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Allrad   aktualisiert 02/04/04 16:36 +0100                                                                    Australian flagEnglish

 
 

Inhaltsverzeichnis

Teilweise übersetzt aus dem Englischen, Quelle:

"Explore Australia by Four-Wheel Drive" (s. Bücher)

 

 

Outback Knigge

  • Hinterlassen Sie Tore/Gatter wie vorgefunden.Gatter

  • Lassen Sie Windräder, Wasserlöcher und Tanks unberührt.

  • Campen Sie nie in der Nähe von Wasserstellen für Vieh - die Tiere bleiben dann fort und können verdursten.

  • Bremsen Sie sofort ab, wenn Sie ein anderes Fahrzeug auf einer Schotterstraße passieren- sonst könnte das Ergebnis eine zerbrochene Windschutzscheibe sein.

  • Sprechen Sie über CB-Funk mit den Lastwagenfahrern, sie werden auf Sie Rücksicht nehmen, wenn sie Ihre Absichten kennen.

  • Verlassen Sie die Straße, um Road Trains passieren zu lassen- diese können nicht ohne das Risiko, sich zu überschlagen, auf dem weichen Rand von unbefestigten Straßen fahren.

  • Wenn dort, wo Sie reisen, Schusswaffen erlaubt sind, dürfen diese von außerhalb des Fahrzeugs  nicht sichtbar sein. In einigen Staaten können sie konfisziert werden, wenn sie in bestimmte Nationalparks mitgenommen werden.

  • Informieren Sie sich sorgfältig über die geltenden Vorschriften über Kettensägen. Funktionierende Kettensägen sind in südaustralischen Nationalparks untersagt; allerdings dürfen sie in einigen dichtbewaldeten Gebieten anderer Staaten - ausschließlich für das Freiräumen des Weges - mitgenommen werden.

  • Wenn Sie privaten Grund, landwirtschaftliche Betriebe oder Aboriginal- Land durchqueren und die Straße verlassen wollen, sollten Sie eine Genehmigung einholen - ansonsten könnten Sie strafrechtlich verfolgt werden.

 

Inhaltsverzeichnis

Buschbrände

Australien, Land der Extreme, kann in einer Gegend überschwemmt sein und gleichzeitig in einer anderen Gegend abbrennen. Tägliche Information bei örtlichen Behörden in Gebieten, wo diese Phänomene möglich sind, wird Sie davor bewahren, in eine kritische Situation zu geraten.

Sie können zur Brandverhütung beitragen, indem Sie häufig und sorgfältig Ihre Auspuffanlage überprüfen, während Sie in trockenem Grasland unterwegs sind. Trockenes Gras kann in der Auspuffabdeckung hängen bleiben und in Verbindung mit der hohen Temperatur am Fahrzeug zu einer "brandheißen Angelegenheit" werden.

Buschbrände breiten sich schnell aus, wenn Sie also in den Weg eines sich nähernden Feuers geraten, suchen Sie sich die freieste mögliche Stelle mit wenigen Bäumen und wenigem oder kurzem Gras. Schalten Sie die Warnblinker ein, um anderen Fahrzeugen Ihre Anwesenheit zu signalisieren  und sitzen Sie das Feuer in der relativen Sicherheit Ihres Fahrzeuges aus, bis das Schlimmste vorüber ist.Buschbrand

Bereiten Sie sich vor, indem Sie alle Fahrzeugfenster schließen, sich dann in eine Wolldecke wickeln und sich auf den Boden oder so tief wie möglich legen.

Es ist extrem unwahrscheinlich, dass das Fahrzeug Feuer fängt; Treibstoff im Tank brennt nicht, wenn er nicht einer direkten Flamme ausgesetzt wird und - außer wenn Gras brennt - wird das Feuer schnell über Sie hinwegziehen, weil es üblicherweise von starken Winden begleitet wird. 

Wenn das Schlimmste vorüber ist, prüfen Sie, ob keine Fahrzeugteile brennen. Benutzen Sie den Feuerlöscher, den Sie unbedingt im Fahrzeug haben sollten.

Dann fahren Sie von der Feuerfront weg auf sicheren Boden.

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Fahrtechniken

Bachüberquerungen

Bevor Sie eine Bachüberquerung angehen, ist es notwendig die Wassertiefe, und mindestens teilweise, die Beschaffenheit des Bachbettes zu kennen. In den meisten Fällen genügt es, einfach hineinzuwaten und nach Griff für die Reifen und nach der flachsten Stelle zu fühlen. Allerdings könnten Bäche im nördlichen Australien von Krokodilen bevölkert sein. In diesem Falle ist es ganz sicher nicht empfehlenswert, die Tiefe zu prüfen, indem man hindurch watet! Wenn möglich, wählen Sie eine alternative Route und gehen Sie weder mit noch ohne Fahrzeug ins Wasser.Flussquerung

Wenn das Wasser mehr als reifentief ist, suchen Sie einen anderen Weg. Wenn das auch nicht möglich ist und das Wasser achstief ist, bedecken Sie die Front des Fahrzeuges mit einer Plane, bevor Sie in den Bach einfahren. Dies soll verhindern, dass Wasser um den Kühler herum in den Motorraum eindringt und die Maschine ertränkt. Eventuell müssen Sie den Ventilator abklemmen, um einen Kühlerschaden zu verhindern und weniger Spritzwasser auf den Motor zu bekommen.

