheaume Point waren es wert
– und die dirt road gut planiert: schroffe rote Klippen, türkisblaues Meer,
in der Ferne der weiße Cable Beach.
Anschließend ging’s nach Chinatown, in der wir keinen einzigen Chinesen
gesehen haben. Der Spaziergang war aber sehr erleichternd, vor allem für unsere
Portemonnaies J . Wir gönnten uns denn auch einen
köstlichen Barraburger (Barramundi-Burger).
Dann ging es weiter zu Malcolm Douglas‘ Crocodile Park, in dem unartige
Crocs (d.h. Crocs, die in freier Wildbahn auffällig geworden sind) gehalten,
Crocs gezüchtet (nicht für kommerzielle Zwecke) und Studien getrieben werden. Übrigens
beträgt die Schwanzlänge eines Crocs die halbe Gesamtlänge. Im Park
gibt es Freshies, Salties, Mississippi Alligatoren und Kaimane.
Zwei Salties bleiben in besonderer Erinnerung: „Stumpy", der nur 3
Beine hat – eins als Baby von einem Barramundi abgebissen oder durch
Schiffsschraube eingebüßt? Man weiß es nicht – und „Felix" der
besonders gefährlich ist: er ist ein Farm-Croc, von Babybeinen auf an Menschen gewöhnt
und hat daher jegliche Scheu und Angst vor ihnen verloren. Wir haben
eine äußerst interessante und informative Feeding Tour mitgemacht. Es gab auch
zwei Baby-Salties zum Anfassen. Die Haut war warm und weich. Nur die Souvenirs
aus Krokodilleder waren (sau-)teuer, und 1 Zahn sollte AUD 70-80 kosten. Also beließen
wir es beim Ansehen. Übrigens sind diese Artikel aus Häuten von auf kommerziellen
Farmen gezüchteten Crocs.
Weiter zum wirklich schönen Cable Beach, einem der fünf
schönsten Strände der Welt. Einmal kurz die Füße ins Wasser gehalten, und zurück
in die
Innenstadt. Die alten Pearling Luggers (Schiffe der Perlentaucher) fanden wir
leider nicht, da der Streets Jetty (der alte Anlegeplatz) repariert wird und
z. Zt. nicht begehbar ist. Wo die Schiffe sind? Keine Ahnung!
Heute morgen schloss Claudia kurz Freundschaft mit einem Pferd, das auf einer
Weide hinter unserem Camper steht, und Torsten mit einem kleinen, freundlichen
Hund, der ihn auch heute Abend wieder freudig begrüßte.
Der heutige Tag war bestimmt durch Boab* (Flaschen-) Bäume
aller Groessen
und Wuchsvarianten. Besonders beeindruckend ist der alte Boab Prison Tree kurz
vor Derby, in dem im 19. Jh. Aboriginal-Gefangene ueber Nacht festgehalten
wurden, bevor man sie am darauffolgenden Tag nach Derby brachte. Innen war gut
und gerne Platz für 10 Personen – sitzend. Wir sind auch kurz ins „Gefängnis"
eingestiegen. Der Baum ist mindestens 1000 Jahre alt und hat einen Umfang von 14
(!!) Metern. Innen sind Boabs hohl, haben somit ihr privates
Regenwasser-Reservoir für Durststrecken.
*Nein, das ist kein Schreibfehler. Der afrikanische Baobab und der
australische Boab sind zwar verwandt, aber nicht das Gleiche.
Zu Tagesbeginn gab es eine einstündige Bootstour in der
Geikie Gorge, wo es
die Kalksandsteinklippen (das ehemalige Riff eines urzeitlichen Meeres), Süßwassermangroven
und Freshwater Crocs zu sehen gab. Die Crocs lagen entweder
faul in der Sonne oder entzogen sich der Foto-Wut der ca. 30 Touristen durch
Abtauchen. Auch ein Graureiher gab sich die Ehre, stand aber dummerweise im
Schatten.
Die Landschaft wurde immer rauer, mal wähnten wir uns nahe der Devil’s
Marbles, mal sah es so aus, als habe ein Riese Kieselsteine ausgekippt. Kleine
Ranges und Tafelberge rundeten die Szenerie ab. Auf eine Strecke von ca. 100 km
bestand sie aus Geröll mit ein wenig Spinifex.