Bevor Sie in den Bach einfahren, beschließen Sie einen Notfallplan. Stellen Sie sicher, dass die Mitfahrer - besonders Kinder - wissen, was zu tun ist, falls etwas schief geht. Sie müssen wissen, wie sie aus dem Fahrzeug kommen und was sie danach tun sollen.

Stellen Sie sicher, im Voraus zu wissen, wo an der Karosserie der Abschlepphaken ist - er könnte unter Wasser schwer zu finden sein. Platzieren Sie wertvolle Dinge ( z.B. Fotoapparat, Videokamera, CB oder HF- Funkgerät) nicht auf dem Fahrzeugboden, falls Wasser eindringt. Schalten Sie den Allradantrieb ein.

Stellen Sie sicher das die Zentralverriegelung und die Fenster offen sind, denn wenn das Fahrzeug stecken bleibt und die Elektronik einen Kurzschluss hat oder versagt, wären alle Insassen im Fahrzeug gefangen.

Fahren Sie mit eingeschaltetem Allradantrieb und gesperrter Radnabe (hub engaged) im zweiten Gang (Wahlhebelstellung "Low") langsam und gleichmäßig  ins Wasser. Lassen Sie nicht die Kupplung schleifen oder versuchen Sie nicht , den Gang zu wechseln, weil dies zu einer durchgehend schleifenden Kupplung führen würde und möglicherweise das Fahrzeug stoppen würde.

Beachten Sie die die Uferausfahrt. Ist sie steil oder weich oder beides fahren Sie weiter, indem Sie den Motor hochdrehen, sobald Sie aus dem Wasser kommen und bis Sie höheren und flacheren Boden erreicht haben.

Wenn das Fahrzeug im Wasser ausgeht und Sie es nicht sofort neu starten können, versuchen Sie nicht weiter. Sie werden es herausziehen müssen. Überprüfen Sie, ob kein Wasser in den Lufteinlass eingedrungen ist und einen oder mehr Zylinder auffüllt. Sollte dies passiert sein, steht Ihnen eine große Reparatur bevor. 

 

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Fahren auf Sand

Der Trick, um ein Allradfahrzeug sicher über Sand zu fahren, ist das Treiben lassen. Es wird erreicht , indem man langsam und mit geringem Reifendruck  fährt, ohne anzuhalten. Weicher, trockener Sand bedeutet oft, das man eine konstante Geschwindigkeit halten muss, damit das Fahrzeug nicht stecken bleibt oder sich eingräbt. Allerdings sollten Sie 80 km/h auf Sand nicht überschreiten.Fahren auf Sand

Bleiben Sie womöglich in eingefahrenen Reifenspuren, weil dort der Sand schon komprimiert ist und dies geringere Umweltschäden verursacht. Bewachsene Sanddünen sind extrem empfindlich, also vermeiden Sie sie!

Wenn Sie in sandigem Gebiet oder auf dem Strand unterwegs sind, ist ein Reifendruckprüfer unerlässlich, um den exakten Reifendruck festzustellen. Wenn Sie viel auf Sand fahren müssen, macht sich ein Luftkompressor schnell bezahlt. Verringern Sie den Druck auch auf hartem Sand um ca. 10 psi; auf sehr weichem Sand müssen Sie möglicherweise um bis zu 15 psi heruntergehen. Füllen Sie die Reifen wieder auf, sobald Sie festen Untergrund erreicht haben.

Ob Sie auf Strand- oder Wüstensand fahren: Überladen Sie das Fahrzeug nicht und überladen Sie insbesondere den Dachgepäckträger nicht. Wenn Sie dies tun, kann sich der Fahrzeugschwerpunkt verändern und dies kann extrem gefährlich sein.

Versuchen Sie zuerst Allradantrieb, zweiter Gang (High=übersetzt) und schauen Sie, wie es läuft. 'Low'(=untersetzt) wird normalerweise nicht nötig sein, aber benutzen Sie diese Einstellung, wenn die Drehzahl abfällt, damit Sie schnell in einen niedrigeren Gang schalten können, um den Vortrieb zu erhalten.

Wenden auf Sand? Falls es irgendwelche Zweifel gibt, ob Sie drehen können, ohne sich festzufahren, fahren Sie nicht bis zu einem Punkt jenseits der Flutmarke. Es kann klüger sein, in Ihrer eigenen Spur zurückzufahren, auch wenn Sie ein langes Stück rückwärts fahren müssten. Achten Sie auf Ebbe und Flut, wenn Sie am Strand fahren. Sie können sich leicht festfahren und den Motor dann in Salzwasser ertränken, wenn Sie von einsetzender Flut überrascht werden. Fahren Sie nur während der zwei Stunden nach und vor der Ebbe (niedrigster Wasserstand) am Strand.