Kurze Action kam auf, als wir an einem Trupp Stockmen (alles Aboriginals,
Zufall?) vorbeikamen, die gerade Rinder trieben. Nebenher (genauer: auf dem
Highway) fuhren 2 Geländewagen. Wahrscheinlich war ihr Boss zu faul zum Reiten.
Man kam sich vor wie im Vorspann zu „Red River" (yee-haw!!).
Halls Creek liegt inmitten einer platten Sandwüstenfläche. Erstaunlich
ist diese Landschaftsbeschreibung insofern nicht, als wir uns schon etwa 800 km
an der Great Sandy Desert entlangtasten.
Über den Campingplatz in Halls Creek breiten wir den Mantel des
Schweigens. Nur soviel: es war der schlechteste auf dem wir je in Oz waren, und wäre
es nicht schon zu spät am Nachmittag gewesen, wären wir weitergefahren.
Nachdem wir Halls Creek verlassen hatten, fuhren wir durch
die immer
interessanter werdende Landschaft der Kimberleys: eine Welt aus Felsen und Geröll, die sich zu kleinen Bergen
anhäufen und damit das Auge des Betrachters
in seinen Bann zieht; rote Erde, Spinifex, Boabs, Eukalyptusbäume, blühende Büsche
und Blumen. Einen Fotostop gab es für frühstückende Wedgies
(Keilschwanzadler). Ein nach uns kommender Wagen hielt, der Beifahrer fragt, ob
alles in Ordnung sei – Torsten bestätigte dies und nach einem freundlichen
„Okay, mate" fuhren sie weiter.
Je mehr wir uns unserem Fahrziel näherten, desto mehr Blüten
bereicherten
das Bild und desto mehr verschwand der Kontrast von roter Erde und blassgrüner bis gelblicher Vegetation. Hier ist eindeutig
Grün vorherrschend.
Kununurra ist ein sehr attraktiver kleiner Ort, der erst 1961
gegründet wurde, und die Besitzer des Town Caravan Parks sind äußerst nett. Der Platz
selbst ist sehr gut.
Wir haben folgendes besichtigt:
1. Hidden Valley National Park am Rande des Ortes. Ein kleiner Park mit
beeindruckend schöner Landschaft, vielen Pflanzen und schönen Ausblicken.
2. Zebra Rock Gallery. Die Zebra Rocks – rötliche Streifen oder Punkte auf
hellem Grund – wurden bislang noch nirgendwo anders gefunden als hier, sie
sind 600 Mio Jahre alt. Die ‚Primordials‘ (versteinerte Algen) sogar 1200
Mio Jahre!
Die Galerie ist an einem kleinen See, wo man Catfish
(Welse) mit im Shop
verteilten Weißbrot füttern kann. Außerdem kann man bei der Bearbeitung der
Steine zusehen oder sich selber einen Rohling kaufen und mit dem dortigen
Werkzeug sein Glück versuchen. Wir haben fertige Produkte genommen…
3. Melon Farm – eine von vielen Obstfarmen, die ihre Produkte selber
verkaufen. Hier haben wir frisches Obst (Rockmelons und Bananen) und Gemüse
(libanesische Gurken und Squashies, kleine ufoförmige gelbe Zucchini) zu einem
Spottpreis gekauft. Das schmeckt aber nach mehr!!!
4. Diversion Dam (Lake Kununurra) haben wir gleich 2x überquert, hatten aber
keine Möglichkeit anzuhalten und Fotos zu machen.
5. Celebrity Tree Park an der Lily Lagoon mitten im Ort. Hier
dürfen Aussie
Promis (u.a. John Farnham) je einen Baum pflanzen – im Park stehen
verschiedene Arten. Lily Lagoon ist, wie der Name schon sagt, übersät von
Wasserlilien.
Interessantes Detail: im Ord River Valley, in dem Kununurra
liegt, wird pro
Jahr mehr Zuckerrohr geerntet als in dem dafür bekannten Bundesstaat Queensland
– 150 gegenüber 120 Tonnen.
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21.06. Kununurra / El Questro
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Heute stand eine geführte 4WD Tour zur Station El Questro auf dem
Programm.
Um 7.15 Uhr holte uns unser (weiblicher) Guide Bronny in einem 4WD
Landcruiser für 12 Personen ab. Noch war er leer. Innerlicher Jubel
unsererseits, als sie uns sagte, dass wir insgesamt zu fünft blieben. Nachdem
wir Anne und Leckie, eine nettes altes Ehepaar (um die 75) eingeladen hatten,
ging es los. Zuerst noch Highway, dann schlugen wir uns nach links auf die berühmte
Gibb River Road – Schotterstrasse, versteht sich. Nach einigen km
bogen wir auf einen Track zu Aboriginal Felszeichnungen ein. Dann fuhren wir
insgesamt 20 km bis zur Emma Gorge. Dort haben die jetzigen Besitzer bzw. lease
holder also Pächter (zu erneuern 2046, AUD 1 Million für 1 Mio acres = 404.000
Hektar) ein kleines, sympathisches Resort eingerichtet. Man schläft in
Luxuszelten mit oder ohne eigenes Bad.
Auf Schusters Rappen marschierten und kletterten wir dann 1,6 km durch die
wunderschöne Emma Gorge. Die schwarzen Flecken und Streifen auf den steilen
Klippen (ebenfalls das jetzt trockengelegte Riff eines urzeitlichen Meeres) sind
übrigens Algen, die mit Versiegen der Wasserfälle nach der Wet Season
absterben. Zwei kleinere Teiche bereiteten uns nicht auf das Ende der
Strecke, den malerischen Droplet Falls Pool vor. Allerdings auch nicht auf das
eisige Wasser (5 – fünf - °C). Torsten und Bronny trotzten dennoch den
Elementen und schwammen bis zum Wasserfall, Claudia ging nur bis zum Bauch rein
und Anne und Leckie blieben gleich draußen.
Nach der Erfrischung folgte der Rückmarsch zum Resort, wo wir mit Wasser,
Melonen und Ananas für unsere Mühen belohnt wurden. Nächster Stop war Zebedee
Springs, warme mineralienhaltige Thermalquellen (28-32°C). Zuerst wollten wir
ja nicht rein, da Wassertemperatur = Lufttemperatur, aber nachdem Bronny uns
erst mit Entzug des Lunches und dann mit dem Heimweg zu Fuß drohte, gingen wir
doch rein und haben es nicht bereut. Das Wasser war seidenweich und trotz der Wärme
sehr erfrischend und zugleich entspannend.
Als nächstes stand der Lunch auf der Station (50 km vom Highway entfernt,
Caravan Park und 5-Sterne-Hotel in der alten Homestead) auf dem Programm. Wir
vier entschieden uns einmütig für Barraburger. Anschließend wurden wir von
Albert & Meg zusammen mit 8 anderen Gästen zum Chamberlain River
geschaukelt und auf selbigem eine Stunde mit einem Boot gefahren (Albert setzte
einmal auf einem Felsen auf….). Die Gorge ist zwar schön, aber Katherine
Gorge hat uns in der Beziehung etwas verdorben…
Dann folgte ein knapp einstündiger Vortrag auf einem Fußmarsch
entlang der
Klippen, um Aboriginal Felsmalereien zu bestaunen.
Anschließend ging’s zurück, ein kurzer Sprung in den Station Shop und
los. Torsten schuldete Bronny noch ein halbes Mars, da er verbotenerweise Emma
Gorge fast als „gorgeous" bezeichnet hatte. Leckie übrigens auch. So
hatte sie denn 2 Riegel, wenn auch kein Mars, das es nicht gab. Auf der Rückfahrt
im Dunkeln setzten wir Meg bei Emma Gorge ab, sahen kontrollierte
Buschfeuer die sich wie rote Zungen die dunklen Hügel hinaufschlängelten und
hatten zum krönenden Abschluss 10 km vor Kununurra auf dem Highway einen
Platten, oder besser: einen richtigen „blow out". Bronny und Torsten
wechselten Reifen, Leckie winkte mit seiner Taschenlampe Autos vorbei – die
reinste Rush Hour: 5 oder 6 Viehtransporte) und Anne und Claudia standen nutzlos
in der Gegend rum J .
Als erstes setzten wir Anne und Leckie an ihrem Campingplatz ab, der Abschied
war sehr herzlich.