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Bulldust (feinster Staub)

Bulldust  kommt in einigen Gebieten des Outbacks vor, wenn die Oberfläche der Piste sich in feinen puderigen Staub auflöst. Er kann den Motor beschädigen, wenn er eingesaugt wird oder -  wegen seiner dem Schleifpapier ähnlichen Eigenschaften - wenn er sich an gefetteten Maschinenteilen ansammelt.  Bulldust

Aber noch gefährlicher ist die schwer beschädigte Pistenoberfläche unter dem täuschend glatten Staub. Seien Sie vorsichtig! 

Fahren Sie langsam durch Bulldust-Flecken um nicht zuviel Staub aufzuwirbeln, der den Unterboden beschädigt und den Luftfilter verstopft.

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Lenkradhaltung

Denken Sie dran: Halten Sie niemals Ihre Finger in das Lenkrad. Finger und Daumen (beachten Sie besonders den Daumen) müssen auf dem Lenkrad liegen.

Es reicht, wenn Sie auf der Piste gegen einen Stein fahren und das drehende Lenkrad kann Ihnen Finger und Daumen brechen. Das mindeste, was Sie hinnehmen müssten, wären Prellungen.

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Reifenpanne

Für diejenigen, die normalerweise auf Teerstraßen oder ausschließlich in Städten fahren, könnte eine Reifenpanne eine seltene oder sogar völlig neue Erfahrung sein.

Abseits des Asphalts können Sie allerdings sicher sein, dass Ihre Kenntnisse beim Reifenwechsel eher früher als später auf die Probe gestellt werden.

Die folgenden Hinweise sollen Ihnen helfen, die Sache ohne zu viel Mühe über die Bühne zu bringen. Im besten Sonntagszwirn sollten Sie es trotzdem nicht versuchen, d.h. gehen Sie davon aus, dreckig zu werden.

Und so funktioniert es:

  • bremsen Sie vorsichtig und halten Sie am Straßenrand, soReifenpanne weit wie möglich entfernt vom fließenden Verkehr und auf ebenem Grund (wenn es welchen gibt!)

  • ziehen Sie die Handbremse an, stoppen Sie den Motor, schalten Sie in den Rückwärtsgang oder Parkstellung bei Wagen mit Automatikgetriebe

  • finden Sie heraus, wo der Wagenheber angesetzt werden muss (sehen Sie ggf. in der Betriebsanleitung nach)

  • sichern Sie das Fahrzeug, indem Sie einen Stein oder ähnliches vor das dem platten Reifen diagonal gegenüberliegende Rad legen

(wenn z.B. der rechte Hinterreifen platt ist, muss der Stein vor den linken Vorderreifen gelegt werden) 

  • heben Sie das Fahrzeug mit dem Wagenheber an

  • Vermeiden Sie schwere Verletzungen: Arbeiten Sie niemals unter dem Fahrzeug, während es aufgebockt ist. Vor dem Aufbocken müssen alle Passagiere aussteigen

Tipp: auf weichem (z. B. sandigem) Untergrund sollten Sie den Wagenheber auf ein Holzbrett oder ein Stück Metall stellen, um zu verhindern, dass der Wagenheber einsinkt, anstatt das Rad anzuheben

  • sprühen Sie ein Schmiermittel, z.B. WD-40, auf die Radmuttern und -bolzen. Das sollte eigentlich die Mischung aus Rost und Staub aufweichen.

Tipp: wenn Sie kein WD-40 dabei haben, erfüllen auch Bratöl oder Aerogard (fetthaltiges Insektenspray) den Zweck

  • lösen Sie die Muttern und nehmen Sie das Rad ab

  • bringen Sie den Ersatzreifen an und drehen Sie von Hand die Radmuttern fest

    Tipp: es ist wesentlich einfacher, den Reifen anzubringen, wenn Sie das Radkreuz darunter schieben. Alles, was Sie dann zu tun haben, ist das lange Ende herunter zu drücken. Die Hebelwirkung macht die Angelegenheit zu einem Kinderspiel.

Wichtig: ziehen Sie die Radmuttern eine nach der anderen an, indem Sie immer die sich gegenüberliegenden Muttern drehen. 

  • lassen Sie den Wagen herunter, nehmen Sie den Stein weg

  • ziehen Sie jetzt die Radmuttern mit dem Radschlüssel an und beachten Sie dabei die o.a. Regel

  • prüfen Sie den Reifendruck

  • vergessen Sie nicht Ihre Werkzeuge und den platten Reifen!

  • nach einer Fahrt von ungefähr zehn Kilometern fahren Sie an den Rand, um die Radmuttern noch einmal zu prüfen. In der Zwischenzeit könnten sie sich wieder gelöst haben. Falls notwendig, ziehen Sie sie mit dem Radschlüssel fest. Nach weiteren 1500 Kilometern wiederholen Sie die Überprüfung

Tipp: Lassen Sie den beschädigten Reifen so bald wie möglich reparieren oder austauschen. Sie wissen ja nie, wann Sie Ihre Kenntnisse im Reifenwechsel das nächste Mal unter Beweis stellen müssen.

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