Zum Abschied ernannte Bronny Torsten zum Abschied zum Reifenwechsler und
Claudia zum Wassertemperaturprüfer auf El Questro. Alles in allem ein
gelungener Tag mit einer sehr netten Guide, sehr sympathischen Mitfahrern und
vor allem einem super Vormittag.
P.S. Auf El Questro, einer für Oz kleinen (!) Station, gibt es auch noch ‚ein
paar Rinder‘…. So etwa 5000…
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22.6. Kununurra / Lake Argyle
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Zuerst einmal kauften wir uns heute morgen jeder ein Paar echte „work
boots". Dann machten wir uns auf die ca. 70 km lange Strecke zum Lake
Argyle, seines Zeichens der größte Stausee der südlichen Hemisphäre mit 1000
km² , das größte Süßwasser-Gewässer Australiens und 7x so groß wie der
Hafen von Sydney. Auf dem Weg dorthin sahen wir noch ein paar kontrollierte Buschbrände.
Wir besichtigten die historische Homestead der Durack-Familie, irischen
Einwanderern. Der Stausee hat deren Station Argyle Downs überflutet – sie
wurden aber nicht enteignet, sondern waren Fürsprecher des Ord River Bewässerungsprojekts.
Tatsächlich werden auf den Farmen dort weder Dünger noch sonstige Chemie verwendet. Die Erde ist enorm fruchtbar. Jedenfalls: damit
das Haus nicht zusammen mit der Station überflutet wurde, hat man es Stein für
Stein abgetragen und wieder aufgebaut. Einschließlich diverser Grabsteine.
Nach einem kurzen Snack gönnten wir uns die schönen Ausblicke auf den See
und den Ord River Dam. Letzterer sieht von unten aus wie ein Schotterwall. Außerdem
sind die Schleusen nicht im Damm, sondern jeweils daneben. Über den
Damm führt eine einspurige Strasse, so wie es auch auf dem Rundweg ab dem Info
Center mehrere einspurige Strecken gibt. See und Damm sind eingebettet in die
malerische Kulisse der Kimberleys.
Nach dem Frühstück fuhren wir erst mal wegen Torstens Schmerzen in der
rechten Seite ins Kununurra District Hospital. Diagnose: eine gebrochene Rippe!
Wann, wie und wo bleibt ein Rätsel (unglaublich, aber wahr). Behandlung:
Aspirin, Panadol Codeine, Salbe, keine Anstrengung. Kostenpunkt: AUD 80.
Wir hatten uns kurzfristig entschlossen, nicht nur bis Timber Creek, sondern
bis Katherine durchzufahren. Noch in Westaustralien sind wir an einem
Buschfeuer vorbeigefahren, das nur höchstens 10 m von der Strasse entfernte
loderte. Ein zweites, kleineres, hatten wir im NT entdeckt. Es war offenbar
gerade ausgebrochen.
An der Grenze WA/NT gibt es für alle Reisenden, die aus NT kommen, einen
Kontrollpunkt. Obst und Gemüse, in NT gekauft, muss dort weggeworfen werden (Quarantänebestimmungen). Die Fahrt
führte uns durch die immer noch großartige Landschaft von schroffen, roten Klippen, Spinifex und
Eukalyptusbäumen.
Wallabies blieben wegen mangelnder Haltemöglichkeiten unfotografiert.
Dafür „erwischten" wir eine mindestens 2 Meter lange Schlange, die wir bei
ihrem spätnachmittäglichen Sonnenbad auf dem Highway störten.
Am 26.6. konnten wir diese Schlange im Wildlife Territory Park bei Darwin
identifizieren: eine Schwarzkopfpython (Black headed python).
Ein von uns spontan „Mr Swagman" getaufter großer
brauner Grashüpfer fuhr von Kununurra aus ohne Fahrschein ein ganzes Stück an unserer Heckscheibe
mit.
Unser erster Abstecher führte uns zu den Edith Falls, einem netten kleinen,
kaskadenartigen Wasserfall, der sich in einen großen Teich entleert, in welchem
man gefahrlos schwimmen kann. Nach ein paar entspannenden Minuten am Ufer
machten wir uns auf zum letzten Grosseinkauf L .
Dann ging es zum anderen Ortsende raus (in Richtung Alice Springs) zu den Cutta
Cutta Caves. Unser Timing war schlecht, die letzte Tour war um 15.00 Uhr, wir
kamen um 15.10 an… L .
Also fuhren wir zurück zum Campingplatz und faulenzten noch ein bisschen.
Der Stuart Highway ist unser! Wir fuhren heute noch die uns fehlenden
Kilometer zwischen Katherine und dem von Kakadu kommenden Arnhem Highway. Somit
haben wir ihn vom Anfang in Port Augusta, South Australia bis zum Ende in
Darwin, Northern Territory befahren (s. auch 1997). Das macht 3014 km auf der
Strasse, die eines der z.T. unwirtlichsten Gebiete der Welt durchquert.
Im Adelaide River Inn aßen wir nicht nur einen köstlichen
Burger, sondern
sahen auch „Charlie", den Wasserbüffel aus Crocodile Dundee I & II
– „Hauptrolle: Charlie, in einer Nebenrolle: Paul Hogan" J
. Zu Charlie’s Person: Taufname „Nick‘; geboren 1974; Gewicht 1 Tonne;
Hornspannbreite 2,25 (die größte Spannbreite in Gefangenschaft). Er genießt jetzt als „Pensionär" sein Leben mit zwei
Wasserbüffelkühen, einem
Jungtier und einem Känguru.
In Berry Springs haben wir auf dem Campingplatz Tumbling Waters eingecheckt.
Dieser ist sehr angenehm, mit vielen Palmen und vielen Tieren. Als wir
nachmittags vorm Camper saßen, besuchte uns ein (wildes!) Wallaby-Weibchen, das
wir sofort und mit dem gewohnten Einfallsreichtum „Skippy" tauften, und
nahm 2 Stück Apfel gerne und sehr vorsichtig. Wir sahen noch weitere Wallabies,
die aber einen großen Sicherheitsabstand hielten, Emus und Gelbhaubenkakadus im
Gehege bzw. in Käfigen, Freshies – auch in einem umzäunten Gehege und
Barramundis in einem großen Tank. Die allabendliche Fütterung der Barras
schenkten wir uns aber. Außerdem liefen Unmengen von Pfauen auf dem Platz rum.
Anmerkung: die Wallabies, die täglich den Platz besuchen, sind
tatsächlich wild. Außer „Skippy" haben wir keines gesehen, dass uns näher
als bis
auf ca. 10 Meter herankommen ließ. Was das Füttern angeht – normalerweise füttern
wir Wildtiere nicht, damit sie nicht verlernen, sich ihr Futter selber
zu suchen. Wir haben auch nicht versucht, „Skippy" anzufassen. Auf
Tumbling Waters ist das Füttern der Wallabies erlaubt, es wird nur geraten, ausschließlich
Obst zu verfüttern. Zweifelsohne sind diese halbwilden Hopser
eine echte Attraktion.
Wir verbrachten einen sehr schönen Tag im Territory Wildlife Park, in dem es
Fauna und Flora des Northern Territory anzusehen gibt. Die Tiere sind aufgeteilt
in Lebensraum-Kategorien. Eine Extra-Abteilung bilden die „ausländischen
Eindringlinge" (foreign invaders) wie Wasserbüffel, Dingos, Kamele. Die geräumigen
Gehege sind eingepasst in die natürliche Landschaft. Die
Besonderheit des Areals ist, dass hier natürlicherweise auf kleinstem Raum
verschiedene Landschaftsformen zu finden sind. Im Park kann man zu Fuß gehen,
und wundert sich manchmal, wieso dieser Wanderweg im Busch eigentlich
asphaltiert ist, so wunderschön ist die Anlage; oder man fährt mit einer der
kleinen Elektrobahnen, die im Abstand von ca. 10 Minuten vorbeikommen. Toiletten
und Trinkwasserbrunnen sind auch vorhanden, sowie Sitzbänke vor den Gehegen,
die zum längeren Verweilen einladen. Kostenpunkt: AUD 12/Erwachsener. Empfohlen
wird, 4 Stunden für den Park einzurechnen, wir verbrachten dort 7 Stunden
inklusive einer Mittagspause im Self-Service Restaurant am Parkeingang von einer
knappen Stunde.
Prädikat: Sehr schöne Anlage, schöne Gehege, gut erklärt
und beschildert, uneingeschränkt empfehlenswert. Es gibt einige „walk through" Gehege, z.
B. bei den Kängurus.
Die Attraktion: die Greifvogelflugschau (im Preis eingeschlossen).
Hauptakteure: Keilschwanzadler, Weißbauchseeadler, verschiedenen Milane. Man
merkt, dass die Pfleger die Tiere wirklich gern haben.
Ein weiteres, hochinteressantes Detail: die meisten der Tiere dort sind
Rekonvaleszenten, von denen die meisten später wieder freigelassen werden.
Behalten werden in der Hauptsache Tiere, die aus dem einen oder anderen Grund
(als Babies gefunden und dort von Pflegern großgezogen, zurückbleibende gesundheitliche
Einschränkungen) nicht wieder in die Freiheit entlassen werden können.
Das Dromedargehege war z. B. leer, ein Schild erklärte, dass die Tiere
gerade wieder in die Great Sandy Desert zurückgebracht wurden.
Nicht mal eine Stunde Fahrt, und die Zivilisation hat uns wieder. Wenigstens
ist der Campingplatz gut. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, am anderen
Ende der Welt zu sein und in einer Stadt herumzufahren, die man kennt. Es ist
jedenfalls ein angenehmes Wiedersehen, wenn auch – wie schon beim ersten Mal
– unter ungünstigen Vorzeichen. Wie gehabt, ist Darwin die letzte Etappe,
d.h. eine schöne Zeit nähert sich dem Ende.
Wir waren zuerst – mal wieder! – am Mindil Beach, dann im Darwin Museum,
wo das Interessanteste eine Ausstellung über Spinnen, Sweetheart* und
Zyklon
Tracy war. Die Zyklonausstellung ist im ganzen gut gemacht, aber wirklich
beeindruckend ist der kleine, völlig dunkle Raum, in dem ein Band mit
Originalaufnahmen von damals abgespielt wird. So bekommt man einen verdammt
realistischen Eindruck davon, was die Menschen damals durchgemacht haben. Man hört
das Brüllen und Toben des Windes, Quietschen, Reißen, Klappern und
Scheppern, Dinge durch die Luft fliegen…. Wir erwischten uns ziemlich schnell
dabei, wie wir uns unwillkürlich duckten. Ein Schild am Eingang des kleinen
Raumes weist darauf hin, dass Besucher, die Tracy mitgemacht haben, vielleicht
besser nicht dorthinein gehen sollten.
Nachdem wir einige Dollar im Souvenirladen gelassen hatten, ging’s zum
Spachteln ins Hog’s Breath Café (wohin sonst??). Dort gab es als Nachtisch noch mal
ein T-Shirt für jeden von uns.
*Sweetheart erlangte in den 70er Jahren Ruhm durch mehr als 15 Angriffe auf
Boote (er griff jedoch nie die Insassen an, sondern im wesentlichen die Außenbordmotoren) und ertrank bei dem Versuch ihn zu fangen und umzusiedeln –
durch das Beruhigungsmittel, das man ihm gegeben hatte, funktionierten die „Ventile"
nicht mehr, die die Nasenlöcher automatisch verschließen; so kam Wasser in
seine Lungen. Pers. Daten: Leistenkrokodil (Salty); 5,10 m lang; männlich;
40-80 Jahre alt. 780 kg schwer; gefangen am Sweets Lookout, Finiss River, NT am
19.07.1979
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City
Guide
Nach den letzten Einkäufen war ein kurzer Snack-Break im Hog’s Breath
angesagt. Wir haben dort Gaby, eine Auswandererin aus Hessen und ihren Verlobten
Tony, einen italienischstämmigen Aussie, kennengelernt. Sie waren aus Adelaide
in Darwin zu Besuch. Wir haben uns ca. 1,5 Stunden angeregt mit ihnen
unterhalten und auch unsere Adressen ausgetauscht – Wiedersehen erwünscht!
Danach waren wir ein Stündchen am Mindil Beach, um später zu einem opulenten
Abendessen nochmals im Hog’s Breath einzukehren.
Morgen heißt es dann mal wieder Abschied nehmen von Down Under. Eines wissen
wir ganz sicher: wir kommen zurück!!!!
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